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Bayer Leverkusen
Drmic muss wieder aus der zweiten Reihe angreifen

Josip Drmic muss wieder aus der zweiten Reihe angreifen
Josip Drmic kam bisher in dieser Saison zu 21 Einsätzen und erzielte dabei sechs Tore für Leverkusen. FOTO: dpa
Leverkusen. Der Stürmer besitzt im Konkurrenzkampf mit Stefan Kießling derzeit die schlechteren Karten. Gegen Köln würde er nur allzu gerne seine persönliche Erfolgs-Geschichte aus dem Hinspiel wiederholen. Von Stefanie Sandmeier

Josip Drmic lächelt. Fragen nach dem 5:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln in der BayArena beantwortet er gerne. Das war sein Spiel - vielleicht sogar sein bestes, seit er für Bayer Leverkusen stürmt. Nach der Pause erst eingewechselt, avancierte der Schweizer Nationalspieler mit zwei Toren und einer Vorlage zu einem der Matchwinner im Derby vor eigenem Publikum.

"Das war sicher eine super Leistung von mir, aber ob es meine beste war, kann ich gar nicht sagen. Ich habe auch andere gute Spiele gemacht, in denen ich nicht getroffen habe", entgegnet Drmic. Mit lediglich sechs Bundesliga-Toren ist seine Trefferquote ohnehin überschaubar. Das nervt den 22-Jährigen selbst am meisten, der mit der Empfehlung von 17 Toren im Trikot des 1. FC Nürnberg und reichlich Vorschusslorbeeren vor dieser Saison mit dem Plan nach Leverkusen kam, auch beim Champions-League-Teilnehmer voll durchzustarten. Doch statt auf dem Platz, fand sich der Angreifer für seine Begriffe viel zu oft nur auf der Bank wieder. "Ich bin Profi, und da will man nun mal immer spielen", sagt Drmic. "Dass ich unzufrieden bin, wenn ich nicht zum Einsatz komme, dürfte jeder nachvollziehen können."

Fotos: Kießling erzielt 4:0 aus klarer Abseitsposition FOTO: ap

Der Schweizer hat in dieser Saison als Reservist auf der Auswechselbank schon so manches Stimmungstief durchlaufen. Er hegte sogar Wechselabsichten. Der Flirt mit dem Hamburger SV im Winter wurde hinlänglich beschrieben.

Das Ende ist bekannt: Bayer 04 ließ den Stürmer nicht gehen, der - anstatt zu schmollen - aber die richtige Reaktion zeigte und mit einer überzeugenden Vorbereitung zum Angriff blies. Roger Schmidt sprach von einer "bemerkenswerten Einstellung" und war überzeugt davon: "Josip wird in der Rückrunde ein ganz anderer Spieler sein."

Einzelkritik: Kießling, Brandt und Papadopoulos die Notenbesten FOTO: dpa, mb jhe

Schmidt hielt Wort, gab Drmic eine weitere Chance, der im Konkurrenzkampf mit Stefan Kießling aktuell aber wieder die schlechteren Karten besitzt. Beim jüngsten 4:0-Erfolg gegen Hannover kam Drmic überhaupt nicht zum Zug. In den beiden Partien davor reichte es nur zu Kurzeinsätzen. Insgesamt stehen 415 Einsatzminuten und drei Tore für ihn in der Rückserie zu Buche.

"Kies" hingegen lieferte zuletzt nicht nur dank guter Leistungen beste Argumente, wieder dauerhaft erste Wahl zu sein. Er untermauerte dies mit vier Toren in den letzten drei Partien. "Stefan hat das super gemacht", sagt Drmic. "So ehrlich muss man sein: Meine Konkurrenz trifft, und es läuft für uns als Mannschaft einfach super. Eine Gewinner-Mannschaft sollte man eigentlich nicht auswechseln."

Fotos: Bayer-Fans solidarisieren sich mit Spahic FOTO: dpa, mb jhe

Das Aber lässt in diesem Zusammenhang jedoch nicht lange auf sich warten. "Wenn ich keine Einsatzminuten bekomme, ist es aber auch schwer, mich zu beweisen."

Dennoch: "Ich gebe weiterhin mein Bestes und hoffe, dass der Trainer mir wieder öfter das Vertrauen schenkt", sagt Drmic. "Wenn ich spielen darf, bin ich da."

Das Köln-Spiel im November zählt für ihn nicht nur sportlich zu seinen bisher besten Momenten im Trikot der Werkself. Mit Köln als Stadt verbindet er eine Menge. Der 22-Jährige lebt in der Domstadt. "Ich habe eine schöne Wohnung am Rhein gefunden, fühle mich wohl. Ich wollte unbedingt in eine Großstadt, wo ich mehr Möglichkeiten habe, Dinge zu unternehmen. Das ist mir wichtig, gerade weil ich meine Familie nicht um mich habe."

In der Rückschau bezeichnet Drmic das 5:1 als ein Spiel, "das mir Selbstvertrauen und Auftrieb gegeben hat. Vielleicht wiederholt sich die Geschichte ja am Samstag in ähnlicher Weise wieder."

Quelle: RP
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