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Bayer Leverkusen
Gräfe: "Die Leverkusener können zu Recht sauer sein"

Manuel Gräfe: "Bayer 04 Leverkusen kann zu Recht sauer sein"
Manuel Gräfe gab sich nach dem Spiel selbstkritisch. FOTO: dpa, pst fdt
Wolfsburg. Schiedsrichter Manuel Gräfe hat sich nach seinem Auftritt im Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg gegen Bayer Leverkusen (2:1) bei den Gästen entschuldigt. Gräfe hatte das 1:0 der Gastgeber trotz einer klaren Abseitsposition anerkannt. Später verweigerte er den Gastgebern einen Elfmeter.

"Es gibt schöne Tage als Schiedsrichter und es gibt solche Tage", sagte Gräfe. Es war mein Fehler und das tut mir sehr leid. Die Leverkusener können zu Recht sauer sein." Wir haben die wichtigesten Aussagen des Referees zusammengefasst.

Gräfe über das Bendtner-Tor: "Ich war mir einfach hundertprozentig sicher, dass der Leverkusener Spieler Kampl den Ball gespielt hat. Mein Assistent war sich dagegen nicht so sicher, weil ihm ein Spieler im Weg stand. Er sah nur, dass der Spieler im Abseits stand, aber nicht ganz genau, von wem der Ball gespielt wurde. Er dachte, dass es Abseits war, aber weil ich so überzeugt war, hat er die Fahne wieder runtergenommen. Es war mein Fehler und das tut mir sehr leid. Die Leverkusener können zu Recht sauer sein."

Fotos: Bendtner trifft nach klarer Abseitsstellung von Vieirinha FOTO: afp, tob/iw

Gräfe über Fehler und Fairplay: "Ich habe leider von den Spielern keine Hilfestellung bekommen, das kann ich aber auch nicht erwarten. Ich habe Kampl und Schürrle befragt, sie waren sich aber auch nicht sicher. Es war aber auch nicht so, dass die Spieler sofort zu mir kamen und sagten: 'Der Ball kam nicht vom eigenen Mann', sondern eher: 'Wir waren irritiert, dadurch dass die Fahne hochging.' Spieler machen Fehler, Trainer und Manager machen Fehler und Schiedsrichter eben auch. Man sollte nur fair und vernünftig miteinander umgehen."

Gräfe über technische Hilfmittel: "Ich habe in der Halbzeit die Bilder gesehen, bei den ersten zwei Perspektiven habe ich noch gedacht: 'Ok', und dann kam die Hintertorkamera ... – aber ich stehe nun mal leider nicht hinter dem Tor. Da hab ich dann gesehen, dass er ihm den Ball genau durch die Beine spielt. Der Videobeweis hätte in dieser Szene geholfen. In vielen anderen Szenen stochert man weiter im Nebel. Aber klar: Im TV hat man 16 Perspektiven, ich habe nur eine."

Fotos: Gräfe gibt Elfmeter nach Leno-Foul nicht FOTO: dpa, pst fdt

Gräfe über den vermeintlichen Elfmeter: "Ich muss jede Szene einzeln bewerten. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Für mich gehen beide in hohem Tempo auf den Ball, Leno zieht noch ein bisschen zurück, sicherlich kommt es zum kleinen Kontakt, aber der Ball geht fast schon ins Aus und da versuchen Spieler oft auch noch einmal, Sachen zu forcieren. Das hat mir nicht ausgereicht, um Elfmeter zu pfeifen – trotz Kontakt. Wenn man die Fernsehbilder sieht, kann man sicher sagen: 'Den kann man geben', aber das war im Spiel für mich nicht zu sehen."

Gräfe über Völler und Schmidt: "Ich muss die Leverkusener loben. Trotz der Fehlentscheidung konnte man mit Rudi Völler (Bayers Sportdirektor, Anmerkung der Redaktion) und Schmidt (Bayers Trainer) in der Halbzeit in Ruhe sprechen. Ich habe beiden geschildert, wie ich die Szene wahrgenommen habe. Sie haben mir dann gesagt, dass sie schon TV-Bilder gesehen haben und es anders war. Es war mein Fehler, aber ich habe darum gebeten, dass man vernünftig miteinander kommuniziert und nicht solche Sätze sagt wie: 'Jeder im Stadion hat das gesehen, nur die vier auf dem Platz nicht.' Ich bitte nur um ein faires Miteinander. Das habe ich auch eingefordert von Schmidt."

Gräfe über die "Sky"-Experten: "Manchmal  finde ich Aussagen, gerade von Leuten, die selber mal gespielt haben, ein bisschen überdenkenswert. Nach dem Motto: 'Das muss man doch aus 40 Metern sehen' oder 'Wieso sollte der den Ball so nach hinten spielen?'"

(can)
 
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