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Bayer Leverkusen
Kein Team sieht öfter Rot als Bayer 04

Alario sieht nach Videobeweis die Rote Karte
Alario sieht nach Videobeweis die Rote Karte FOTO: dpa, mb hak
Leverkusen. Die Mannschaft von Heiko Herrlich hat bislang keines ihrer vier Liga-Spiele in Unterzahl gewonnen. In der Fair-Play-Tabelle rangiert die Werkself weit unten. Von Sebastian Bergmann

Ob es nun fehlende Cleverness, das Temperament, das mit ihm durchbrannte, oder einfach nur ein einmaliger Aussetzer war: Die Rote Karte gegen Lucas Alario nach einer Tätlichkeit an Dominic Maroh sorgte bei der 0:2-Niederlage von Bayer 04 in Köln für allgemeines Kopfschütteln. Dabei war es nicht das erste Mal, dass sich die Werkself in dieser Saison durch einen frühen Platzverweis selbst geschwächt hat. Vor Alario wurden bereits Dominik Kohr, Benjamin Henrichs und Wendell je einmal vorzeitig des Feldes verwiesen.

In der Fair-Play-Tabelle des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB) rangiert die Werkself damit auf dem vorletzten Platz. 44 Gelbe (je einen Punkt), eine Gelb-Rote (drei Punkte) sowie drei Rote Karten (je fünf Punkte) ergeben unter dem Strich 62 Zähler - nur Eintracht Frankfurt, das bislang erst einmal Rot sah, aber auf 68 Gesamtpunkte kommt, steht in dieser Wertung schlechter da als die Werkself. Einzig der VfL Wolfsburg und RB Leipzig haben neben Bayer 04 ebenfalls schon vier Spiele zu zehnt beenden müssen. Spitzenreiter der Fair-Play-Wertung des DFB ist übrigens wie im "normalen" Klassement der FC Bayern München (37 Punkte): Die Mannschaft des ehemaligen Leverkusener Trainers Jupp Heynckes ist bislang ohne Platzverweis ausgekommen.

Auffallend bei den Roten Karten für die Werkself ist, dass - mit Ausnahme der Roten Karte an Henrichs - alle Feldverweise schon vor dem Seitenwechsel ausgesprochen wurden. Dieser Fakt wiegt besonders schwer, da Bayer 04 in Unterzahl offenbar nicht gewinnen kann. Während es gegen Leipzig (2:2) und Dortmund (1:1) immerhin noch zu zwei Punkten reichte, gingen die Duelle mit Schalke und in Köln (je 0:2) klar verloren.

Innenverteidiger Jonathan Tah ärgerte sich über das schwache Auftreten seines Teams beim Derby in Unterzahl und sagte: "Wir hatten jetzt schon öfter die Situation, dass wir zu zehnt waren, aber haben die Partien trotzdem vernünftig zu Ende gespielt." In Köln sahen die Zuschauer jedoch kein echtes Aufbäumen der Leverkusener. Dass es die Werkself zudem abermals verpasste, den dritten aufeinanderfolgenden Sieg zu erringen, ist auch für Tah schwer zu erklären: "Wir dürfen uns von den Rückschlägen nicht negativ beeinflussen lassen. Es sind nur noch wenige Spiele. Die Partie in Köln müssen wir schnell abhaken - auch, wenn es das Derby war."

Für seinen Teamkollegen Benjamin Henrichs, der "auf jeden Fall in die Champions League" möchte, geht es jetzt darum, wieder "mehr Biss" zu zeigen. "Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen", erklärte der Außenverteidiger. Zeit, um das verlorene Lokalduell aufzuarbeiten, bleibt dem Herrlich-Team nun bis Samstag, 31. März: Dann kommt der FC Augsburg in die BayArena.

Info Die Werkself testet morgen im Jugendleistungszentrum am Kurtekotten gegen den Zweitligisten VfL Bochum. Anpfiff ist um 15 Uhr, der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
 
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