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Bayer Leverkusen
Bayers trübe Aussichten

Bayers 04 Leverkusens trübe Aussichten nach Niederlage in Mainz
Krankenbesuch: Hakan Calhanoglu am Bett von Kevin Kampl. FOTO: instagram
Leverkusen. Die Niederlage in Mainz erhöht vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen den Druck auf Trainer und Team. Im Spiel zwei ohne Roger Schmidt will Bayer 04 wieder punkten. Kevin Kampl kann dabei nicht helfen. Ihm droht nach Wadenbeinbruch das Saison-Aus. Von Stefanie Sandmeier

Vier Reservisten beim Training - mehr gab es gestern Vormittag an der BayArena nicht zu sehen. Der Rest des Teams blieb in den Katakomben. Auch Roger Schmidt war draußen nicht anzutreffen, von dem es auch am Tag nach der 1:3-Niederlage in Mainz keine Aussage darüber gab, wie er den Auftritt seiner Mannschaft gesehen hat.

Eine privilegierte Sicht auf die Dinge hatte er aufgrund seiner Innenraumsperre zumindest. Der 48-Jährige verfolgte die 90 Minuten in einer Loge auf der Haupttribüne. Seine Mimik ließ unweigerlich erkennen, dass der Chefcoach vom Leistungsnachweis seiner Profis alles andere als begeistert war. Hilflos musste er die Gegentreffer von Yunus Malli und Jhon Cordoba mitansehen. Das Anschlusstor durch Chicharito konnte die Laune nicht mehr verbessern. "Wir sind eine Mannschaft, die immer 100 Prozent geben muss. Wenn wir ein paar Prozent weniger geben, fehlen uns einfach die spielerischen Mittel, um in der Bundesliga einen Sieg zu holen", meinte Christoph Kramer.

Das Fehlen von Schmidt wollte er nicht als Entschuldigung gelten lassen. "Das haben wir allein verbockt", betonte der Mittelfeldspieler, der in seiner großen Enttäuschung vielmehr die Mentalität des Teams anzweifelte. "Es muss einfach in unsere Köpfe rein, immer diese 100 Prozent zu geben."

Für den Moment heißt das Rang sechs. Bezogen auf das Tabellenbild, ist das nicht so schlecht für eine junge Mannschaft, die noch in ihrer Entwicklung steckt, wie es Roger Schmidt gerne betont. Das "Aber" erschließt sich beim Blick auf die einzelnen Resultate jedoch recht schnell. Dem Team fehlt weiterhin die Konstanz. Das 1:3 in Mainz war die zweite Niederlage in Folge und insgesamt die achte in dieser Saison. Damit hat die Werkself nach 23 Spieltagen bereits häufiger verloren als in der gesamten letzten Saison. Gemessen am Etat der Mannschaft hatte man auf eine Weiterentwicklung gehofft. Dass sie trotzdem aussichtsreich im Rennen um die internationalen Plätze mitmischt, hat sie ihrer formschwankenden Konkurrenz zu verdanken.

Schmidt hatte sein Team vor dem Mainz-Spiel wie sonst auch auf den Gegner eingestellt. "Wir haben im Hotel diverse Szenarien besprochen", erklärte Vertreter Markus Krösche, der für Schmidt nach dessen Ansprache die Verantwortung übernahm. Antworten auf das Spiel des Gegners zu finden, gelang allerdings nicht. Den Bayer-Profis fehlte es an den Ideen und der Durchschlagskraft in der Offensive, um gegen die "giftigen" Mainzer (Rudi Völler) etwas auszurichten.

Das lag mit Sicherheit auch an der Vielzahl an Verletzungen, die man doch eigentlich hinter sich glaubte. Ömer Toprak war nach langer Pause gerade wieder zu Topform aufgelaufen, als ihn ein Faserriss einbremste. Gleiches gilt für Kevin Kampl - wie Toprak ein Schlüsselspieler, der seinem Team nun sogar für mehrere Wochen fehlt. Wie sich herausstellte, ist dessen Verletzung schlimmer als angenommen. Der slowenische Nationalspieler erlitt im Spiel gegen Dortmund nicht wie vermutet einen Faserriss, sondern einen Wadenbeinbruch. Damit droht dem 25-Jährigen das Saison-Aus, der bislang zu den wenigen Konstanten im Team gehörte. Was die personelle Situation umso besorgniserregender macht, ist die Tatsache, dass es neben Stefan Kießling (Hüftprellung) und Kyriakos Papadopoulos (Kapselverletzung), deren Einsatz morgen im Heimspiel gegen Werder Bremen (20 Uhr, BayArena) weiterhin sehr fraglich ist, in Mainz auch noch Jonathan Tah erwischte.

Der 20-Jährige wurde aufgrund von muskulären Problemen zur Halbzeit präventiv ausgewechselt. Die Bayer-Verantwortlichen hoffen, dass es nichts ernstes ist und nicht noch der dritte Innenverteidiger ausfällt. "Die Belastung aus der Europa League war deutlich spürbar", erklärte Krösche nach den Strapazen der Englischen Woche. Ungeachtet dessen, setzt die Niederlage Trainerteam und Mannschaft im Kampf um den Champions-League-Platz wieder unter Druck. Es hilft nur, zu punkten. Das Duell mit Bremen bietet die nächste Gelegenheit.

Quelle: RP
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