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Bayer Leverkusen
Bayers Weg nach Basel beginnt in Lissabon

Bayer Leverkusen: Bayers Weg nach Basel beginnt in Lissabon
Die Werkself beim Abschlusstraining in Lissabon. FOTO: dpa, fg fpt
Lissabon. Im Hinspiel der Europa-League-Zwischenrunde geht es für die Werkself am Donnerstagabend in Lissabon darum, sich eine gute Ausgangsposition für das Heimspiel in einer Woche zu schaffen. Roger Schmidt muss Chicharito und Kevin Kampl ersetzen. Von Patrick Scherer

Es ist neun Tage her, als Stefan Kießling seiner Enttäuschung deutliche Worte verlieh. Das unnötige, weil leichtfertig verursachte Pokal-Aus gegen Werder Bremen hatte dem 32-Jährigen gehörig zugesetzt. Wieder musste er auf eine verpasste Chance, einen Titel im Herbst seiner Karriere zu gewinnen, zurückschauen. Doch die Wut ist mittlerweile neuer Zuversicht gewichen. Am Donnerstagabend (21.05 Uhr/Live-Ticker) steht das Hinspiel in der Runde der letzten 32 Teams der Europa League an. Bei Sporting Lissabon soll der erste Schritt gemacht werden, um die Saison doch noch mit einem Titel abzuschließen.

"Ich sehe in diesem Wettbewerb für uns als Mannschaft die Chance, auf uns aufmerksam zu machen", sagt Kießling. Die Worte sind defensiver gewählt als vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bremen, vor dem das Endspiel als Ziel ausgegeben wurde. "Vom Finale zu sprechen, wäre etwas früh. Da muss man aufpassen", sagt Kießling und unterstreicht damit einen gewissen Lerneffekt auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite sind es in der Europa League auch noch zwei Schritte mehr bis zum Endspiel in Basel im Mai. Und: Im Sporting Clube de Portugal treffen die Leverkusener auf einen gut besetzten und formstarken Gegner, der als aktueller Pokalsieger die Tabelle vor Stadtrivale Benfica anführt. Deshalb sagt Kießling, der in Lissabon sein 400. Pflichtspiel für Bayer 04 machen wird: "Wir müssen alles abrufen, um eine Runde weiterzukommen. Lissabon spielt ähnlich wie wir - mit Gegenpressing und Vorwärtsverteidigen. Es wird ein intensives Spiel. Das müssen wir annehmen."

Bei Sporting sorgen vor allem zwei Spieler für Furore: Islam Slimani und William Carvalho. Slimani ist den deutschen Fußballfans vor allem aus dem WM-Achtelfinale 2014 gegen Algerien ein Begriff. Damals brachte der 27-Jährige die DFB-Elf mit seinen Vorstößen über Außen mehrmals in Verlegenheit. Carvalho gilt als eines der größten Talente im europäischen Fußball. Der 23-jährige Portugiese wurde neben allen englischen Klubs, die Rang und Namen besitzen, auch schon mit Bayern München in Verbindung gebracht. Im vergangenen Sommer entschied sich der zentrale Mittelfeldspieler aber vorerst für einen Verbleib in Lissabon. Sehr zur Freude von Jorge Jesus.

Kießling setzt auf Jesus' System

Sein Trainer hat vor dieser Saison in der portugiesischen Hauptstadt die Vereinsfarben von rot-weiß zu grün-weiß gewechselt. Nach sechs Jahren und drei Meisterschaften mit Benfica unterschrieb er für drei Jahre beim Stadtrivalen. Wie man Leverkusen und seinem Trainer Roger Schmidt ein Bein stellt, hat Jesus im vergangenen Jahr in der Champions-League-Gruppenphase mit Benfica unter Beweis gestellt. Als es um den Gruppensieg für Leverkusen ging, rang Benfica Bayer 04 in Lissabon ein 0:0 ab. Dennoch spekuliert Kießling darauf, dass Jesus' Spielsystem für Bayer 04 eine glückliche Fügung ist. "Es kann uns entgegenkommen, dass es ein spielstarker Gegner ist. Bei solchen Gegnern sind wir oft auf den Punkt da."

Eine wichtige Lektion, wie man defensiv stehende Mannschaften am einfachsten besiegt, lernte die Werkself am vergangenen Samstag beim 2:1 in Darmstadt. Für Geschäftsführer Michael Schade ist das von herausragender Bedeutung: "Der Sieg in Darmstadt war ganz wichtig für die Mannschaft. Vor allem die Art und Weise, wie er zustande gekommen ist. Die junge Mannschaft hat gelernt, wenn es spielerisch einmal nicht läuft, dass man auch über Kampf ein Spiel gewinnen kann. Das ist etwas, was für die Zukunft ganz wichtig sein wird. An dieses Spiel wird der Trainer sie sicher noch das ein oder andere Mal erinnern."

Am Donnerstag muss Roger Schmidt sein Team aber nicht nur richtig ein-, sondern auch umstellen. Kevin Kampl fehlt wegen einer Gelbsperre. Für ihn könnte Hakan Calhanoglu die Rolle neben Christoph Kramer im zentralen Mittelfeld einnehmen. Den verletzten Chicharito im Sturm ersetzt vermutlich Admir Mehmedi. Unabhängig des Personals geht es im Estádio José Alvalade darum, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche in der BayArena zu erspielen. "Wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Europa League, aber die Bundesliga steht im Vordergrund", sagt Schade und machte damit auch direkt den Stellenwert des Duells mit Dortmund am Sonntag klar.

Quelle: RP
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