| 08.10 Uhr

Bayer Leverkusen
Kampl mahnt: Nach Wembley ist vor Darmstadt

Torschütze Kampl muss verletzt raus
Torschütze Kampl muss verletzt raus FOTO: rtr, tj
London. Nein, Kevin Kampl wollte keine Hilfe. Er wollte nicht gestützt werden. Wenn es ein Sinnbild brauchte für dieses 1:0 von Wembley, dann war es der Mittelfeldmann von Bayer 04. Der wurde nicht nur wegen seines Tores zum Helden des Abends. Von Stefanie Sandmeier

Er stand an traditionsreicher Stätte auch für den Einsatz und die Leidenschaft, mit der Bayer im vierten Anlauf den ersten Sieg der laufenden Champions-League-Saison erspielte. Mit letzter Kraft hatte er sich in die Fankurve geschleppt, wo er den Moment genoss und zwischen den vielen Armen und Fotoapparaten zu verschwinden drohte.

Mit bandagiertem Fuß kam er kurz vor Mitternacht Richtung Ausgang gehumpelt. Den Schlusspfiff hatte er wegen eines Tritts auf seinen rechten Fuß nicht mehr auf dem Rasen miterlebt. "Es tut höllisch weh", entgegnete der 26-Jährige, der mit seinem Treffer in der 65. Minute das Tor zum Achtelfinale weit aufmachte. "Aber das ist jetzt egal. Allein schon vor so einer Kulisse zu spielen und dann noch das Tor zu erzielen, mit dem wir den ersten Sieg einfahren - das ist unglaublich", schwärmte er.

Tatsächlich wirkte der erste Auswärtserfolg in der Königsklasse seit zwei Jahren nach schwierigen Wochen wie Balsam für die zuletzt geschundene Seele der Werkself. Mit sechs Punkten hat sie es als Tabellenzweiter selbst in der Hand, im internationalen Wettbewerb zu überwintern. Das Pokal-Aus in Lotte und die Tatsache, in Liga und Champions League auf der Stelle zu treten, setzten Team und Trainer zu. Dass man in Wolfsburg und nun London zwei Siege folgen ließ, wertete nicht nur Kampl als Erleichterung. "Das war für uns alle eine schwere Zeit", sagte er. "Da fällt eine Last ab. Wie wir uns aus der Krise befreit haben, das schaffen nicht viele Mannschaften."

Der Slowene hob die Charakterleistung des Teams heraus, dank der man sich einmal mehr aus dem Schlamassel zog und Trainer Roger Schmidt in prekärer Lage nicht hängen ließ. Mit einem Sieg im Heimspiel morgen wäre es eine "perfekte Woche" (Rudi Völler). Wie der Sportdirektor verband auch Kampl mit seiner Freude zugleich die Warnung, dass nach dem Erlebnis von Wembley schnell die Umstellung auf den Liga-Alltag gelingen muss.

Dann heißt der Gegner Darmstadt 98. Mit einem Sieg "wären wir mit 16 Punkten wieder einigermaßen in der Spur", sagte Kampl, der mit einer schweren Prellung davon kam. Sein Einsatz gegen Darmstadt scheint ebenso ausgeschlossen wie ein Comeback im slowenischen Nationalteam. "Morgen muss Wembley vergessen sein. Wir dürfen jetzt nicht denken, dass alles perfekt ist."

Quelle: RP
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