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Bayer Leverkusen
Kampl stark, Pohjanpalo drängt sich auf

Bayer Leverkusen: Kampl stark, Pohjanpalo drängt sich auf
Kevin Kampl erzielte den 3:1-Endstand. FOTO: dpa, mb hak
Gegen den AC Florenz gab es einen 3:1-Sieg zum Abschluss des Trainingslagers – und Bayer 04 ist um eine Option in der Offensive reicher. Von Dorian Audersch

Er kam erst in der 68. Minute für Chicharito auf den Platz, doch Joel Pohjanpalo nutzte die Schlussphase des Testspiels gegen den AC Florenz, um auf sich aufmerksam zu machen. Der 21-jährige Finne hatte zwei gute Chancen für einen Treffer – und bereitete das Tor zum 3:1 (1:0)-Endstand durch Kevin Kampl vor. Er wühlte im gegnerischen Strafraum, eroberte einige Bälle, zeigte sich zweikampfstark – und avancierte zu einer Option in Bayers Offensive.

Das ist allerdings auch dem Umstand geschuldet, dass Stefan Kießling nach wie vor nicht schmerzfrei spielen kann. Gegen Florenz blieb dem Stürmer, den die gesamte Vorbereitung chronische Hüft- und Rückenschmerzen plagen, nur die Rolle des Zuschauers. Im Zell am See konnte er nur individuell trainieren. Wann der 32-Jährige wieder auf dem Platz stehen kann, ist unklar. Trainer Roger Schmidt nannte Anfang September als möglichen Zeitraum für ein Comeback.

Pohjanpalo könnte also gerade in der Anfangsphase der Saison mehr Einsatzminuten als gedacht erhalten. In den vergangenen zwei Jahren war der Finne an den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ausgeliehen, wo er in 55 Einsätzen 13 Tore erzielte. Im Trainingslager überzeugte der Stürmer. Der Tenor war, dass der 21-Jährige seit seiner Rückkehr nach Leverkusen einen guten Eindruck hinterlassen habe. Das hat er nun im Test gegen Florenz bestätigt. 

Gegen den italienischen Erstligisten überzeugte Bayer 04 – trotz des Trainingslagers in den Beinen. Die Zuschauer im Alois-Latini-Stadion sahen nicht nur ein schönes Alpenpanorama im Hintergrund, sondern auch gute Spielzüge der Werkself. Einen davon nutze Levin Öztunali zum 1:0 (8.). Die Vorlage kam von Chicharito. Das 2:0 erzielte Admir Mehmedi (61), nach einem Pass von Wendell. Auch der 1:2-Anschlusstreffer (73.) bremste Leverkusen nicht. Kevin Kampl sorgte kurz danach für die Entscheidung (78.).

Was Bayer 04 gegen Florenz über weite Strecken zeigte, war der für Roger Schmidt typische Stil: "Überfallfußball" mit robustem Körpereinsatz und schnellem Umschaltspiel. Viel Tempo, viel Druck. Von Anfang an wurden die Spieler des italienischen Erstligisten bei Ballbesitz meist doppelt attackiert – egal, ob im Mittelfeld oder gar im eigenen Strafraum. Das birgt freilich auch Gefahren. Bei Kontern mussten Bernd Leno und im zweiten Durchgang Ramazan Özcan hellwach sein.

Weitere Gewinner der Partie: André Ramalho, der zweikampfstark auftrat und unter anderem in der 65. Minute in höchster Not auf der Linie rettete. Er schaltete sich auch im Spiel nach vorne ein. Ebenfalls wie aufgedreht wirkte Kevin Kampl, der unermüdlich ackerte und über sein Tor hinaus einige sehenswerte Aktionen hatte. Und dass Admir Mehmedi kurz vor seiner Auswechslung noch einen Treffer erzielte, dürfte dem Schweizer Nationalspieler ebenfalls gut getan haben. 

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