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Bayer Leverkusen
Schmidt schult Yurchenko zum "Sechser" um

Stuttgart - Leverkusen
Stuttgart - Leverkusen FOTO: dpa, hpl
Leverkusen. Der 22-Jährige hat sich gegen Stuttgart ins Rampenlicht gespielt - allerdings nicht auf seiner Stammposition. Von J. Decker und S. Sandmeier

Drei Mal wechselte Bayer Leverkusens Trainer Roger Schmidt Vladlen Yurchenko in dieser Saison ein - und drei Mal spielte der 22-Jährige nicht länger als zehn Minuten. Beim 4:3 in der Hinrunde gegen Stuttgart und bei der Aufholjagd zum 3:3 zuletzt in Augsburg war der Ukrainer an der Schlussoffensive beteiligt. Lediglich beim 3:1-Sieg in Frankfurt kam Yurchenko nur, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Zwischen Frankfurt und Augsburg war er jedoch zwölf Spieltage lang außen vor. Das Startelf-Debüt in Stuttgart war also wie ein Wurf ins kalte Wasser.

Ein Sieg, eine ansprechende Leistung sowie Lob vom Trainer stehen nun zu Buche: "Er hat sich nahtlos in die Mannschaft eingefügt", sagt Schmidt. "Dass er zuletzt weniger gespielt hat, hatte seine Gründe. Er war noch nicht so weit. Da muss er eine gewisse Geduld haben." Geduld dürfte mittlerweile eine Stärke Yurchenkos sein. In der vergangenen Saison durfte er schließlich nur drei Mal ran. Bereits jetzt kommt der Mittelfeldspieler auf fast doppelt so viele Spielminuten. "Bisher hatte immer etwas gefehlt", begründet Schmidt die langsame Integration in das Team. Der Ukrainer müsse alle Facetten bedienen und "sich taktisch richtig verhalten, in Zweikämpfe gehen und die Dynamik des Spiels mitgehen."

All das deutete Yurchenko gegen Stuttgart an - allerdings auf der Position des Sechsers im defensiven Mittelfeld. Dabei gilt er eigentlich als klassischer Zehner oder Flügelspieler. Schmidt schult den Osteuropäer um: "Auf der Sechs spielt er seit der Wintervorbereitung. Ich finde, dass ihm das sehr entgegenkommt. Er ist ein Spieler mit sehr guter Technik und einer gewissen Ruhe am Ball", meint Schmidt. Klar ist aber auch, dass Yurchenko nur aufgrund der Verletzungsmisere in die Mannschaft rutschte. Für genesene Stammspieler wie Lars Bender und Charles Aranguiz, die gestern schon munter im Training mitmischten, oder auch Kevin Kampl sowie Hakan Calhanoglu wird er weichen müssen.

Roger Schmidt weiß um die Bedeutung der Spielpraxis: "Es wird Zeit, dass er zum Spielen kommt", betont der Coach. Ob das dauerhaft in Leverkusen der Fall sein wird, ist ungewiss. Yurchenkos Vertrag läuft zum Saisonende aus. "Dann muss man bewerten, was das Beste für ihn ist - und das heißt, die Wahrscheinlichkeit zu spielen für die neue Saison zu bewerten." Angesichts der starken Konkurrenz dürfte die Aussicht gering sein - zumindest, wenn man davon ausgeht, dass Leverkusen die Verletzungsserie in den Griff bekommt. Stehen die Zeichen auf Trennung? "Das müssen wir sehen. Hoffentlich kommt noch eine neue Situation, in der er sich beweisen kann", sagt Schmidt.

Info Das letzte öffentliche Training von Bayer 04 vor Ostern ist heute um 11 Uhr.

Quelle: RP
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