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Bayer Leverkusen
Im dritten Anlauf zu Sieg und Meistertitel

Leverkusen. Morgen geht es für Bayers B-Junioren im Stadion Rote Erde gegen Borussia Dortmund um die Deutsche Meisterschaft. Es wäre der erste Titel seit 1992. Dass die U 17 der Werkself ein Sprungbrett in das Profigeschäft sein kann, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Von Markus Neukirch

Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei - Bayers U17-Junioren hoffen, dass sich dieses Sprichwort für sie erfüllt. Morgen (13 Uhr) steht zum dritten Mal eine B-Jugend der Werkself im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. 1992 gab es einen 2:1-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern, 2010 eine 0:1-Niederlage nach Verlängerung bei Eintracht Frankfurt.

Kurioserweise ist das Endspiel zugleich der dritte Vergleich in dieser Saison mit dem amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund. In der Liga unterlagen die Leverkusener in beiden Partien mit 0:1 - jeweils durch ein Standard-Gegentor. "Es wäre schön, wenn wir aus Ergebnissicht das wichtigste Duell der Saison für uns entscheiden könnten", wünscht sich Trainer Markus Anfang, der sich auf das Finale freut. "Die Jungs brennen darauf. Die Saison ist bis hierhin schon eine sehr erfolgreiche, die könnte die Mannschaft mit dem Titel krönen."

Unabhängig vom Ergebnis hat die U 17 eine in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Spielzeit in der B-Junioren Bundesliga West hinter sich - vor allem in der Rückrunde mit insgesamt zwölf Siegen aus 13 Partien. Was den Trainern aber noch wichtiger ist: die positive Entwicklung vor allem zur Rückrunde. Das haben die Halbfinal-Partien gegen Wolfsburg gezeigt. In der Saison-Vorbereitung hatte das Team noch deutlich verloren. "Es ist interessant zu sehen, wie wir uns jetzt gegen Dortmund schlagen", fügt Anfang an, der seinen Jungs keinen Druck auferlegt. "Sie sollen Spaß haben und mit Leidenschaft spielen. Der Rest kommt von allein."

Wer es aus dieser Mannschaft mittelfristig in das Profigeschäft schafft, vermag niemand vorherzusagen. Dass Bayers Elf ein Sprungbrett sein kann, zeigt ein Blick zurück. Die Leverkusener Aufstellung im Endspiel vor sechs Jahren hielt eine Menge bekannter Namen bereit. Im Tor stand Niklas Lomb, der nach seinen Ausleihen zum Halleschen FC und Preußen Münster - Stand jetzt - ab dem 1. Juli wieder das Bayerkreuz auf der Brust als zweiter oder dritter Torhüter der Bundesliga-Elf tragen wird. Hinten links verteidigte Leart Paqarada. Er ist eine feste Größe beim Zweitligisten SV Sandhausen. Auf der anderen defensiven Außenbahn spielte Danny da Costa, den Bayer 04 nach vier Jahren beim FC Ingolstadt in der ersten und zweiten Bundesliga wieder zurückholt.

Auf der Bank saß Jonas Meffert, der nach seiner Ausleihe zum Karlsruher SC in den vergangenen zwei Jahren nun beim SC Freiburg Bundesligaluft schnuppern soll. Auch Erik Zenga könnte in der zweiten Liga bei den Sandhausern spielen, viele Verletzungen warfen das "Mittelfeldmonster", wie Ex-Trainer Johann Rieckhof einmal sagte, aber zurück. Kolja Pusch, aktuell bei Jahn Regensburg aktiv, bringt es neben dem einen Europa-League-Spiel für Bayer 04 auf mittlerweile 38 Drittligaspiele und hat den Aufstieg in die Dritte Liga mit einem Tor und einer Vorlage in der Qualifikation entscheidend geprägt. Andre Mandt spielt beim Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, Daniel Jamann beim Mittelrheinligisten Hennef 05, genau wie Athanasios Mentizis beim TV Herkenrath in der fünften Liga aktiv ist.

Luca Dürholtz hat in 36 Spielen (zwei Tore) dazu beigetragen, dass Dynamo Dresden wieder zweitklassig ist, Samed Yesil, der von Bayer zum FC Liverpool wechselte, kickt in der Schweizer Super-League für den FC Luzern. Okan Aydin ist nach einem Türkei-Aufenthalt bei Rot-Weiß Erfurt in der dritten Liga untergekommen, fünf Tore und sieben Assists trugen hier für die Rot-Weißen zum Klassenerhalt bei.

Nick Brisevac kickt nach 94 Regionalligaeinsätzen für Bayer 04 II, den SC Wiedenbrück und Rot-Weiß Oberhausen in der Hamburger Oberliga bei Altona 93, Tim Boss hütete zehnmal das Tor beim Drittligisten Fortuna Köln in der abgelaufenen Saison. Tim Rohde hat den Sprung in den Profifußball nicht geschafft und spielt für den Landesligisten VdS Nievenheim. Björn Schneider hat einen Spielerpass beim BV Neukirchen und trug mit zwölf Toren und sieben Assists zum Aufstieg in die Kreisliga A bei.

Zum Vergleich: Beim damaligen Gegner Eintracht Frankfurt schaffte es nur Sonny Kittel in die Bundesliga, kein weiterer Akteur kickt sonst in den ersten drei deutschen Ligen.

Quelle: RP
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