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Bayer Leverkusen
"Der normale Wahnsinn"

Porträt: Bernd Leno – Leverkusener Torwart-Juwel mit DFB-Ehren
Porträt: Bernd Leno – Leverkusener Torwart-Juwel mit DFB-Ehren FOTO: dpa, bt hak
Leverkusen. Leverkusens Torhüter hat bis auf das Pokalspiel in Lotte alle Pflichtspiele dieser Saison absolviert. Nach dem neuerlichen Gefühlschaos setzt er auf den Lerneffekt. Von Stefanie Sandmeier

Der Abschluss einer "perfekten Woche" und die Aussicht auf drei freie Tage ließen auch Bernd Leno mit einem guten Gefühl die BayArena verlassen. Roger Schmidt hatte der Werkself unmittelbar nach dem 3:2-Erfolg gegen Darmstadt frei gegeben, morgen geht es für den Torhüter erst einmal bei der Nationalmannschaft weiter. Im Laufe des Mittwochs erwartet Bundestrainer Joachim Löw unter anderem Bernd Leno zum Treffpunkt in Frankfurt.

Außerdem dabei aus Leverkusen: Jonathan Tah, Julian Brandt, Kevin Volland und Neuling Benjamin Henrichs. "Langsam, aber sicher können wir einen eigenen Leverkusener Tisch aufmachen", kommentiert Brandt die Fünfergruppe mit einem Augenzwinkern. Insgesamt wurden 15 Profis der Werkself für die Länderspielphase berufen, die sich zum Wochenstart auf den Weg machen und über den gesamten Erdball verteilt spielen.

Nach einer intensiven Woche, der man nach dem Pokal-Aus in Lotte richtungsweisenden Charakter zuwies, schwang bei der Verabschiedung viel Erleichterung mit. Die Mannschaft hat mit drei Siegen die passende Antwort geliefert. "Tottenham war sicher unser bestes Spiel. Die beiden Bundesliga-Partien waren keine Feuerwerke, wichtiger war vielmehr, diese zu gewinnen", bilanziert Leno. "Andernfalls hätten wir den Anschluss komplett verloren. So bleiben wir in beiden Wettbewerben weiter dabei."

Dieser Umstand lässt auch den jungen Keeper wieder lachen, der die jüngsten Leistungsschwankungen als ziemliches Gefühlschaos erlebte. Nicht nur, dass sich diese Achterbahnfahrt in den Ergebnissen widerspiegelte, sie zeigte sich bisweilen sogar innerhalb einer Partie. Dass dieses Team, das im Stande ist, in Wembley zu gewinnen, eine Woche vorher in Lotte aus dem Pokal ausscheidet - gehört zu den Phänomenen, die aber auch Leno nicht so recht erklären kann.

Für Außenstehende ist Bayer 04 bislang eine Wundertüte. Nicht zum ersten Mal befreiten sich Mannschaft und Trainer Roger Schmidt aus einer sportlich schwierigen Situation. Leno nennt das scherzhaft nur den "normalen Wahnsinn".

"Man sieht an unserem Beispiel, wie schnell es im Fußball gehen kann", entgegnet der 24-Jährige.

Tatsächlich, so scheint es, hat die Werkself mit einer Serie von drei Siegen in Folge die Trendwende geschafft. Leno wünscht sich, "dass wir nach der Länderspielpause daran anknüpfen, dass wir Konstanz in unser Spiel und unsere Ergebnisse bekommen. Spiele wie in Lotte, gegen Hoffenheim oder auch in Frankfurt müssen nicht sein", fügt der Torhüter an, der in bisher zehn Liga-Partien schon 15 Gegentreffer kassierte - das ist im Vergleich negativer Spitzenwert seit der Saison 2005/06.

"Ich hoffe, dass wir daraus lernen - und nicht erst wie in den letzten beiden Jahren im Frühjahr eine Aufholjagd starten müssen. Das geht nicht immer gut", warnt Leno.

Mit den jüngsten Erfolgen ist Bayer wieder in Schlagdistanz zu den internationalen Plätzen. "Die Champions League ist und bleibt unser Ziel. Die Mannschaft, um das zu erreichen, haben wir. Jetzt müssen wir es nur noch umsetzen."

Quelle: RP
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