1. Bundesliga 16/17
| 08.41 Uhr

Vorstellung des neuen Trainers
Ancelotti will beim FC Bayern keine Revolution starten

Bilder: Ancelotti leitet erstes Training als Bayern-Coach
Bilder: Ancelotti leitet erstes Training als Bayern-Coach FOTO: dpa, geb nic
München. "Ich bin sehr glücklich und stolz, hier zu sein." Mit diesen Worten auf deutsch hat die Ära Carlo Ancelotti am Montag um 11.04 Uhr beim deutschen Rekordmeister Bayern München mit leichter Verspätung begonnen.

"Ich fühle mich sehr gut, weil ich bei einem der besten Klubs der Welt bin. Mein Freund Guardiola hat in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Wir haben eine fantastische Mannschaft. Wir versuchen, in allen Wettbewerben stark zu sein und zu gewinnen", sagte der 57-Jährige, der einen dunklen Anzug, weißes Hemd und dunkle Krawatte trug, vor rund zwei Dutzend Kameras und 100 Journalisten bei einer kurzen Ansprache. Er sei jedoch nicht beim FC Bayern, "um eine Revolution zu starten".

"Er hat eine großartige Karriere als Trainer hingelegt. Ich freue mich sehr, ihn zum FC Bayern zu holen. Er ist der richtige Trainer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wir werden eine wunderbare, große Partnerschaft haben", meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei der Präsentation in der Allianz Arena.

Blaskapelle empfängt Carlo Ancelotti und seine Frau FOTO: dpa, geb nic

Pep Guardiola, der künftig Manchester City trainiert, hinterließ im Trainerbüro an der Säbener Straße an der Wand eine Botschaft für seinen Nachfolger: "Con tanta stima, un grande in bocca al lupo, Carlo!!" Was soviel bedeutet wie: "Mit großer Wertschätzung: Viel Glück, Carlo!!!" Darunter die Unterschrift Guardiolas.

Der Italiener unterschrieb in München einen Dreijahresvertrag. Bis 2015 war Ancelotti bei Real Madrid tätig gewesen. Er wurde bei den "Königlichen", mit denen er 2014 noch die Champions League gewonnen hatte, nach einer titellosen Saison aber entlassen. Das vergangene Jahr suchte er Abstand zum Fußball-Geschäft und verbrachte die meiste Zeit mit seiner zweiten Ehefrau Mariann Barrena McClay in Vancouver/Kanada.

Der deutsche Rekordmeister wird den Posten des Sportvorstandes nach dem überraschenden Rückzug von Matthias Sammer erst einmal unbesetzt lassen. "Wir werden das bis auf Weiteres so weitermachen, wie wir das in den letzten Monaten schon machen mussten. Wir haben das auf mehrere Schultern verteilt. Wir werden in Ruhe eine Entscheidung treffen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Montag am Rande der Vorstellung des neuen Trainers Ancelotti.

Den Spekulationen, dass der Technische Direktor Michael Reschke den Platz von Sammer im Vorstand einnehmen könnte, erteilte Rummenigge allerdings eine Absage. "Michael Reschke brauchen wir in der Rolle, die er perfekt beherrscht, und das ist das Scouting. Wir wären nicht gut beraten, wenn wir da eine Rotation machen und eine andere Baustelle schaffen würden", betonte der Bayern-Boss. Reschke sei zuletzt immerhin bei den Transfers der Talente Joshua Kimmich, Renato Sanches und Kingsley Coman maßgeblich gewesen.

Bei Sammer nutzte auch das Angebot von Rummenigge nicht, "eine Art Sabbatical einzulegen. Ich habe verstanden, dass sich seine Sichtweise aufs Leben durch diesen kleinen Schlaganfall verändert hat. Er hat uns gesagt, dass es für ihn die beste Option ist, das Kapitel FC Bayern zu beenden", sagte Rummenigge. Es galt "zu berücksichtigen: Der Mensch ist wichtiger als die Interessen des Klubs".

Sammers Vertrag wäre noch bis 2018 gelaufen. Der 48-Jährige war Ende April an einer winzigen Durchblutungsstörung des Gehirns erkrankt und seither kaum noch öffentlich aufgetreten.

(sid)
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