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Bayer Leverkusen
Reinartz – nach 17 Jahren ist Bayer 04 erstmals sein Gegner

Stefan Reinartz erstmals gegen Bayer 04 Leverkusen
Stefan Reinartz im Gespräch mit Eintracht-Trainer Armin Veh. FOTO: dpa, ade nic
Leverkusen. Als Zehnjähriger kam Stefan Reinartz nach Leverkusen. Er durchlief sämtliche Nachwuchs-Teams und verließ die Werkself im Sommer Richtung Frankfurt. Morgen trifft er erstmals als Senior auf seinen Ex-Klub. Von Stefanie Sandmeier

Stefan Reinartz beantwortet die Anfrage mit einer, sagen wir, nicht ganz ernst gemeinten Bitte. "Sie dürfen alles fragen", sagt er lächelnd, "nur nicht, wie es sich anfühlt, gegen seinen Ex-Klub zu spielen." Aus seinen Worten ist herauszuhören, dass ihm wahrscheinlich in den vergangenen Tagen keine Frage häufiger gestellt wurde, als die nach seinem Gemütszustand, wenn er erstmals auf seine ehemaligen Kameraden trifft.

Nachvollziehbar ist sie allerdings - denn Sportlerkarrieren wie die des 26-Jährigen sind im professionellen Fußball seltener geworden und machen sie gerade deshalb so besonders. Reinartz ist - wenn man so will - die personifizierte "treue Seele". Er durchlief sämtliche Jugendteams im Werksklub und war 16 Jahre Teil des Vereins. Einer, der sich stets mit seinem Arbeitgeber identifizierte und dem gelang, wovon viele Jungs träumen.

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Reinartz, in Engelskirchen geboren, kam 1999 als Zehnjähriger zu Bayer 04. Jahr für Jahr näherte er sich ein Stückchen mehr dem Bundesliga-Kader - und nutzte als Leihspieler beim 1. FC Nürnberg seine Chance und schaffte es 2009 zum Profi. Er wurde dort schnell Stammspieler und feierte mit Nürnberg über die Relegation den Bundesliga-Aufstieg. Trainer Jupp Heynckes holte ihn dann nach Leverkusen zurück. In seinen sechs Jahren als Profi absolvierte Reinartz 148 Bundesliga-Einsätze für Bayer 04. Dazu kommen drei Länderspiele in der A-Nationalmannschaft und Einsätze in Champions sowie Europa League.

Treue Bayer-Anhänger trauern dem Abgang von Reinartz nach wie vor hinterher und wünschten sich schon so manches Mal einen wie ihn in der Hinterhand. Reinartz ist auch in Frankfurt nicht der Spieler, der für Offensivspektakel steht, er verkörpert aber mit seiner Erfahrung wichtige Qualitäten, etwa wenn es darum geht, Bälle zu halten oder ein Spiel zu beruhigen. "Ich habe mich immer wohlgefühlt in Leverkusen", wird der 26-Jährige nicht müde, zu betonen. "Und doch finde ich es wichtig, durch eine Veränderung neue Reize zu setzen."

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Seine sportliche Situation trug ihren Teil dazu bei. Reinartz sah sich unter Roger Schmidt plötzlich in der Situation, nicht mehr Stammspieler zu sein. In der zurückliegenden Spielzeit kam er (auch in Folge seiner Augenhöhlenverletzung) nicht über 17 Einsätze hinaus. Bei der Eintracht, "einem Klub mit großer Strahlkraft" hat Reinartz, der sich von vielen seiner Kollegen auch deshalb abhebt, weil er stets seine eigene Sicht auf das Berufsfeld eines Profifußballers pflegt, sein neues sportliches Zuhause gefunden. Die Eingewöhnung verlief schnell. Nach guten Spielen war der Oktober für den defensiven Mittelfeldspieler alles andere als berauschend. Veh verordnete ihm Pausen.

Reinartz, den es auszeichnet, dass er sich und seine Leistung stets realistisch einschätzt, muss sogar damit rechnen, in seinem allerersten Duell mit Bayer 04 seit 17 Jahren beim Anpfiff auf der Bank zu sitzen. Slobodan Medojevic - ebenfalls Sechser - ist derzeit besser in Form, seine Trainingsleistungen, so ließ Trainer Armin Veh durchblicken, sprächen für eine Nominierung.

Reaktionen: "Wann hört das bitte auf!??"

Ob mit oder ohne Reinartz hegt die Eintracht das Ziel, ihre Leistungsschwankungen in den Griff und wieder mehr Konstanz ins eigene Spiel zu bekommen. Nur ein Erfolgserlebnis feierten die Frankfurter, für die in Bastian Oczipka ein weiterer unterm Bayer-Kreuz ausgebildeter Profi spielt, in den letzten acht Bundesliga-Partien. Dazu kam das Pokalaus beim Drittligisten Erzgebirge Aue.

Die Hessen (14 Punkte) hinken wie die Leverkusener mit 17 Zählern den eigenen Ansprüchen in der Liga hinterher. Beide Teams trennen drei Punkte. Auch die Werkself will die Trendwende einleiten. Mit einer Serie bis Weihnachten - die am besten schon mit einem Erfolg bei der Eintracht beginnt.

Quelle: RP
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