1. Bundesliga 16/17
| 11.12 Uhr

Rote Karte beim Comeback in der Champions League
Bitterer Abend für Holger Badstuber

Fotos: Rückkehrer Badstuber mit Rot vom Platz gestellt
Fotos: Rückkehrer Badstuber mit Rot vom Platz gestellt FOTO: dpa, kne jhe
München. Holger Badstuber schaute entsetzt und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Sein zweiter Platzverweis in der Champions League war beim Startelf-Comeback ein ganz bitterer.

Nach einem Laufduell mit Ideye Brown war der nigerianische Stürmer von Olympiakos Piräus nach einer Berührung von Badstuber zu Fall gekommen. Nach dem Schiedsrichterpfiff gab es Rot für den lange verletzten Innenverteidiger des FC Bayern. Schon kurz nach dem Abpfiff verdrückte sich der gefasste Badstuber nach dem 4:0 gegen die Griechen ohne große Kommentare aus der Arena. "Naa", wiegelte er ab und hob entschuldigend die Arme, "schaut's euch selber an, alles gut."

"Ich fand, es war keine Rote Karte – bei aller rot-weißen Bayern-Brille. Wer weiß, wofür das gut war, übertrieben gesagt", orakelte Sportvorstand Matthias Sammer. Klarer sprach es Pep Guardiola an. In den K.o.-Spielen der Champions League könne so eine Aktion den Unterschied ausmachen, warnte der spanische Trainer.

In der Szene habe man deutlich gesehen, dass Badstuber noch nicht richtig fit sei, monierte Sky-Experte Franz Beckenbauer. Laut Matthias Sammer fehlte Badstuber "ein Prozent Timing". Der Sportvorstand nahm den Pechvogel allerdings in Schutz. Brown habe die Karte "geschunden". Badstubers Nebenmann Jerome Boateng meinte: "Er lässt sich fallen, weil er sieht, dass er nicht mehr an den Ball kommt." Deshalb sei es "schade" für Badstuber, betonte Philipp Lahm.

Vier Jahre nach Gelb-Rot im November 2011 gegen den SSC Neapel (3:2) musste Badstuber zum zweiten Mal vorzeitig vom Platz. "Natürlich ist es schade für den Holger, ganz klar", fühlte Kapitän Philipp Lahm mit dem 26-Jährigen, der erst vor zweieinhalb Wochen nach 200 Tagen Verletzungspause zurückgekehrt war. Nun hoffen die Bayern und der leidgeprüfte Nationalspieler auf nur ein Spiel Sperre.

Für die Bayern gerät das abschließende Gruppenspiel am 9. Dezember bei Dinamo Zagreb dagegen bereits zum Schaulaufen. Douglas Costa (8.), Robert Lewandowski (16.) und Thomas Müller (20.) sorgten mit ihren Toren schon vor dem Seitenwechsel für klare Verhältnisse. Kingsley Coman (69.) erhöhte später noch.

Nach dem Platzverweis von Badstuber und dem Treffer zum 4:0 nahmen die Bayern etwas Tempo aus dem Spiel und verlegten sich mehr auf die Kontrolle des Geschehens als auf weitere Ergebnisaufbesserung. Müller und Kimmich hatten noch gute Chancen, vergaben aber mögliche weitere Tore.

"Es ist immer wichtig, dass man Erster wird", sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm im TV-Sender Sky. "Insgesamt können wir sehr zufrieden sein. Es ist gut, schon vor dem letzten Spieltag Gruppenerster zu sein." Die Frage, ob die bemerkenswerten Bayern-Auftritte ein Signal an die Konkurrenz seien, beantwortete Lahm mit: "Keine Ahnung. Für uns ist es wichtig, immer wieder gut Fußball zu spielen."

(can/dpa/sid)
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