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Champions League
Und schon wieder belohnt sich Leverkusen nicht

Einzelkritik: Chicharito stets gefährlich – Calhanoglu mit Problemen
Einzelkritik: Chicharito stets gefährlich – Calhanoglu mit Problemen FOTO: afp, PST
Leverkusen. Bayer Leverkusen dreht gegen Tottenham Hotspur nach der Pause auf, kommt aber auch im dritten Champions-League-Spiel der Saison nicht über ein Unentschieden hinaus. 0:0 heißt es am Ende, wobei die Werkself beste Chancen vergibt. Von Stefanie Sandmeier

Den Gegner vor einem Spiel schon mal vorsorglich mit Lob zu versehen, ist inzwischen gängige Praxis unter den Trainern. Tottenhams Mauricio Pochettino machte dies nach seiner Ankunft in Deutschland nicht anders. Die Art und Weise, wie er über den Fußball der Leverkusener und deren Trainer schwärmte, überraschte indes. "Ich bewundere Roger Schmidt sehr", sagte der Argentinier. "Wie er spielen lässt: aggressiv, laufintensiv und immer nach vorne gerichtet."

Viele Partien habe er sich angesehen - auch schon zu Schmidts Salzburger Zeit. Warum, das wurde im gestrigen Champions-League-Duell seiner "Spurs" gegen die Werkself deutlich. Da trafen zwei Fußballlehrer mit ganz ähnlichen Philosophien aufeinander. Zwei, die sich dem Offensivspiel verschrien haben, die auf Pressing und große Angriffswucht setzen.

Pochettino, dessen Team nach acht Spieltagen das einzige der Premier League ist, das noch nicht verloren hat, versprach den Zuschauern nicht umsonst eine attraktive Begegnung.

Dieses Aufeinandertreffen hatte alles, was ein gutes Fußballspiel ausmacht: Leidenschaft, Tempo, spielerische Klasse. Vor 28.887 Zuschauern in der BayArena fehlten einzig die Tore. Für die Werkself bedeutete das 0:0 in diesem dritten Spiel das dritte Unentschieden. Weil Moskau zu Hause gegen Monaco 1:1 spielte, liegt sie nun auf Platz drei in der Gruppe.

"Wir haben in der Königsklasse jetzt drei gute Spiele gezeigt und uns nicht belohnt. Ich würde lieber mal gewinnen und dafür ein nicht so gutes Spiel hinlegen", sagte Bayer-Kapitän Lars Bender bei Sky.

Kießling erstmals in der Startelf

Roger Schmidt begann gegenüber der 1:2-Niederlage in Bremen mit den neuen Offensivkräften Admir Mehmedi und Stefan Kießling. Für den 32-Jährigen war es nach Hüftproblemen der erste Startelfeinsatz in dieser Saison. Und er untermauerte, welchen Wert er für sein Team hat. Unermüdlich wühlte er im gegnerischen Sechzehner, gewann wichtige Zweikämpfe, war Balleroberer und -verteiler. In der Viererkette sollte Lars Bender als rechter Außenverteidiger helfen, die Defensive zu stabilisieren.

Das erwies sich gegen flinke und kombinationsstarke Engländer als richtige Maßnahme. Der Kapitän hatte wie die Innenverteidigung um Ömer Toprak und Jonathan Tah alle Hände voll zu tun. Je länger die erste Hälfte dauerte, umso mehr bekamen die Gäste Oberwasser, die sich über ihre schnellen Außenspieler dem Leverkusener Tor doch einige Male gefährlich näherten. Besonders im Fokus stand die Rückkehr von Heung-Min Son, den seine ehemaligen Teamkollegen aber zunehmend im Griff hatten. Tottenhams beste Chance in der 39. Minute sorgte für mächtig Verwirrung im Bayer-Strafraum. Erst musste Toprak Allis Schuss von der Strafraumgrenze blocken. Anschließend klatschte ein Kopfball von Janssen an die Latte, den Nachschuss konnte Keeper Bernd Leno schließlich parieren.

Das war der Moment, als das 100. Champions-League-Spiel (inklusive Play-off-Duelle) der Leverkusener, die zugleich seit 30 Jahren international spielen, an Fahrt aufnahm. Nach der Pause wurde auch die Werkself torgefährlicher, erspielte sich reihenweise beste Chancen und drückte dem Spiel ihren Stempel auf.

Chicharito vergab die erste direkt nach Wiederanpfiff. Der Mexikaner jubelte bereits und wähnte seinen Schuss hinter der Linie, der Videobeweis aber belegte, dass dies nicht der Fall war. Anschließend scheiterten Charles Aránguiz per Freistoß und Admir Mehmedi an Spurs-Torhüter Hugo Lloris. Bayer diktierte die zweite Hälfte, konnte mangels Effizienz in der Chancenverwertung aber einmal mehr keinen Profit daraus schlagen.

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