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Bayer Leverkusen
"Da geht noch mehr" – Schmidt fordert mehr Einsatz

Bayer Leverkusen: "Da geht noch mehr" – Schmidt fordert mehr Einsatz
Bayer-Trainer Roger Schmidt. FOTO: ap, MM LB
Leverkusen. Dem Trainer von Bayer 04 war zuletzt nicht genug Leidenschaft und Motivation im Spiel. Vor dem Duell mit Stuttgart verletzte sich Tin Jedvaj erneut schwer. Von Stefanie Sandmeier

Das Abfragen nach dem Gesundheitszustand von Profifußballern gehört am Tag vor einem Spiel zum Standardprogramm. Vor der Partie gegen den VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr/Live-Ticker) nahm dieser Punkt ungewohnt viel Zeit in Anspruch. Die Liste, auf der die verletzten und angeschlagenen Spieler notiert sind, ist in dieser Woche noch einmal länger geworden.

In der Vorbereitung auf das Duell mit den Schwaben erreichte Roger Schmidt die nächste Hiobsbotschaft. Tin Jedvaj verletzte sich im Training erneut so schwer, "dass er definitiv kein Spiel mehr in diesem Jahr absolvieren kann", erklärte der Trainer. Für den 19-jährigen Kroaten, bei dem ein Sehnenriss im linken Oberschenkel diagnostiziert wurde, ist dies der nächste Rückschlag in seiner noch jungen Karriere. Im Januar hatte Jedvaj im Trainingslager einen Muskelfaserriss erlitten, im Juli wurde er von einer Einblutung am Oberschenkel erneut zurückgeworfen. Nach abgeschlossenem Heilungsprozess feierte der Defensiv-Allrounder am vergangenen Samstag beim Hamburger SV ein 30-minütiges Comeback. "Tin war auf dem Weg zurück in die Mannschaft. Die Verletzung ist eine katastrophale Nachricht für uns. Er hatte null Beschwerden, es kam wie aus dem Nichts", sagte Schmidt, der ankündigte, dass man die anstehende Behandlungszeit mit aller Vorsicht angehen werde. "Bei einem jungen Spieler, der sich dreimal an der gleichen Stelle verletzt, müssen wir die Karriere im Auge behalten."

Bayer mit Personalproblemen

Weil voraussichtlich auch Lars Bender ("großes Fragezeichen"), Christoph Kramer und Stefan Kießling auszufallen drohen, werde die Aufstellung gegen Stuttgart erst spät feststehen. "Wir lassen uns alle Möglichkeiten bis zum Schluss offen", sagte Schmidt.

Der Trainer sprach die Problematik an, die entstehen kann, wenn es wie zuletzt auf der Sechserposition permanent zu Verschiebungen kommt. "Darunter kann die Stabilität einer Mannschaft leiden", erklärte der 48-Jährige. Insbesondere gegen Stuttgart sei ein kompaktes Defensivverhalten nötig: "Das Team ist brandgefährlich. Der Kollege lässt sehr mutig agieren. Das macht die Spiele gegen Stuttgart für jeden Gegner schwierig."

Aber, und das machte Schmidt unmissverständlich klar: An der Ausgangssituation für die Partie in der ausverkauften BayArena ändert die personelle Situation nichts. Alles andere als ein Erfolg gegen den Tabellen-15. wäre eine Enttäuschung. "Wir müssen unserer Erwartungshaltung als Bayer Leverkusen gerecht werden. Ich bin davon überzeugt, dass bei uns noch mehr geht, auch mehr Bereitschaft", sagte der Coach. Vor allem in punkto Leidenschaft und Motivation, sich in das Spielsystem einzubringen und Bälle zu erobern, "haben wir zuletzt etwas nachgelassen", sagte Schmidt. "Wir haben schon auf anderem Niveau agiert, und dort müssen wir schleunigst wieder hin, sonst verlieren wir unsere Stärke."

"Gegen Rom stimmte das Verhältnis"

Mit drei Tagen Abstand zum 4:4 gegen Rom und den Erfahrungswerten aus den Partien gegen Hamburg, Augsburg und Darmstadt legte er den Finger in die Wunde. "Wir leiden als Mannschaft darunter, dass wir unsere Angriffe nicht zu Ende bringen und unsere Chancen nicht verwerten. Gegen Rom stimmte das Verhältnis."

Dieses gelte es nun auf die Bundesliga zu übertragen. Kein Team hat in der Champions League mehr Tore erzielt als Bayer 04 (neun), in der Bundesliga aber gehören die Leverkusener im Moment zu den schlechtesten Mannschaft bei der Verwertung von Großchancen. "Das müssen wir schleunigst ändern. Wir müssen sehen, dass wir Tore schießen und Spiele gewinnen, damit wir in der Bundesliga vorwärts kommen", forderte Schmidt.

Die Offensivleistung gegen Rom stimmt ihn positiv, dass es mit dem Toreschießen bereits gegen Stuttgart besser klappt. Grund zur Hoffnung gibt auch der Mexikaner Chicharito, der gleich zwei Treffer erzielte - und auch sonst "sehr präsent war". Der Stürmer war am Dienstag ein belebendes Element – die Hoffnung ist groß, dass sein Knoten nun auch in der Liga platzt.

Quelle: RP
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