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Bayer Leverkusens Trainer
Schmidt vor Topspiel gegen Bayern: "Brauchen Supertag"

Fotos: Das ist Roger Schmidt
Fotos: Das ist Roger Schmidt FOTO: afp, pbe/iw
Leverkusen. Bayer Leverkusens Cheftrainer Roger Schmidt erwartet nicht, dass Bayern München durch die jüngste Unruhe geschwächt zum Bundesliga-Topspiel am Samstag (18.30 Uhr/Live-Ticker) antritt.

An einen Vorteil wegen der Unruhen beim Branchenprimus glaubt Roger Schmidt nicht. "Daran, dass Bayern jetzt nicht mehr Fußball spielen kann, weil ein paar Sachen in der Zeitung standen, glaube ich genauso wenig wie daran, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet", sagte der Coach von Bayer Leverkusen vor dem Bundesliga-Hit gegen Meister und Tabellenführer Bayern München.

Ob es die Unstimmigkeiten an der Isar wegen der Maulwurf-Affäre, der Alkohol-Vorwürfe gegen Arturo Vidal und des bevorstehenden Abschieds von Trainer Pep Guardiola "wirklich gegeben hat, wissen nur die Bayern selbst", meinte der 48-Jährige: "Aber solche Dinge hat jeder mal. Die haben wir, die haben die Bayern. Das sollte man nicht überbewerten."

Doch eine etwaige Schwäche der "mit Barcelona besten Mannschaft Europas" (Bayer-Sportchef Rudi Völler) braucht Schmidt derzeit auch gar nicht, um auf eine Überraschung zu hoffen. Dafür genügen ihm die positive Entwicklung, die Bayer auf den ersehnten vierten Tabellenplatz brachte, und die Statistik der vergangenen Jahre. Von den letzten sechs Liga-Heimspielen verlor Bayer nur eines, hinzu kommen in diesem Zeitraum im Pokal ein 4:2 und ein 0:0 (allerdings mit Niederlage im Elfmeterschießen). Und so war es augenscheinlich, dass der in dieser Saison auch schon einige Male sichtlich angespannte Schmidt am Freitag deutlich gelassener und lockerer auf dem Podium saß als wenige Minuten zuvor sein Kollege Pep Guardiola.

"Wir wissen, dass wir - wenn wir Effizienz und Spielglück haben - an einem Tag besser sein können als Bayern München und dass wir dann auch gegen sie gewinnen können", erläuterte er: "Dafür brauchen wir einen Super-Tag und müssen Mut haben. Aber mutlos waren wir in dieser Saison noch nie."

Bayer habe ein "nicht so einfaches halbes Jahr gehabt" und tabellarisch "auch ein bisschen davon profitiert, dass andere nicht so viele Punkte wie erwartet geholt haben". Doch vor allem im Gegensatz zum 0:3 im Hinspiel, in dem Bayer kein Bein auf den Boden bekam, sei es "nun eine ganz andere Situation". Zum einen habe sein Team diesmal kein zusätzliches Europacup-Spiel unter der Woche in den Knochen, zum anderen war die Partie in München für Bayer die letzte der Vor-Chicharito-Ära. Denn zum folgenden Aufschwung hat der von Manchester United nachverpflichtete Mexikaner Javier Hernandez mit seinen 21 Pflichtspieltoren "einen großen Teil beigetragen".

Ein Kopf-Problem für Bayer könnte aber das Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen am Dienstag sein. Dies ist für Michael Schade nämlich "mindestens genauso wichtig" wie das Bayern-Spiel. Der Bayer-Geschäftsführer verfolgt seit seinem Amtsantritt 2013 vor allem ein Ziel: Er will mit Bayer ins Pokal-Endspiel und den ersten Titel seit 1993 holen. Und da dieser in der Liga angesichts der Bayern-Dominanz auf Sicht unwahrscheinlich ist, genießt der Pokal in Leverkusen aktuell eine Riesen-Wertschätzung.

Vor zwei Jahren schenkten die Bayer-Profis die Chance durch eine Viertelfinal-Pleite gegen Zweitligist Kaiserslautern her, im Vorjahr folgte die bittere Halbfinal-Niederlage im Elfmeterschießen gegen die Bayern. Die kommen Schmidt nun auch als Warmmacher gerade recht: Denn "wenn man gegen eine der besten Mannschaften der Welt sein Spiel durchdrücken und gewinnen kann, gibt das natürlich eine Menge Selbstvertrauen".

(sid)
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