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Bayer Leverkusen
Stammplatz rechts draußen?

Leverkusen. Im Kader von Bayer 04 - für seine Qualität in der Breite gelobt - gibt es derzeit Profis, die von verlässlicher Einsatzzeit ein Stück entfernt sind. Von Stefanie B.-Sandmeier

Die Transferpolitik und die Zusammensetzung des Bayer-Kaders wurde bereits ausführlich diskutiert. Der weitgehend einhellige Tenor: Eine in der Breite derart hochwertig bestückte Mannschaft wie die aktuelle gab es unterm Bayer-Kreuz selten zuvor. Jede Position ist auf dem Papier mehrfach besetzt - noch dazu mit einigen Spielern, die gleich mehrere Positionen ausfüllen können.

In den bisher drei Bundesligapartien, dem Pokalspiel und dem Auftaktduell in der Champions League hat Trainer Roger Schmidt sein Personal durchaus rotieren lassen. Insgesamt 18 verschiedene Profis kamen in den fünf Pflichtspielen zum Einsatz, mehr als 20 verschiedene standen in den jeweiligen Kadern. Darüber hinaus allerdings gibt es auch Profis, denen im Moment zumindest eine wirkliche Perspektive in Leverkusen fehlt. Jedenfalls wenn es um die Gewissheit geht, wann sie zu Spielpraxis kommen sollen.

Roberto Hilbert ist einer von ihnen. Der Rechtsverteidiger durchlebte unter Schmidt bisher Höhen und Tiefen. In dessen erstem Trainer-Jahr galt der 31-Jährige im Winter bereits als sicherer Wechselkandidat. Er kämpfte sich aber mit entsprechenden Leistungen von seinem zwischenzeitlichen Platz auf der Tribüne zurück aufs Feld und zu einer Vertragsverlängerung. In der vergangenen Saison warf ihn sein enormes Verletzungspech dann sportlich weit zurück. Und auch in dieser Spielzeit fristet der erfahrene Hilbert, der seine Blessuren auskuriert hat, bisher nur ein Zuschauer-Dasein. Zweimal, im Pokal gegen Hauenstein und in Mönchengladbach, stand er zumindest im Kader. Zum Einsatz kam er nicht.

Danny da Costa tauchte noch auf keinem Aufstellungsbogen auf. Der 23-Jährige wollte nach seiner Rückkehr aus Bayern in Leverkusen durchstarten. Er war als Konkurrent für die in der Vergangenheit häufiger verletzten Hilbert und Tin Jedvaj vorgesehen. Doch daraus wurde (bislang) nichts. Der Rechtsverteidiger, der sich im Oktober 2014 einen Schienbeinbruch zuzog, musste sich Ende Juli einer Operation unterziehen. Dabei wurde ihm eine damals zur Stabilisierung eingesetzte Metallstange wieder entfernt. Durch den Eingriff verpasste er nahezu die gesamte Vorbereitung.

Den Zeitpunkt habe man bewusst gewählt, hieß es. Bis zu den Englischen Wochen wollte da Costa wieder fit sein. Roger Schmidt bescheinigt beiden Rechtsverteidigern "einen guten Zustand. Beide geben im Training Gas und beide werden in den kommenden Wochen auch gebraucht", fügt der Trainer an, der da Costa wie Hilbert Einsatzchancen in naher Zukunft einräumt.

Auf dem Abstellgleis sieht er die Abwehrspieler jedenfalls ebenso wenig wie Stürmer Robbie Kruse. "Roberto spielt eine Rolle - genau wie Danny da Costa. Robbie Kruse ist auch wieder gesund. Letztendlich mache ich mir über jeden Spieler Gedanken. Es sind teilweise sehr harte Entscheidungen, die ich treffen muss", erklärt der 49-Jährige. "Letztendlich muss ich den Kader so zusammenstellen, dass ich mich für eine erste Elf entscheide und die Bank so besetze, dass ich auf alle Eventualitäten im Spiel reagieren kann. Meistens kann nur ein weiterer Außenverteidiger mit in den Kader kommen. Leider hat es zuletzt Roberto und Danny getroffen, aber das ist nicht in Stein gemeißelt."

Vielleicht ergibt sich für einen von beiden bereits kurzfristig eine Chance, in die Rotation zu gelangen. Zumal Tin Jedvaj bisher nicht überzeugte und Benjamin Henrichs, der rechts wie links spielen kann, im Moment eher als Stellvertreter für den formschwachen Wendell in Frage kommt. Morgen empfängt Bayer 04 den FC Augsburg, am Samstag geht es nach Mainz.

Sobald Stefan Kießling vollends fit ist, wird er ebenfalls Ansprüche auf einen Platz im Kader stellen. Der Aufstieg des Joel Pohjanpalo hat aber auch in der Offensive den Konkurrenzkampf verschärft - was letztlich zeigt, dass die Breite in Bayers Kader tatsächlich stimmt.

Quelle: RP
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