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Bayer Leverkusen
Auch Bayer kann Leipzig nicht stoppen

Bayer - Leipzig: Einzelkritik
Bayer - Leipzig: Einzelkritik FOTO: dpa, mb
Leverkusen. Das Neue hat immer seinen besonderen Reiz. Umso verwunderlicher, dass beim ersten Aufeinandertreffen zwischen Bayer 04 und RB Leipzig die BayArena mit 27.752 Zuschauern nicht ausverkauft war. Von Stefanie Sandmeier

Es ist noch nicht allzu lange her, da galten die Leverkusener unter vielen Anhängern noch als  umstrittenstes Marketing-Konstrukt der Liga mit einem Weltkonzern als Hauptsponsor im Rücken, der den Fußball auch als Imagepflege für sich nutzt. Trotz ihrer vielen Bundesligajahre und Dauerzugehörigkeit im internationalen Geschäft kam und und kommt das bei Traditionalisten nicht immer gut an.

Vermummte bewerfen Leipziger Bus mit Farbbeuteln

Nun hat der Aufsteiger aus Leipzig diesen Status inne. RB verfolgt ein stringentes Konzept, steht für attraktiven Offensivfußball und verfügt dank eines Brause-Imperiums über die finanziellen Mittel, ganz oben mitzuspielen. Es ist das zur Zeit spannendste, mit Sicherheit aber auch kontrovers diskutierteste Projekt in der Bundesliga. Das wurde auch in Leverkusen sichtbar. Vermummte hatten bei der Anfahrt den Leipziger Bus mit Farbbeuteln beworfen. Die Polizei ermittelt.

Auf das Spiel hatte dieser Vorfall freilich keinen Einfluss. Ungeschlagen kam das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl nach Leverkusen - mit der Chance, zumindest für eine Nacht die Tabellenführung zu übernehmen. Mit dem 3:2 (2:1)-Erfolg in Leverkusen gelang ihnen das eindrucksvoll.

"Die Mannschaft hat eine tolle Mentalität. Wir waren von uns überzeugt. Der Sieg war gar nicht mal unverdient. Es war einfach geil", sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. Bayer-Sportchef Rudi Völler klagte: "Die Hinrunde ist ein bisschen verkorkst. Wir werden sie nicht mehr so abschließen können, wie wir uns das erhofft haben. Wir werden uns aber wieder ranrobben, aber das wird seine Zeit dauern."

Beide Teams ließen sich nicht lange bitten. Nach nicht einmal einer Minute stand es bereits 1:0 für Leverkusen. Binnen Sekunden kam der Ball über Wendell, Hakan Calhanoglu und  Bayers auffälligsten Profi Julian Brandt zu Kevin Kampl, der humorlos verwandelte. Die Antwort der Sachsen ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Eckball von links stellte Sabitzer den Körper im Fünfmeterraum vor Baumgartlinger. der den Ball in der 4. Minute unglücklich mit der Hüfte ins eigene Tor lenkte. Das war – wenn man so will – der Startschuss für eine intensiv geführtes Fußballspiel, das vor allem im Mittelfeld zu einem echten Abnutzungskampf wurde. Die Idee beider Teams mit ganz ähnlicher Idee von Fußball war deutlich zu erkennen: frühes Attackieren und mit schnellem Umschalten auf direktem Weg in Richtung des gegnerischen Tores vorpreschen. Das zelebrierten auf Seiten der Leipziger Yussuf Poulsen, Emil Forsberg und Timo Werner eindrucksvoll, die stets  Gefahr erzeugten.

Den nächsten Stich aber setzte Bayer durch Brandt, das nach Diagonalpass von Calhanoglu kurz vor der Pause die aufgerückten Gäste überraschte. Spätestens mit dem Strafstoß in der 54. Minute schien die Werkself, die zunächst ohne Chicharito stürmte, auf der Siegerstraße angekommen, Calhanoglu lieferte mit seinem schwachen Schuss aber einmal mehr, den Beweis für Bayers Elfmeterschwäche.

Die Bestrafung folgte eine Viertelstunde später. Forsberg darf überraschend ungehindert an der Strafraumgrenze abschließen. Bernd Leno im Tor der Leverkusener sah beim Flatterball nicht gut aus. "Beim 2:2 sehe ich nicht gut aus. Der Ball dreht sich ein wenig", sagte der Keeper nach der Partie. 

In der 81. Minute setzte Willi Orban mit seinem Kopfball den Schlusspunkt. Noch nie war ein Aufsteiger elf Spiele ungeschlagen.

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