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Diskussionen um den Videobeweis
Schiedsrichter-Frust in der Bundesliga

Fotos: Bendtner trifft nach klarer Abseitsstellung von Vieirinha
Fotos: Bendtner trifft nach klarer Abseitsstellung von Vieirinha FOTO: afp, tob/iw
Frankfurt/Main. Rudi Völler, Markus Weinzierl, Peter Stöger, Harald Strutz, Christian Heidel – viele Offizielle waren am Wochenende stinksauer über die Schiedsrichterleistung. Muss der Videobeweis her?

Rudi Völler sprintete wutentbrannt die Tribünentreppe hinunter und schmiss seinen Kaugummi auf den Boden, Markus Weinzierl stürmte völlig außer sich auf den Rasen und Christian Heidel flüchtete sich in beißende Ironie: Am 11. Spieltag der Fußball-Bundesliga sorgten vermeintliche sowie krasse Fehlentscheidungen der Schiedsrichter erneut für Frust pur. Und wieder einmal wird nach dem Videobeweis gerufen.

 
Fotos: Stöger verliert nach Strobl-Handspiel die Fassung FOTO: Screenshot Sky

"Das ist eine riesengroße Ungerechtigkeit", polterte Völler. Bayer Leverkusens Sportchef meinte den ausgebliebenen Abseitspfiff von Referee Manuel Gräfe (Berlin) vor dem 1:0 des VfL Wolfsburg, das die 1:2-Niederlage der Werkself eingeleitet hatte: "Warum Gräfe dieses Risiko eingeht, seinen Linienrichter zu überstimmen, verstehe ich nicht. Da musst Du dir 100 Prozent sicher sein.".

Fotos: Gräfe gibt Elfmeter nach Leno-Foul nicht FOTO: dpa, pst fdt

Der Assistent an der Linie hatte völlig zu Recht die Fahne gehoben, als nicht Leverkusens Kevin Kampl, sondern Andre Schürrle den Ball zum im Abseits stehenden Vieirinha gespitzelt hatte. Der leitete zu Nicklas Bendtner weiter – Tor für Wolfsburg. "Ich nehme das auf meine Kappe. Das war ein Wahrnehmungsfehler. Die Leverkusener können zu Recht sauer sein", sagte Gräfe: "Es gibt schönere Tage als Schiedsrichter - und es gibt solche Tage wie heute."

600 Kilometer entfernt verstand auch Christian Heidel, Manager des FSV Mainz 05, die Welt nicht mehr. "Was soll ich dazu noch sagen?", fragte er bedient: "Ich verstehe nicht ganz, was die Schiedsrichter eigentlich mit dem Headset machen. Läuft da die Hitparade oder unterhalten die sich auch mal, wie man es erwarten würde?" Im Spiel der Mainzer beim FC Augsburg (3:3) hatte Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) einen Handelfmeter gepfiffen, den Augsburgs Paul Verhaegh zum 1:2 verwandelte. Der Mainzer Pablo De Blasis hatte sich in einen Schuss geworfen, dabei aber sogar den Körper abgewendet.

"Ich dachte, mich tritt ein Pferd, als ich das gesehen habe. Menschen können sich schließlich nicht die Arme abnehmen. Oder soll er sich die Schulter brechen?", sagte FSV-Präsident Harald Strutz: "Das ist schon heftig gewesen." Heidel prangerte das gesamte Referee-Team an: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier vier Schiedsrichter ein Handspiel gesehen haben."

Kurioserweise haderten auch die Augsburger mit der Schiedsrichter-Leistung. Weinzierl wollte nämlich Sekunden vor dem entscheidenden 3:3 durch den Mainzer Yoshinori Muto in der dritten Minute der Nachspielzeit ein nicht geahndetes Foul an Markus Feulner gesehen haben. Aber: "Ich mache den Schiedsrichter nicht zum Schuldigen, wir sind schon selbst schuld, dass wir nur einen Punkt geholt haben", sagte der Augsburg-Trainer.

Was Augsburg und Mainz einte: Beide haderten nicht zum ersten Mal mit einer harten Entscheidung gegen sich. "Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison", sagte Heidel, während sich FCA-Manager Stefan Reuter erneut deutlich für einen Videobeweis aussprach. "Das sagen wir schon immer."

Ein zweiter Blick auf eine strittige Szene hätte wohl auch in Köln geholfen, als Tobias Strobl von 1899 Hoffenheim den Ball nach einem Kopfball von Kölns Anthony Modeste mit der Hand gespielt hatte. "Mehr Hand geht nicht. Aus 50 Metern habe ich es gesehen. Hand wird in Köln etwas anders bewertet, ist o.k. so. Darauf werden wir uns einstellen und bald auch etwas mehr mit der Hand spielen", sagte FC-Trainer Peter Stöger bei Sky. Die Pfeife von Günter Perl (Pullach) blieb aber stumm, beide Vereine trennten sich 0:0.

(sid)
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