1. Bundesliga 17/18
| 08.21 Uhr

Gerangel um die Plätze
In Bayerns Offensive gibt es vier Plätze – aber acht Kandidaten

James Rodriguez: WM-Torschützenkönig und neuer Bayern-Star
James Rodriguez: WM-Torschützenkönig und neuer Bayern-Star FOTO: rtr, PK/
München. Durch die Verpflichtung von James Rodriguez wird es im ohnehin bestens besetzten Mittelfeld des FC Bayern noch enger. Auf Trainer Carlo Ancelotti wartet die schwierige Aufgabe, die Stars bei Laune zu halten.

Wie Thomas Müller auf die Verpflichtung von James Rodríguez reagiert hat, ist nicht überliefert. Große Freude dürfte der Transfercoup des FC Bayern beim Weltmeister aber nicht ausgelöst haben - zumal die Luft im ohnehin schon bestens besetzten Mittelfeld des deutschen Fußball-Rekordmeisters immer dünner wird.

Müller droht Nebenrolle

Schon in der vergangenen Saison hatte Müller in den wichtigen Spielen oft nur noch eine Nebenrolle eingenommen. Auch Superstar Franck Ribéry war wenig begeistert, dass er in der entscheidenden Saisonphase von Trainer Carlo Ancelotti nicht so eingesetzt wurde, wie er das gerne gehabt hätte. Und jetzt auch noch James!

Noch gibt sich Ancelotti gelassen. "Natürlich gibt es Konkurrenzkampf, aber das ist normal in einem großen Team. Das ist doch der Treibstoff, die Energie, die Motivation für eine Mannschaft", sagte der 58 Jahre alte Italiener bei der Vorstellung des kolumbianischen WM-Stars. Es sei doch "kein Problem, wenn auch mal einer draußen sitzt", fügte er an.

Das sehen die Stars anders. Vor allem in den großen Partien setzt sich niemand gerne auf die Bank. Es wird aber zu einigen Härtefällen kommen, da Ancelotti angekündigt hat, weiter mit zwei Sechsern vor der Abwehr zu spielen. Heißt: In der Offensive bleiben gerade einmal vier Plätze - aber bis zu acht Kandidaten.

Neben James, der laut Ancelotti auf "vielen Positionen einsetzbar ist", Ribéry und Müller sind noch Arjen Robben, Robert Lewandowski, Thiago und Kingsley Coman in der Verlosung. Aber auch Rekordeinkauf Corentin Tolisso kann durchaus offensiv agieren.

Über Renato Sanches spricht keiner mehr

Ansonsten ist der 41,5-Millionen-Euro-Mann eher in der Defensivzentrale neben Arturo Vidal eingeplant. Dort beansprucht aber auch Nationalspieler Sebastian Rudy, der ablösefrei aus Hoffenheim kommt, einen Platz. Über einen Renato Sanches spricht schon keiner mehr. Joshua Kimmich wird als Philipp-Lahm-Nachfolger nach rechts hinten geschoben. Nicht weniger eng wird es in der Innenverteidigung, wo es Jerome Boateng, Javi Martínez, Mats Hummels und Niklas Süle (25 Millionen/Hoffenheim) für zwei Plätze gibt.

Douglas Costa ist wegen des Gerangels schon zu Juventus Turin geflüchtet, der erst verpflichtete U21-Europameister Serge Gnabry steht vor einer Leihe. Es gebe, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, ein "paar Spieler, die überlegen, ob sie genügend Spielminuten bekommen und sich ausleihen lassen". Neben Gnabry, der mit Hoffenheim in Verbindung gebracht wird, gilt Sanches als heißer Kandidat.

Gut möglich, dass die Münchner trotz des Überangebots in ihrem Luxus-Kader auf dem Transfermarkt aber trotzdem noch einmal zuschlagen. Der Markt habe "bis 31. August geöffnet. Wir werden ihn in aller Ruhe beobachten", sagte Rummenigge. Er schließe nichts aus. Zuletzt hatte er schon Müller unter Druck gesetzt. "Er wird eine stärkere Saison hinlegen müssen", betonte der Bayern-Boss.

James kennt so eine Situation aus Madrid bestens. Auch er war zuletzt kaum mehr an Cristiano Ronaldo, Gareth Bale, Karim Benzema oder Isco vorbeigekommen. Deshalb: "Ich werde mich enorm ins Zeug legen. Man muss sich den Platz hier erkämpfen." Frag nach bei Müller.

(sid)
 
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