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Bayer Leverkusen
Das Falkenauge wacht jetzt in der BayArena

Bayer Leverkusen: Das Falkenauge wacht jetzt in der BayArena
Der Techniker und seine Kamera: Wolfgang Seßmann schaut auf eine "Hawk Eye"-Kamera, die über den Presseplätzen in der BayArena montiert wurde. Insgesamt gibt es zwölf "Hawk Eye"-Kameras plus zwei Torlinienkameras. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Die neue "Hawk Eye"-Technologie soll dafür sorgen, dass in der kommenden Bundesliga-Saison Tore zweifelsfrei erkannt werden. Von Patrick Scherer

Vor drei Jahrzehnten waren es mal ein paar Dutzend Helfer, die an Fußball-Bundesliga-Spieltagen den reibungslosen Ablauf garantierten. Diese Zeiten sind längst vorbei. Hunderte Angestellte haken mittlerweile Punkt für Punkt einen perfekt ausgearbeiteten Zeitplan zur Orchestrierung eines Spieltages in der BayArena ab. Und in der kommenden Saison kommen drei weitere Herren dazu: Sie reisen in einem von insgesamt neun Autos der Firma Sports Lab an und werden bereits am Tag vor dem Bundesliga-Spiel auf dem Medienparkplatz ihre Geräte aufbauen. Die Herren überprüfen und steuern das "Hawk Eye", die neue Technologie, die dafür sorgen soll, dass innerhalb von Sekundenbruchteilen zweifelsfrei festgestellt wird, ob der Ball hinter der Torlinie war oder eben nicht.

Die 18 Bundesliga-Klubs hatten im vergangenen Jahr beschlossen, dieses System einzuführen. Die Kosten pro Verein liegen bei etwa 140 000 Euro pro Saison. Bei Bayer 04 hat Wolfgang Seßmann eng mit der vom Fußball-Weltverband Fifa beauftragten Firma Sports Lab zusammengearbeitet. Seßmann, für das strategische Gebäudemanagement der BayArena verantwortlich, hat genau über die Schulter geschaut, als eine Ballschussmaschine 300 Bälle auf eine Mauer kurz hinter der Torlinie abgefeuert hat. "Mit einer Genauigkeit von unter einem Zentimeter durften zwei Schuss falsch sein", erklärt Seßmann. Am Ende hatte die BayArena ihren Test bestanden und gilt nun als "abgenommen".

Am ersten Spieltag gegen die TSG Hoffenheim (15./16. August) sitzen also die Sports Lab-Herren während der 90 Minuten in ihrem ausgerüsteten Auto neben der BayArena und haben die Kameras im Auge. Für beide Tore gibt es je sechs Kameras zur Feststellung, ob es ein Treffer war oder nicht - plus eine Kamera, die exakt auf Höhe der Torlinie positioniert ist, und dem Fernsehpartner der Bundesliga das entsprechende Bild liefert. "In der BayArena war es für die Techniker einfacher, die Kameras zu installieren als andernorts, da sie nicht unter dem Dach angebracht werden mussten, sondern auf der Brüstung", erklärt Seßmann. Die Daten aller Kameras werden per Glasfaserkabel an das Auto weitergeleitet und werden dort von einer Software analysiert. Dann wird die exakte 3D-Position des Balles berechnet.

Nicht nur die TV-Zuschauer werden dann in den Genuss einer Animation kommen: Sobald sich der Ball näher als 30 Zentimeter zur Torlinie bewegt, wird automatisch ein Replay erstellt. Dieses zeigt die Szene in einer Super-Slowmotion-Wiederholung. Und die liegt den Fernsehanstalten innerhalb weniger Sekunden vor und kann ausgestrahlt werden. Die Zuschauer im Stadion bekommen ebenfalls eine Wiederholung auf der Stadionleinwand zu sehen.

Quelle: RP
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