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Bayer Leverkusen
Neues Spiel, alte Probleme

Einzelkritik: Defensive überzeugt nicht
Einzelkritik: Defensive überzeugt nicht FOTO: dpa, gki
Leverkusen. Beim 1:1 gegen Schalke 04 hadern die Leverkusener wieder einmal mit ihrer Chancenverwertung und flüchten sich in Floskeln. Von Simon Janssen

Bevor Rudi Völler nach dem 1:1-Unentschieden gegen Schalke 04 den Weg zu den Mikrofonen suchte, machte der Sportdirektor von Bayer 04 noch einen kleinen Umweg. Zunächst galt es, Jessica Kastrop mit Handschlag und verschmitztem Grinsen zu begrüßen. Jene Sky-Moderatorin, der er nach der 1:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg noch mitleidsvoll den Arm tätschelte, nachdem diese eine kritische Frage bezüglich Trainer Roger Schmidt gestellt hatte.

Ein paar Sekunden nach diesem pikanten Wiedersehen dürfte Völler ein Déjà-vu gehabt haben. Schließlich gleichen sich seine Worte nach den Leverkusener Partien nun bereits seit mehreren Wochen. "Wir machen es eigentlich gut, aber nutzen unsere Hochkaräter nicht. Das ist ein Spiegelbild unserer Saison", sagte der 55-Jährige, nachdem er sich angestrengt mit beiden Händen durchs Gesicht fuhr. Am Ende müsse man aufgrund des Spielverlaufs mit dem Unentschieden zufrieden sein.

Fotos: Leverkusen - Schalke FOTO: dpa, mjh axs

Das obligatorische Lob für die "eigentlich gute Leistung" ist mittlerweile genauso im Leverkusener Jargon verankert wie der Appell, es im nächsten Spiel besser machen zu wollen. Der Anspruch sei zwar ein anderer, als es die Tabelle derzeit ausdrücke, diese spiegele aber auch keinesfalls die gezeigten Leistungen wider, die das Team auf dem Platz zeige. "Natürlich haben wir höhere Ziele. Nun müssen wir vor Weihnachten eine Serie starten, um nicht den Anschluss nach oben zu verlieren", sagte ein enttäuschter Torhüter Bernd Leno. Dem Team könne man bis auf die vergebenen Chancen grundsätzlich wenig vorwerfen.

Wie schon so oft in der Saison rannte Bayer 04 auch gegen Schalke einem Rückstand hinterher. Beim Treffer von Eric Maxim Choupo-Moting sah vor allem Giulio Donati nicht gut aus, der zum wiederholten Mal in dieser Saison das ihm entgegenbrachte Vertrauen nicht zurückzahlen konnte. "Wir mussten wieder einmal mit einer schwierigen Spielgeschichte umgehen", sagte Schmidt, der überraschenderweise nicht viele Kritikpunkte aufzuzählen hatte. Nach einer gewissen Anlaufzeit habe seine Mannschaft sehr viel Druck erzeugt. Das 0:1 habe man dann zu schnell korrigieren wollen, aber die Mannschaft sei schließlich mit Leidenschaft und viel Aufwand zurückgekommen.

Stimmen: Das sagen die Trainer zum 14. Spieltag der Saison 2015/16 FOTO: dpa, fve axs

"Moral" avanciert bei Bayer 04 derzeit zum Wort des Jahres. Es erweist sich immer häufiger als beliebtes Mittel, um die Leistung der Mannschaft, die sich selbst in Bredouille bringt, positiv zu verkaufen. "Dass die Mannschaft gekämpft hat, beweist ihre Moral. Sie ist eine Einheit", lobte Völler.

Karim Bellarabi beschäftigte sich erst gar nicht lange mit dem Vergangenen, sondern richtete den Blick bereits auf die kommenden Aufgaben. "Die nächsten Gegner sind in der Tabelle allesamt in unserer Nähe. Wir müssen uns dementsprechend vorbereiten." Der Offensivmann, der mit der beste Leverkusener war, sparte jedoch nicht mit Selbstkritik: "Vorne fehlen derzeit die berühmten Zentimeter. Wir müssen es besser machen und einen Weg finden." Sport

Fotos: Die Elf des 14. Spieltages der Saison 2015/16 FOTO: afp, agz
Quelle: RP
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