| 17.35 Uhr

Bayer Leverkusen
Schmidt nach Spahic-Eklat "schockiert"

Emir Spahić: Ermittlungen wegen Körperverletzung
Eine Kamera des WDR hat Spahics Faustschlag gegen einen Ordner eingefangen. FOTO: Screenshot WDR
Leverkusen. Nach der handfesten Auseinandersetzung zwischen Ordnern von Bayer 04 Leverkusen und einer Gruppe um Abwehrspieler Emir Spahic nach dem Pokalspiel zwischen der Werkself und Bayern München hat der Verein nun Stellung genommen. Von Patrick Scherer

Trainer Roger Schmidt ist nach dem Eklat fassungslos. "Ich bin so schockiert wie wahrscheinlich jeder", sagte Schmidt am Freitag zu der Prügelei im Anschluss an das verlorene DFB-Pokalspiel am Mittwoch gegen Bayern München. Der Bosnier Spahic war in eine handgreifliche Auseinandersetzung mit Ordnungskräften verwickelt. "Das ist für mich schwer nachvollziehbar", ergänzte Schmidt. Nicht nur er sei schockiert, "er selbst ist es auch", sagte der Coach über Spahic.

Auf der Homepage von Bayer 04 äußerten sich die Offiziellen kurz und knapp in vier Punkten ohne dabei konkrete Sanktionen anzusprechen:

  1. Die Polizei Köln/Leverkusen hat ihre Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft Köln übergeben. Dort wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
  2. Bayer 04 Leverkusen wird alle Bemühungen um eine schonungslose und vollständige Aufklärung des Sachverhaltes unterstützen.
  3. Wenn Bayer 04 Leverkusen Ergebnisse dieser Ermittlungen vorliegen, wird der Verein auch interne Sanktionen überprüfen.
  4. Emir Spahic wird sich – auch im Namen seiner Gruppe – bei den betroffenen Ordnern persönlich entschuldigen.

Der Bosnier wollte sich mit seinem Anhang nach den bislang vorliegenden Informationen Zugang von der Westtribüne durch den Innenraum der BayArena zur privaten Loge des Bosniers auf der Osttribüne verschaffen. Dabei kam es zu einer Schlägerei mit dem Sicherheitsdienst BaySecure.

Auf einem im Internet kursierenden Video ist deutlich zu erkennen, dass Spahic selbst mitmischt und als sich die Situation eigentlich schon wieder beruhigt hatte, einem Ordner einen Kopfstoß verpasst. Es liegt eine Strafanzeige gegen Spahic vor.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Dabei wird auch das Video ausgewertet. "Es sind Aufnahmen, die für die richtige Bewertung der Sach- und Rechtslage, von Bedeutung sein werden", sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn. Willuhn erklärte zudem, dass der Strafrahmen bei einer gefährlichen Körperverletzung zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft liege.

Auch der DFB hat Ermittlungen eingeleitet. Nach Angaben von Mediendirektor Ralf Köttker hat Spahic bis Anfang kommender Woche Zeit, Stellung zu den Vorfällen zu nehmen.

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