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Bayer Leverkusen
Die spannende Zukunft des Bayer-Kaders

Leverkusen. Mit Roger Schmidts Rückkehr auf die Trainerbank muss sich auch der sportliche Erfolg wieder einstellen, um die Saisonziele in der Liga noch zu erreichen. Sollten die internationalen Plätze verpasst werden, droht der Abschied von Leistungsträgern. Von Stefanie Sandmeier

Karim Bellarabi bemühte sich, nach dem umkämpften 3:3 von Augsburg Zuversicht auszustrahlen. Der Nationalspieler weiß: "Wir stehen in der Tabelle zwar nicht dort wo wir stehen wollen", sagte der Nationalspieler, "aber der Punkt in Augsburg wird uns sicher einen Motivationsschub geben."

Seine Worte klangen verhalten optimistisch. Die jüngsten Ereignisse haben auch die Spieler vorsichtig werden lassen. Von der Champions League spricht bei Bayer 04 längst niemand mehr.

Nach drei Niederlagen und einem Unentschieden aus den letzten vier Spielen geht es im Moment erst einmal darum, den Schaden zu begrenzen und die Minimalziele nicht zu verfehlen. Für die Liga heißt das, zumindest die Europa League zu sichern. Dazu müsste sich die Werkself aber von Platz acht verbessern, der dem Verein als Momentaufnahme auch im Zuge seiner Personalplanungen nicht gefallen kann. Was will man potenziellen Neuzugängen sagen, bei denen man bereits das Interesse des Klubs hinterlegt hat?

Aufgrund der Saisonentwicklung dürfte sich Leverkusens Verhandlungsposition entsprechend verschlechtert haben. Dieser Umstand - so er sich denn nicht verbessert - könnte auch zum Problem werden, wenn es darum geht, die eigenen Leistungsträger wie etwa Chicharito vom Bleiben zu überzeugen. Der Mexikaner könnte trotz aller Wohlfühlbekenntnisse schnell die Lust an Bayer 04 verlieren, sollte das Team in der kommenden Spielzeit nicht auf europäischer Bühne vertreten sein. An den Profis geht die sportliche Misere freilich auch nicht spurlos vorbei. Dass mancher ins Grübeln kommt und das große Ganze hinterfragt, noch dazu wenn andere Klubs ihr Interesse bekunden, ist so überraschend nicht. Es dauert nicht mehr lange, bis wieder tageweise Wechselgerüchte die Runde machen. Und es braucht wenig Phantasie, dass zwangsläufig Namen wie Ömer Toprak, Karim Bellarabi, Hakan Calhanoglu oder Torhüter Bernd Leno dabei sein werden.

Warum? Sie alle haben zwar Verträge, aber eben auch den Anspruch, international zu spielen. Die Gefahr, ab Sommer nicht dabei zu sein, lässt zahlungskräftige Klubs aufhorchen, die dann womöglich mit der Champions League und dem nötigen Kleingeld locken. Bernd Leno beispielsweise, der den Sprung in die A-Nationalmannschaft schaffen will, wird es wichtig sein, sich auf Top-Niveau beweisen zu können. Der Keeper besitzt eine Ausstiegsklausel, die ihm einen Wechsel im Sommer erlaubt. Diese ist an eine Ablösesumme von 18 Millionen Euro geknüpft.

Die Werkself läuft Gefahr, wichtige Spieler zu verlieren und wird im Falle des Falls gute Argumente brauchen. Auch bei denen, die unzufrieden sind und unter Roger Schmidt mittelfristig für sich keine Perspektive sehen oder vom Trainer bekommen. Mit solchen Gedankenspielen beschäftigt sich öffentlich freilich noch niemand, zumal Bayers sportliche Führungsriege stets betont, niemanden abgeben zu wollen. Die nächsten Spiele werden aber zeigen, wohin für dieses Team die Reise führt.

Die Tabellenplätze, die eine Teilnahme an der Königsklasse sichern, scheinen bereits weit entfernt - weniger aus Punktesicht, denn mit einer Erfolgsserie wäre im Saisonendspurt noch alles möglich. Vielmehr erweckt die Mannschaft in ihrer aktuellen Verfassung nicht den Eindruck, als würde ihr das noch gelingen. Bisher schaffte sie es in der Bundesliga nicht, drei Spiele in Folge zu gewinnen - obwohl sie das Potenzial dafür zweifelsohne besitzt. Roger Schmidt muss nach dem Wirbel um seine Sperre nun zeigen, dass er die richtigen Maßnahmen einleiten kann, um die Mannschaft zurück in die Spur zu bringen.

Am Donnerstag in der Europa League sitzt er wieder auf der Bank - am Sonntag gegen Hamburg dann erstmals auch wieder in der Liga. Hakan Calhanoglu ist froh, dass der Trainer zurückkommt: "Er ist unser Motivator. Aber auch die verletzten Spieler müssen schnell fit werden, damit wir aus der Krise rauskommen."

Quelle: RP
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