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Bayer Leverkusen
Derby-Fieber ist für Schmidt Normalzustand

Fotos: Kölner schleichen nach Derby-Demütigung vom Platz
Fotos: Kölner schleichen nach Derby-Demütigung vom Platz FOTO: afp, agz
Leverkusen. Geht es nach Leverkusens Trainer, hat sein Team eine Extra-Motivation für das heutige Derby gegen den 1. FC Köln nicht nötig. "Wir haben in den letzten Spielen eine solch starke Mentalität gezeigt. Mehr geht nicht", sagt der 48-Jährige, der den Hinspiel-Streit mit Kollege Peter Stöger als erledigt betrachtet. Von Stefanie Sandmeier

Roger Schmidt wählte seine Worte diesmal mit Bedacht. Noch einmal so einen Satz wie nach dem Hinspiel gegen Köln kam ihm gestern nicht über die Lippen. Leverkusens Trainer hatte nach dem klaren 5:1-Erfolg nach Ansicht vieler etwas zu abfällig die sehr defensive Spielweise des Gegners bemängelt. "So könnte ich nicht Fußball spielen. Dann wäre ich kein Trainer", waren Schmidts Worte, die schnell als Kritik an seinem Kölner Kollegen Peter Stöger gewertet wurden.

Der 48-Jährige war gestern noch einmal um Klarstellung bemüht. "Da habe ich mich falsch ausgedrückt", versicherte Schmidt. "Das wurde mir damals ja auch von den FC-Verantwortlichen mitgeteilt. Ich habe mich wiederholt bemüht, das klarzustellen."

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Ein klärendes Gespräch unter Männern lehnten beide seitdem aber ab. Vielmehr zeigten sich die Trainer bemüht, diesem Zwist vor dem heutigen 56. Bundesliga-Derby (15.30 Uhr, Müngersdorf) möglichst wenig Bedeutung zu schenken. "Ich brauche keinen Friedensgipfel", hatte Stöger zwischenzeitlich ausrichten lassen. "Er ist ein Trainerkollege wie andere auch. Mir wird die Sache zu hoch gehängt."

Der Österreicher wird sicher registriert haben, dass Schmidt im Vorfeld dieses Duells viele freundliche Worte für sein Team fand. Leverkusens Coach sollte erklären, wie er die Saison der Kölner bisher beurteile. "Bemerkenswert", war seine Antwort. "Der FC war in der gesamten Saison nie so richtig in Abstiegsgefahr. Das Team hat eine stabile und kompakte Saison gespielt."

Schmidt betonte überdies, dass er vor der Arbeit von Peter Stöger sehr wohl Respekt hat. "Aber das habe ich auch bereits nach dem Hinspiel gesagt. Das ging nach dem ersten Satz nur leider etwas unter", sagte er mit einem Lächeln.

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Die gute Laune, die in Leverkusen nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Erfolgsserie von sieben Siegen in Folge herrscht, soll auch nach dem rheinischen Duell Bestand haben. "Meine Mannschaft genießt diese erfolgreiche Phase. Sie ist mit Spaß dabei. Ihr gelingt es aber trotzdem, rechtzeitig in den Wettkampfmodus umzuschalten", erklärte Schmidt. Geht es nach Leverkusens Trainer, hat sein Team eine Extra-Motivation für das Derby auch deshalb nicht nötig. "Wir haben in den letzten Spielen eine solch starke Mentalität auf dem Platz gezeigt. Mehr können wir nicht bringen", sagte der 48-Jährige. "Man denkt ja, dass solche Duelle noch einmal Extra-Kräfte freimachen. Aber das geht bei uns eigentlich nicht."

Vielmehr habe seine Mannschaft zuletzt einige "besondere Spiele" bestritten, entgegnete Schmidt. Sei es in der Champions League oder jüngst im DFB-Pokal gegen Bayern München. "Deshalb war es nicht so, dass dieses Derby gegen Köln zuletzt über allem schwebte."

Für Bayer 04 geht es in erster Linie darum, im Fernduell mit Borussia Mönchengladbach den direkten Champions-League-Platz drei zu behaupten.

Bis auf Gonzalo Castro kann der Coach seine besten Spieler aufbieten. Stürmen wird Stefan Kießling, der unbedingt weiter treffen soll. "Stefan hat mir erzählt, dass er bisher in jeder Saison bei Bayer 04 zweistellig getroffen hat. Ich will nicht der erste Trainer sein, bei dem das nicht so ist", betonte Schmidt schmunzelnd.

Zwei Tore fehlen ihm noch zum versöhnlichen Saisonende.

Quelle: RP
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