1. Bundesliga 16/17
| 10.56 Uhr

Von Guardiola abgelehnt, bei Juve gefeiert
Ein besonderes Spiel für Mandzukic und Khedira

Mandzukic und Lewandowski Kopf-an-Kopf
Mandzukic und Lewandowski Kopf-an-Kopf FOTO: ap, FP
München. Für die Juve-Profis Mario Mandzukic und Sami Khedira birgt das Achtelfinal-Rückspiel bei Bayern München Brisanz: Beide haben mit dem Trainer des Rekordmeisters noch eine Rechnung offen. Besonders der Kroate ist heiß auf das Wiedersehen mit Pep Guardiola.

Mandzukic sinnt auf Rache. Der Juve-Stürmer ist vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am heutigen Mittwoch (20.45 Uhr/Live-Ticker) bei seinem Ex-Klub Bayern München besonders heiß. "Er will Bayern weh tun, er hat noch einmal einen ganz anderen Antrieb und Hunger als wir", bestätigte Linksverteidiger Patrice Evra. Mandzukic war in der Saison 2013/14 von Pep Guardiola aussortiert worden – und kann es kaum erwarten, mit Vorjahres-Finalist Juventus Turin die Münchner nach dem 2:2 im Hinspiel aus dem Wettbewerb zu werfen.

Besonders mit seinem ehemaligen Trainer hat der leicht angeschlagene Mandzukic noch eine Rechnung offen: "Der wollte nicht, dass ich Torschützenkönig werde, mit dem würde ich noch nicht einmal einen Kaffee zusammen trinken", sagte der Kroate der "Süddeutschen Zeitung".

Es nagt noch immer an dem Stürmer, dass er nach dem Gewinn des Triples mit Jupp Heynckes unter dessen Nachfolger immer weniger eine Rolle spielte. Der 29-Jährige passte nicht in Guardiolas Spielphilosophie und saß in der Endphase der Bundesligasaison 2013/14 häufig auf der Bank. Mandzukic ärgerte besonders, dass er durch die wenigen Einsätze die Torjägerkanone an Robert Lewandowski, der damals noch für Borussia Dortmund spielte, verlor.

Neben Mandzukic dürfte auch Sami Khedira viel an einem Ausscheiden der Bayern liegen. Der Weltmeister bekam im Sommer 2014 zu spüren, wie es ist, von Guardiola eine Abfuhr zu kassieren. Nach dem Wechsel von Toni Kroos zu Real Madrid hatten die Bayern-Bosse Khedira als möglichen Nachfolger im Blick. Aber Guardiola wollte den 28-Jährigen nicht, holte stattdessen den sechs Jahre älteren Xabi Alonso als Kroos-Nachfolger an die Säbener Straße.

In München abgelehnt, werden Mandzukic und Khedira in Turin inzwischen gefeiert. Der Kroate bewies bereits beim 2:2 im Hinspiel, dass er gegen die Bayern den Unterschied machen kann. "Da hat sein Einsatz deutlich geholfen, das Team wachzurütteln", sagte Verteidiger Andrea Barzagli dem kicker und blickte auf Mittwoch: "Er will sicher einen bleibenden Eindruck hinterlassen." Den Bayern um Kapitän Philipp Lahm bereiten Mandzukics Rachegelüste aber keine Sorgen: "Dass er es gegen seinen Ex-Klub beweisen will, ist doch normal. Da ist man immer einen Tick motivierter", sagte Lahm.

Große Erwartungen liegen auch auf Weltmeister Khedira, der nach seinem Wechsel im vergangenen Sommer zum "Talisman" für Juve wurde. Mit ihm kämpfte sich die alte Dame nach einem schlechten Saisonbeginn bis an die Spitze der Serie A, in der sie seit 19 Spielen ungeschlagen ist. Die Gazzetta dello Sport bezeichnete den Mittelfeldspieler vor dem Hinspiel als "Allegris Trumpf gegen den FC Bayern". Allerdings hatte Khedira dann einen ungewöhnlich schwachen Auftritt. "Er fällt nicht auf", monierte Franz Beckenbauer zur Pause.

Im Achtelfinal-Rückspiel soll sich das entscheidend ändern. Barzagli bezeichnete Khedira als "fundamentalen Spieler in unserem Mittelfeld" und Mandzukic als "großen Antreiber".

Während die Juve-Spieler das Duell gegen den deutschen Rekordmeister kaum erwarten können, spielte Turins Trainer Massimiliano Allegri die Bedeutung herunter: "Diese Partie und die Champions League überhaupt sind eine Besessenheit der Journalisten, für uns hingegen nur ein Traum. Falls es nicht klappt, konzentrieren wir uns eben weiter auf Scudetto und Pokal." Doch damit werden sich Mandzukic und Khedira kaum zufriedengeben.

(sid)
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