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Bayer Leverkusen
Willkommen im Niemandsland

Schmidt schon wieder auf die Tribüne geschickt
Schmidt schon wieder auf die Tribüne geschickt FOTO: dpa, a hpl
Leverkusen. Acht Spiele, zehn Punkte, Platz elf - Bayer 04 findet sich nach der 0:3-Heimpleite gegen Hoffenheim im Mittelfeld der Tabelle wieder. Das Zwischenhoch mit den Siegen gegen Mainz und Dortmund ist verflogen - und die Bilanz dürftig. Von Dorian Audersch

Die Schlüsselszene des Spiels ist schnell gefunden: Nach nur fünf Spielminuten gerät Bayer 04 in eine Kontersituation. Hoffenheim schaltet schnell um - und Kevin Volland stoppte als letzter Mann den auf Bernd Leno zustürmenden Kerem Demirbay. Eine Notbremse, für die Schiedsrichter Bastian Dankert die Rote Karte zeigte. "Ich habe die Szene zehnmal gesehen und weiß immer noch nicht, ob er ihn berührt hat", kommentierte Bayers Sportchef Rudi Völler den Platzverweis, der "letztlich spielentscheidend" gewesen sei. Volland, der sich diesen Aussetzer ausgerechnet gegen den Ex-Klub geleistet hatte, entschuldigte sich bei der Mannschaft. Als "extrem bitter" bewertete er die Szene.

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt: Bayer stellte um, konnte die Unterzahlsituation aber nicht kompensieren, und wurde von Hoffenheim demontiert. Demirbay (15.), Sandro Wagner (49.) und Steven Zuber (60.) erzielten die Tore. Die beste Leverkusener Chance vergab Julian Brandt kurz nach dem 0:1. Und dann war da noch Roger Schmidts erneuter Ausraster. Er bedachte den Hoffenheimer Coach Julian Nagelsmann mit einer für die Fernsehmikrofone sowie dem vierten Offiziellen unüberhörbaren Schimpftirade. Dankert sprach den zweiten Platzverweis des Tages aus - gegen Schmidt.

"Das war nicht in Ordnung. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das noch einmal passiert", sagte Bayers Coach mit Blick auf den Eklat, für den er im Februar im Heimspiel gegen Dortmund gesorgt hatte. Er habe sich doch nur darüber aufgeregt, dass sich sein Kollege aufgeregt habe, versuchte Schmidt seine Entgleisung zu verteidigen. Gegen den BVB hatte er für ein Novum in der Bundesligageschichte gesorgt und sich geweigert, nach wiederholtem Meckern dem Innenraumverweis von Schiedsrichter Felix Zwayer Folge zu leisten. Der unterbrach daraufhin die Partie. Da Schmidt von damals noch bis zum 30. Juni 2017 auf Bewährung an der Seitenlinie steht, kann mit einer empfindlichen Strafe für den Coach gerechnet werden - ganz zu schweigen von der Außenwirkung für Schmidt und den Verein (siehe Kommentar).

Die zu erwartende Sperre kommt zur Unzeit. Bayer 04 taumelt erneut durch die Spielzeit, nachdem sich die Mannschaft nach zwei Siegen in der Bundesliga gegen Mainz und Dortmund zu festigen schien. Es folgte ein 1:2 in Bremen. Nun findet man sich nach dem 0:3 plötzlich im Niemandsland der Tabelle wieder und ringt um Erklärungen. Völler gibt Schmidt weiterhin Rückendeckung. "Dass wir zu wenig Punkte haben, ist klar", befand Bayers Sportchef. "In diesem Spiel ist alles gegen uns gelaufen, aber wir dürfen jetzt nicht alles infrage stellen." Die Werkself darf sich im DFB-Pokal morgen beim sicher sehr motivierten Drittligisten Sportfreunde Lotte allerdings keinen weiteren Patzer erlauben, nachdem man in der Bundesliga auf Platz elf abgerutscht ist. Die Werkself wirkt angezählt.

Quelle: RP
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