1. Bundesliga 16/17
| 18.58 Uhr

Indirekte Kritik an Ex-Trainer
Ancelotti befreit Ribéry vom Guardiola-Frust

Porträt: Franck Ribery: Dribbelkünstler und Europas Fußballer des Jahres 2013
Porträt: Franck Ribery: Dribbelkünstler und Europas Fußballer des Jahres 2013 FOTO: dpa, jai
München. Franck Ribéry wirkt seit dem Abschied von Pep Guardiola wie befreit. Unter Trainer Carlo Ancelotti spüre er "endlich wieder Vertrauen", sagt der Bayern-Star.

Ein kurzes Wiedersehen mit Pep Guardiola? Non, Franck Ribéry hatte keine Lust auf ein "Rendezvous" mit dem Ex. Als der ehemalige Trainer von Rekordmeister Bayern München am vergangenen Mittwoch mit Manchester City zum Testspiel in der Allianz Arena antrat, begrüßten sich die beiden noch nicht einmal.

Ribéry weint dem Katalanen keine Träne nach. Erst jetzt, unter Guardiola-Nachfolger Carlo Ancelotti, spüre er "endlich wieder Vertrauen", sagte der Franzose dem "kicker". Ein klarer Seitenhieb in Richtung Guardiola, zu dem Ribéry ein zwar professionelles, aber kühles Verhältnis hatte. "Ich fühle mich frei, voll motiviert", sagte Ribéry weiter. Frei - und befreit vom unnahbaren Chef.

"Fresse Gras für den Trainer"

Dessen Erbe Ancelotti gebe ihm "Vertrauen, Respekt und Nähe" - all das, was er brauche, "um meine Stärken auszuspielen", um "nicht nur 100, sondern 150 Prozent" zu geben. Wenn das so sei, wie unter Jupp Heynckes und Ottmar Hitzfeld oder jetzt bei Ancelotti, "dann fresse ich Gras für den Trainer", sagte Ribéry. Und das tut er schon seit dem ersten Arbeitstag des neues Bayern-Coaches, den er "ein Geschenk für den Verein" nannte.

In den beiden Tests gegen die unterklassigen Gegner SV Lippstadt (4:3) und SpVgg Landshut (3:0) erzielte er je ein Tor, gegen Guardiolas City (1:0) war er bester Mann auf dem Platz. Er zerriss sich vor den Augen des ungeliebten Katalanen förmlich - schon nach zehn Minuten musste er sein zerfetztes Trikot wechseln.

Ancelotti sieht ihn als "fantastischen Spieler. Ich mag seinen Stil, mag es, wie er fokussiert ist. Er hat große Qualität und Erfahrung, kann noch sehr wichtig werden für uns." Ribéry gab das Lob zurück. "Er ist ein großartiger Trainer. Ich brauche Menschen wie ihn", sagte er.

Wohlfühlatmosphäre unter Ancelotti

Und der FC Bayern braucht Ribéry - obwohl der inzwischen auch schon 33 Jahre alt ist. Mit Arjen Robben und Douglas Costa fallen zwei der vier offensiven Außen noch Wochen aus. Auf der USA-Tour, die am Montag begann, fehlt überdies noch EM-Teilnehmer Kingsley Coman. Umso wichtiger ist Ribéry - und die Wohlfühlatmosphäre unter Ancelotti.

Der hatte Ribéry bereits 2009 zum FC Chelsea holen wollen; mit siebenjähriger Verspätung sind beide nun zusammengekommen. Der Italiener habe ihn in München gleich zur Seite genommen und ihm erklärt, wie er mit ihm plane, berichtete Ribéry: "Er weiß, wie man mit Spielern umgeht." Bei Guardiola sah der Franzose da offenbar Defizite. Als in dessen dreijähriger Amtszeit immer wieder Interna publik wurden, vermuteten manche Ribéry als Urheber.

Vorbei. Unter Ancelotti hat für den Klub eine neue Ära begonnen. "Ich bin froh, dass er da ist, denn er ist genau der richtige Trainer für uns", sagte Ribéry: "Mit Ancelotti können wir Großes schaffen."

(sid)
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