1. Bundesliga 17/18
| 21.18 Uhr

0:2 gegen Neapel
Bayern wird bei Heimturnier torlos Letzter

Bayern - Neapel: die Bilder des Spiels
Bayern - Neapel: die Bilder des Spiels FOTO: dpa, geb fdt
München. Die Bayern werden bei ihrem Heimturnier Letzter. Das 0:2 gegen Neapel mit einem Nachwuchsteam ist dabei noch am leichtesten zu verkraften. Vorm Supercup steigt die Nervosität der Bosse – zumal Verletzungspech wie bei James hinzukommt. Robben und Boateng geben Rätsel auf.

Die Einstimmung auf den Supercup ist dem FC Bayern gründlich misslungen. Mit einem total umgekrempelten Nachwuchsteam um die Zugänge Sebastian Rudy und Niklas Süle unterlag der deutsche Fußball-Rekordmeister am Mittwoch gegen den SSC Neapel mit 0:2 (0:1)
und belegte beim Heimturnier um den Audi Cup nur den letzten Platz.

Einen Tag nach dem deprimierenden 0:3 gegen den FC Liverpool verdiente sich das von Nationalspieler Joshua Kimmich als Kapitän angeführte B-Team aber für sein Engagement den Beifall der 66.000 Zuschauer. Die Tore für Neapel im Spiel um Platz drei erzielten Kalidou Koulibaly (14. Minute) und Emanuele Giaccerini (55.). Nach dem Spiel gab es Pfiffe von den Fans.

"Wenn man zweimal nacheinander verliert, haben die Leute das Recht zu pfeifen", sagte der neue Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der eifrig darum bemüht war, die missliche Lage wegzulächeln: "Wir freuen uns auf den Supercup, das ist unser Fokus", sagte er und betonte: "Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass wir da ein gutes Spiel machen werden."

"Wir hatten in den ersten 20 Minuten die ein oder andere Chance. Wenn wir die verwertet hätten, wäre es vielleicht anders augegangen. Insgesamt war es ganz ordentlich", sagte Rudy und Süle fügte in der ARD hinzu: "Man sollte das Ergebnis jetzt nicht zu hoch hängen. Im Supercup müssen wir aber ein anderes Gesicht zeigen."

"Das ist eindeutig zu wenig", sagte Joshua Kimmich nach der zweiten Niederlage in zwei Tagen in der ARD. Mit Blick auf die fünfte Pleite in den vergangenen sechs Testspielen und 14 Gegentore fügte er an: "Das ist eindeutig zu viel, eindeutig zu viele Gegentore."

Ancelotti schickt B-Elf ins Rennen

Trainer Carlo Ancelotti schonte mit Blick auf die Supercup-Kraftprobe mit dem nationalen Rivalen Borussia Dortmund am Samstag praktisch alle Topspieler, die sich tags zuvor beim Testspiel-Flop gegen Jürgen Klopps FC Liverpool in einer beunruhigenden Verfassung präsentiert hatten. Die große Rotation gegen Neapel war mit Blick auf das erste Pflichtspiel der Saison logisch. "Der Supercup wird von uns und dem Trainer sehr wichtig genommen", kündigte Karl-Heinz Rummenigge an.

Der Vorstandsvorsitzende hatte nach den ernüchternden 90 Minuten gegen Liverpool und dem verpassten Finaleinzug gegen Atlético Madrid Klartext gesprochen. "Wir müssen schnell die Kurve kriegen, keine Frage." Fünf von sechs Härtetests gegen internationale Gegner wurden verloren. Und parallel nehmen die Personalsorgen rasant zu.

Zugang James Rodríguez fällt mit einer Muskelverletzung im hinteren rechten Oberschenkel für längere Zeit aus. Der Leihspieler von Real Madrid verpasst den Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen. Thiago erlitt gegen Liverpool eine Bauchmuskelverletzung und fehlt zumindest im Supercup. Rätsel geben zudem Jérôme Boateng und Arjen Robben auf, die beim Turnier komplett pausierten. "Sie sind noch nicht in Topverfassung", begründete Ancelotti das Fehlen des Duos.

Die Bayern-Bosse sind unruhig. "Es sind noch zweieinhalb Wochen bis zum Saisonstart, aber die sind auch schnell vorbei", sagte Rummenigge. Der Trainer dagegen beschwichtigt. Die Vorbereitung war für Ancelotti bislang inklusive der Asienreise höchst problematisch.

"Unser Ziel ist es, am 18. August in bester Verfassung zu sein", sagte der Italiener nach dem ernüchternden Auftritt gegen Liverpool. "Wenn du gegen Bayern 3:0 gewinnst, ist fast alles super", sagte dagegen vergnügt Jürgen Klopp, der Trainer des starken Siegerteams.

"Wir haben es über die gesamte Spielzeit nicht geschafft, als Einheit aufzutreten", urteilte Thomas Müller. Es fehlt beim FC Bayern im Moment ein Grundniveau, eine Balance im Spiel, die Passsicherheit. "Es geht auf und nieder. Aber das Ziel des FC Bayern ist, dass es nicht auf und nieder geht, sondern eine konstante Erfolgsserie gibt", sagte Müller. Klar, noch ist alles Vorgeplänkel. "Es ist nichts Schlimmes passiert, aber wir sind gewarnt", sagte der Weltmeister.

Die Führungskräfte Philipp Lahm und Xabi Alonso fehlen, es klaffen Lücken im Gefüge. Müllers Ausblick auf den nationalen Fußball-Gipfel um den Supercup auswärts in Dortmund fiel jedenfalls eindeutig aus: "Wir haben am Samstag ein Spiel, wo es das erste Mal richtig ums Ergebnis geht." Und um den ersten kleinen Titel der neuen Saison.

(dpa/sid)
 
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