| 23.21 Uhr

Bayer Leverkusen
Schmidt mit Erfolg in die Zwangspause

Einzelkritik: Bellarabi unaufhaltsam - Brandt fällt ab
Einzelkritik: Bellarabi unaufhaltsam - Brandt fällt ab FOTO: dpa, fg jai
Leverkusen. Karim Bellarabi hat Bayer Leverkusen und seinem Trainer Roger Schmidt nach turbulenten Tagen wieder ein Erfolgserlebnis beschert. Durch ein 3:1 (1:1) gegen Sporting Lissabon erreichte die Werkself vier Tage nach dem Eklat um ihren Trainer das Achtelfinale der Europa League. Von Stefanie Sandmeier

Dass in Leverkusen auch am Tag nach dem Urteilsspruch gegen Roger Schmidt noch nicht wieder der Alltag eingekehrt war, bekam Bayers Trainer vor der Europa-League-Partie zu spüren. Vor der Bank der Werkself hatte sich eine stattliche Anzahl an Fotografen aufgebaut, die genau hinschauten, wie der 48-Jährige zum vorerst letzten Mal an die Seitenlinie trat.

Schmidt agiert an der Seitenlinie ruhig und entspannt. Der Bayer-Trainer ist zwar viel in seiner Coaching-Zone unterwegs, aber zu Schiedsrichter Ruddy Buquet  aus Frankreich und seinen Assistenten kein Wort. 

In der Bundesliga muss der gesperrte Trainer ab Sonntag in Mainz für drei Spiele aus der Entfernung aus das Spiel seiner Mannschaft verfolgen.

Leverkusen - Sporting Lissabon FOTO: dpa, fg jai

Er kann das mit einer Sorge weniger, denn die Werkself sicherte sich mit einem 3:1 (1:1)-Erfolg gegen Sporting Lissabon vor 26.585 Zuschauern den Einzug in das Achtelfinale der Europa League.

"Das war eine gute Reaktion auf die turbulenten Tage. Die Mannschaft ist noch enger zusammengerückt", sagte Bayers Sportdirektor Rudi Völler. Auch Trainer Roger Schmidt zeigte sich zufrieden: "Kompliment an meine Mannschaft. Das war eine komplizierte Aufgabe. Wir haben nach zwei Spielen gegen einen starken Gegner hochverdient die nächste Runde erreicht."

Im Gegensatz zu Sporting, das in Portugal die Tabelle anführt, ist dieser Wettbewerb für die Leverkusener nach dem DFB-Pokal-Aus die letzte Chance auf einen Titel. Entsprechend motiviert gingen es die Gastgeber an. Sie waren bemüht, Druck auf das Tor der Gäste aufzubauen.

"In der Europa League haben wir jetzt ein Zeichen gesetzt. Die Mannschaften werden jetzt Respekt vor uns haben", betonte Torwart Bernd Leno.

Bei Bayer 04 rückte Kyriakos Papadopoulos für den verletzten Ömer Toprak in die Innenverteidigung. Hakan Calhanoglu ersetzte den verletzten Kevin Kampl im zentralen Mittelfeld. Der türkische Nationalspieler bereitete auch die erste Chance vor. Seine Freistoßflanke in der zweiten Minute erreichte den freistehenden Griechen. Dessen Kopfball war allerdings nicht platziert genug. Die Genauigkeit und Präzision im Spiel war aber nicht nur in dieser Situation das große Manko der Leverkusener, die es sich gegen schwache Portugiesen unnötig schwer machten. Sie gingen dennoch mit dem ersten konzentriert vorgetragenen Angriff in Führung. Der schönste Angriff der ersten Hälfte war ein Zusammenspiel zwischen Julian Brandt, Calhanoglu und Chicharito, der auf der rechten Seite den entscheidenden Pass in die Gasse auf Karim Bellarabi spielte. Der deutsche Nationalspieler zog im Strafraum aus spitzem Winkel nach innen ab und traf mit seinem Schuss durch die Beine von Torhüter Rui Patricio zur verdienten Führung  (29.).

Sporting prüfte bis dahin nur einmal Torhüter Bernd Leno, der den Schuss von Bruno Cesar sicher abwehrte. Danach hätten die Leverkusener ihre zahlreichen Angriffsversuche besser ausspielen müssen. Doch durch die Vielzahl an Fehlpässen und Ungenauigkeiten im Spielaufbau ging die Hoheit im Mittelfeld verloren. Über weite Strecken hemmte das Chaos auf dem Feld den Spielfluss. Dass Sporting in der 38. Minute zum Ausgleich kam, lag mehr an den Leverkusenern, die froh sein konnten, denn ein besserer Gegner als Lissabon hätte an diesem Abend das schludrige Zweikampfverhalten und Verteidigen der Gastgeber wohl schon etwas früher und deutlich mehr bestraft. Kurz vor der Pause schlugen die Portugiesen dann doch zu. Joao Pereiro durfte – Wendell sei Dank - von der rechten Seite leicht flanken. Im Zentrum versuchte es Carlos Mane direkt, scheiterte mit seinem noch von Tah abgefälschten Schuss jedoch an Leno. Bei dessen Abpraller ist Joao Mario dann aus kurzer Distanz zur Stelle.

Das 1:1 war ein gefährlicher Zwischenstand. Mit einem weiteren Treffer wäre Bayer 04 raus gewesen, das Glück hatte, dass der Schiedsrichter einen Ellenbogen-Schlag von Wendell Richtung Gesicht von Bruno Cesar nach gut 60 Minuten nicht als Tätlichkeit ahndete. Bevor es aber gefährlich wurde, erhöhte Karim Bellarabi  mit einem satten Distanzschuss aus mehr als 20 Metern ins rechte obere Eck zum 2:1 (65.). Calhanoglu beendete mit dem 3:1 in der 87. Minute alle Zweifel und besiegelte endgültig das Weiterkommen.

Sorgen bereiten nach dem Spiel nur Stefan Kießling, der nach einer Stunde mit einer Leistenverletzung ausschied, und Kyriakos Papadopoulos. Beide werden am Freitag eingehend untersucht.

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