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Bayer Leverkusen
Brandt: "Da kann etwas Großes entstehen"

Julian Brandt: "Da kann etwas Großes entstehen"
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Leverkusen. Trotz des bitteren Pokal-Ausscheidens gegen Bayern München glauben die Leverkusener weiter an die eigene Stärke. Trainer Roger Schmidt lobt die Entwicklung der Mannschaft und ist überzeugt: Sein Team wird irgendwann belohnt. Von Stefanie Sandmeier

Es wäre das traurige Bild gewesen, was die Mehrheit der Stadionbesucher nach dem Aus im DFB-Pokal von den Leverkusenern erwartet hätte. Eine Mannschaft, die nach dem verlorenen Elfmeterschießen am Boden sitzt - und dort nicht nur sinnbildlich verharrt. Niemand hätte es ihr ernsthaft verübeln können nach zwei bitteren Niederlagen in der Champions League und im Pokal. Stattdessen aber verließen die Profis von Bayer 04 erhobenen Hauptes die Arena.

Trotz der 3:5-Niederlage herrschte in beiden Lagern Einigkeit darüber, dass die von Leverkusen mit viel Leidenschaft und hoher Intensität geführte Partie keinen Verlierer verdient gehabt hätte. Dass es mit Bayer 04 schließlich doch eine Mannschaft traf, lag daran, dass Josip Drmic als Einziger an diesem Abend seinen Strafstoß nicht verwandelte.

Guardiola sieht Elfmeterschießen auf Klappstuhl FOTO: Screenshot ARD

Schon nach der obligatorischen Pressekonferenz war den beiden Trainern aber nicht mehr zu entnehmen, wer Gewinner und wer Verlierer war. In den Katakomben der Arena standen Roger Schmidt und Pep Guardiola noch eine Weile zusammen, klopften sich gegenseitig auf die Schultern und hatten sich offenbar einiges zu erzählen. Es ist kein Geheimnis, dass der Bayern-Trainer Schmidt und seine Art Fußball zu spielen schätzt. Insofern machte sich beim Coach der Werkself auch ziemlich schnell ein Stück weit Stolz darüber breit, den großen Bayern zumindest alles abverlangt zu haben. "Es war ein extrem intensives, tolles Fußballspiel, das jederzeit auf Messers Schneide stand. Wenn man dann so verliert, ein zweites Mal im Elfmeterschießen gegen große Teams, dann tut das sehr weh. Wir haben uns gefühlt beide Male auf Augenhöhe bewegt und waren in der Lage unser Spiel durchzudrücken", sagte Schmidt.

Bestätigt wurde der 48-Jährige in seiner Einschätzung von Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer, der von "Hochachtung" sprach über das, was die Leverkusener leisten. "Wir wissen, dass da ein Konkurrent heranwächst." Vor allem in punkto Tempo zeigte die Werkself gegen den Rekordmeister, was möglich ist. Karim Bellarabi oder auch Julian Brandt rauschten mehrfach gefährlich schnell in die Hälfte der Münchner heran. Guardiola sprach hinterher von der "schnellsten Mannschaft der Welt" - wenngleich auch dieses Lob des Meistertrainers nicht wirklich trösten konnte.

Pressestimmen: "Wahnsinn auf der Alm! Bielefeld bebt" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Brandt, der bis zur völligen Erschöpfung den Rasen beackerte und zu den Aktivposten gehörte, verließ zerknirscht die Kabine - im Ärger darüber, nicht eine seiner Chancen genutzt zu haben. "Uns hat in vielen Momenten die Konsequenz in den Aktionen gefehlt", fand Brandt. "Dennoch können wir stolz auf unsere Leistung sein, auch wenn das im Moment nicht hilft."

Der 18-Jährige steht sinnbildlich für das neue Selbstbewusstsein der Bayer-Mannschaft, die im Verlauf der Saison reifer geworden ist. "In den Spielen gegen Wolfsburg und Augsburg sind wir enorm gewachsen", erklärte Brandt. "Im Moment passt alles zusammen. Ich glaube, dass etwas Großes entstehen kann."

Einzelkritik: Nur Drmic fällt ein bisschen ab FOTO: afp, agz

Es bleibt viel Positives hängen. Davon ist auch Roger Schmidt überzeugt. "Wir werden irgendwann für unseren Aufwand belohnt werden. Auch mit Titeln", sagte der Coach. "Wir nehmen eine tolle Entwicklung. Ich bin wirklich begeistert von dem, was die Spieler geleistet haben." Ziel ist Platz drei. Womöglich wird das Duell am 9. Mai bei Borussia Mönchengladbach entscheiden, wer sich direkt für die Champions League qualifiziert. Bange davor ist den Leverkusenern nicht. Es herrscht vielmehr Vorfreude.

Quelle: RP
 
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