| 22.35 Uhr

Bayer Leverkusen
Bernd Leno bewahrt Bayer vor Niederlage

CL 13/14: Donezk - Bayer
CL 13/14: Donezk - Bayer FOTO: dpa, Sergey Dolzhenko
Donezk. Bayer Leverkusen hält im Kampf um Platz zwei in der Gruppenphase der Champions Leage seinen schärfsten Konkurrenten Schachtjor Donezk in Schach. Vor allem Torhüter Bernd Leno war es, der die Werkself im ersten Durchgang vor einem frühen Rückstand bewahrte. Von Stefan Klüttermann

Christof Weil ist Deutschlands Botschafter in der Ukraine. Und als solcher hatte sich der 59-Jährige den Auftritt von Bayer Leverkusen bei Schachtjor Donezk dick im Terminkalender eingetragen. Schließlich ist die Werkself quasi Dauergast im Land: Das Champions-League-Spiel war immerhin die vierte Leverkusener Europapokalpartie in der Ukraine in der vergangenen drei Jahren.

Dieser neuerliche Trip brachte am Ende ein 0:0, so dass Bayer 04 zwar den direkten Vergleich gegen Donezk für sich entscheiden konnte, aber den erhofften großen Schritt in Richtung vorzeitiger Qualifikation fürs Achtelfinale verschieben musste.

Mehr, als Bayer lieb sein konnte

Was Diplomat Weil und die anderen 50.114 Zuschauer in Europas wohl modernstem Fußballstadion zu sehen bekamen, waren in erster Linie glänzende Paraden von Leverkusens bärenstarkem Torhüter Bernd Leno. Der 21-Jährige dürfte das zwölfte Champions-League-Spiel seiner noch so jungen Karriere jedenfalls nicht so schnell vergessen. Er allein hielt seine Mannschaft im Spiel, weil er eben alles hielt, was auf sein Tor kam. Und das war viel mehr, als den Leverkusenern lieb sein konnte. Fast jeder aus der brasilianischen Offensivabteilung der Ukrainer durfte Lenos Können testen. Und als der bei Darijo Srnas verunglückter Flanke dann doch einmal machtlos gewesen wäre, stand ihm der Torpfosten bei.

Lenos Arbeitspensum war das Resultat einer in vielen Szenen unkonzentrierten Darbietung von Bayer 04, die zu selten Entlastung vom Dauerdruck Donezks sah. Fast alle Bälle in die Spitze gingen mangels Genauigkeit verloren und luden die Ukrainer ihrerseits zu Kontern ein. Dass Donezk nach dem 0:4 in der BayArena vor 14 Tagen (dem höchsten Champions-League-Sieg der Leverkusener) auf Revanche sinnen würde und überdies sehr heimstark ist, war der Werkself nach eigener Aussage im Vorfeld durchaus bewusst, allein, sie fand über weite Strecken kein Mittel, die eigene Stärke des schnellen Umschaltspiels auf den Rasen zu bringen und mehr in die Waagschale zu werfen als Kampf. Die Chancen von Sidney Sam und Lars Bender resultierten aus den wenigen brauchbaren Vorstößen der Truppe von Sami Hyypiä.

Sam mit der besten Chance

Erst als die Werkself nach der Pause mehr Zutrauen in die eigenen Aktionen fand, konnte sie das Spielgeschehen auch mal in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Und so kam Sam schließlich nach gut 70 Minuten zur besten Leverkusener Gelegenheit, doch sein Schuss aus sieben Metern war zu schwach, um selbst den im Hinspiel so unsicherer Keeper der Hausherren zu gefährden. Bayer wartet damit seit 14 Champions-League-Spielen auf einen Auswärtssieg. Der letzte Erfolg in der Fremde datiert vom 1. Oktober 2002. Es war ein 2:0 bei Maccabi Haifa.

Hyypiä hatte sein Team im Vergleich zum blamablen 0:1 in Braunschweig drei Tage zuvor auf sechs Positionen geändert und, wie erwartet, die bestmögliche Startelf aufgeboten – mit einem Stefan Kießling, einem Lars Bender einem Sidney Sam, einem Giulio Donati und einem Heung-Min Son. Auch Emir Spahic stand nach seiner Rückenblockade wieder zur Verfügung. "Donezk hat in den vergangenen Jahren international für Furore gesorgt. Sie sind vielleicht in der Position, wo wir gerne mal hin möchten", hatte Kießling unlängst im Interview mit unserer Zeitung gesagt. Diese Chance hat sich Leverkusen nach gestern bewahrt.

Unter den 124 Bayer-Fans im Stadion befanden sich übrigens auch Mitglieder des Fanclubs "Russische Pillendreher", die aus dem 1000 Kilometer entfernten Moskau 18 Stunden mit der Bahn angereist waren. Auch ihnen wird dieser Abend lange in Erinnerung bleiben. Genauso wie Bernd Leno.

STATISTIK:

Donezk: Pjatow - Srna, Kutscher, Rakizki, Schewtschuk - Fernando, Hübschman - Costa (78. Taison), Teixeira, Bernard (64. Ilsinho) - Ferreyra (78. Adriano). - Trainer: Lucescu

Leverkusen: Leno - Donati, Toprak, Spahic, Boenisch - Rolfes - Lars Bender, Castro (69. Can) - Sam (90.+3 Robbie Kruse), Kießling, Son (77. Hegeler). - Trainer: Hyypiä

Schiedsrichter: William Collum (Schottland)

Zuschauer: 50.115

Gelbe Karten: Ferreyra, Teixeira (2) - Lars Bender, Boenisch, Can (2)

Torschüsse: 23:11

Ecken: 11:6

Ballbesitz: 53:47 Prozent

(RPO)
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