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Bayer Leverkusen
Dragovic - Bayers Investition in die Zukunft

Das ist Javier Hernandez "Chicharito"
Das ist Javier Hernandez "Chicharito" FOTO: KSMedianet / Bayer04
Leverkusen. Nach langen und mitunter schwierigen Verhandlungen ist Aleksandar Dragovic schließlich doch bei Bayer 04 gelandet. Am Dienstag traf der Österreicher in Leverkusen ein. Müde, aber glücklich nach langer Ungewissheit, wohin ihn die Reise in diesem Sommer führt. Von Stefanie B.-Sandmeier und Jim Decker

Aleksandar Dragovic lamentiert nicht lange herum. "Ich bin froh, dass es noch geklappt hat", sagt der 25-Jährige und meint seinen Abgang aus Kiew. Als "gefühlte drei Jahre" habe er die zähen Verhandlungen empfunden. Doch der Präsident von Dragovics Ex-Klub ließ seinen Innenverteidiger zunächst nicht gehen. "Jeder, der sich mal mit Kiew beschäftigt hat weiß, dass unser Präsident in Verhandlungen sehr, sehr schwierig ist", berichtet der Österreicher.

Dass der Wechsel aus der Ukraine nach Deutschland doch noch gelang, schreibt er vor allem dem Verhandlungsgeschick der Leverkusener Verantwortlichen zu. "Es ist toll, dass Bayer so um mich gekämpft hat", lobt der Abwehrmann, aber die monatelange Hängepartie sei schwierig gewesen. "Ich wusste nicht, wo ich am Ende des Tages lande", beschreibt Dragovic seine Gefühlslage. "Die letzten Wochen waren nicht einfach. Ich habe 100 Prozent für Kiew gegeben und hatte Leverkusen im Kopf."

Fotos: Stefan Kießling – Franke, Torschützenkönig, verhinderter Nationalspieler FOTO: dpa, hei fux

Andere Klubs seien nicht als Wechselziel in Frage gekommen. "Ich wollte unbedingt nach Leverkusen." Jetzt sei er froh, bei seinem Wunschverein unter Vertrag zu stehen. "Alles ist viel größer als in der Ukraine. Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen", sagt Dragovic. Es klingt nicht nach einer einstudierten Phrase. Der Nationalspieler scheint erleichtert darüber zu sein, Kiew hinter sich gelassen zu haben.

Geschätzte 18 Millionen Euro ließ sich der Bundesligist den Transfer kosten. Kein Wunder, denn der Abwehrspieler gilt als hochkarätige Alternative zum Stamm-Gespann in der Innenverteidigung mit Jonathan Tah und Ömer Toprak. Und als Investition in die Zukunft. Denn Toprak, der schon in diesem Sommer gerne zu Borussia Dortmund gewechselt wäre, darf für eine festgeschriebene Ablöse im nächsten Jahr sicher gehen. Auf Dragovic wartet also - wenn man so will - ein Jahr zum Einspielen.

Porträt: Das ist Lars Bender FOTO: AFP

Das Vertrauen in den neuen Mann unterstrichen Rudi Völler und Jonas Boldt damit, dass sie die beiden anderen Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos und André Ramalho verliehen. Dragovic, teuerster Fußball-Profi Österreichs, schwärmt nach seiner Ankunft von der "sehr jungen Mannschaft". Die Entwicklungsfähigkeit des Kaders imponiere ihm. Zudem der Offensivfußball, den Trainer Roger Schmidt spielen lässt.

Auch menschlich könnte es passen. Mit Torhüter Ramazan Özcan und Sechser Julian Baumgartlinger sind zwei weitere Österreicher in Leverkusen. "Ich war der glücklichste Mensch, als ich mit beiden in die Kabine gekommen bin", schwärmt "Drago". Man kennt sich aus der Nationalelf. Schon dort habe er von den Kollegen nur Positives über Bayer 04 gehört.

Drei Jahre lang spielte Dragovic in Kiew, absolvierte 145 Spiele. Zwei Mal gewann Dynamo die Meisterschaft, einmal den Pokal. Trotzdem dämpft er die Erwartungen. "Machen wir uns nichts vor. Die Bundesliga ist weitaus besser als die Ligen, in denen ich bisher gespielt habe." Den nächsten Schritt möchte er nun bei Bayer 04 machen. Leverkusen ist für ihn eine neue Herausforderung. Außerdem habe ihm die unsichere politische Lage in der Ukraine zugesetzt. "Es war sehr schwierig für mich, als der Krieg begonnen hat. Menschlich bin ich in der Zeit unheimlich gereift", sagt der Profi, der 1991 als Sohn serbischer Eltern in Wien geboren wurde.

Morgen steigt Dragovic ins Training ein. Beim Heimspiel am Samstag wird wohl das bewährte Duo Tah/Toprak auflaufen. "Das sind überragende Innenverteidiger", lobt der neue Konkurrent, den die eigene Ablösesumme nicht belaste. "Das ist nur eine Zahl, und die gibt mir nichts." Dragovic weiß: Die Währung im Fußball heißt Leistung.

Quelle: RP
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