1. Bundesliga 17/18
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FC Bayern
Das sind Ancelottis größte Baustellen

FC Bayern München: Das sind die größte Baustellen von Carlo Ancelotti
Carlo Ancelotti beim Trainingsauftakt. FOTO: dpa, geb nic hak
Wolfratshausen . Trainer Carlo Ancelotti steht in seinem zweiten Jahr beim FC Bayern noch mehr unter Druck. Auf den Italiener warten einige Herausforderungen und Probleme.

Carlo Ancelotti weiß, was in dieser Saison beim FC Bayern von ihm erwartet wird: mehr als "nur" ein Titel. Doch Druck kennt der erfahrene Italiener (58) von seinen Stationen in Turin, Mailand, bei Chelsea, vor allem aber bei Real Madrid zur Genüge.

Wie der Kader der Münchner beim erneuten Angriff auf Europas Fußball-Thron aussehen wird, ist noch offen. So oder so: Auf Ancelotti warten in seinem zweiten Jahr beim deutschen Fußball-Rekordmeister erneut viele Herausforderungen und Probleme. Einige Personalien bergen durchaus Zündstoff. Der SID gibt einen Überblick:

Wer ersetzt Philipp Lahm und Xabi Alonso?

Auf dem Spielfeld sind Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger für Lahm und Rekord-Transfer Corentin Tolisso (41,5 Millionen Euro) vor der Abwehr für Alonso eingeplant. Wie sich der Abschied des Spaniers auf die Balance im Bayern-Mittelfeld auswirkt, bleibt abzuwarten. Tolisso pflegt einen anderen Spielstil. Auf Kimmich wartet eine ebenso schwere wie auch undankbare Aufgabe auf der von ihm wenig geliebten Position: Er muss aus dem großen Schatten von Lahm heraustreten.

Wie verändert sich die Hierarchie?

Lahm und Alonso standen ganz oben. Jetzt müssen Spieler wie Thomas Müller, Mats Hummels, Manuel Neuer oder Arjen Robben noch mehr Verantwortung übernehmen.

Wer wird neuer Kapitän?

Das würden "Mannschaft und Klub entscheiden - nicht ich", sagte Ancelotti zuletzt. Kandidaten sind DFB-Kapitän Neuer, Müller und Hummels. Gegen Müller spricht, dass er in der vergangenen Saison nicht mehr unumstrittener Stammspieler war und dies auch in dieser Saison so sein könnte.

Was passiert mit Müller?

Der Weltmeister war in der vergangenen Saison in wichtigen Spielen oft nur Ersatz. Er wolle wieder "eine größere Rolle spielen", sagte er bereits. Doch die Konkurrenz ist groß, egal auf welcher Position. Klar ist für Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge deshalb: "Er wird eine stärkere Saison hinlegen müssen."

Wer könnte für Unruhe sorgen?

Müller? Ist eigentlich nicht der Typ dafür. Dafür Franck Ribéry. Der emotionale Franzose war schon in der vergangenen Saison nicht glücklich über einige Auswechslungen oder Pausen. Da sich der 34-Jährige nach wie vor nicht als Auslaufmodell sieht, droht Ärger. Zumal Kingsley Coman mehr Einsatzzeiten bekommen soll. Gleiches gilt für Weltmeister Jerome Boateng, der etwa im Pokal-Halbfinale gegen Dortmund hinter Hummels und Javi Martínez nur noch die Nummer drei in der Innenverteidigung war. Ein Zustand, den Boateng nicht akzeptiert und intern schon zur Sprache gebracht hat. Seit Wochen wird er immer wieder einmal als Abgang gehandelt. Chelsea soll Interesse haben. Auch Torjäger Robert Lewandowski klagte zuletzt öffentlich über mangelnde Unterstützung im Saisonfinale. Dies ist bei einigen Kollegen angeblich gar nicht gut angekommen.

Wie moderiert Ancelotti den Konkurrenzkampf?

Dies dürfte die größte Herausforderung für den Italiener sein. Wenn alle fit sind, finden sich einige Stars sogar auf der Tribüne wieder. Viel wird davon abhängen, wie Ancelotti diese Situationen bewältigt.

Ist der Kader stark genug?

Ancelotti sieht das im Moment noch gelassen: "Wenn es Möglichkeiten gibt, ist der Verein bereit. Wenn nicht, ist der Kader auch stark." In Tolisso, Niklas Süle, Sebastian Rudy und Serge Gnabry haben die Münchner vier Spieler verpflichtet, der große Kracher fehlt, ist laut Präsident Uli Hoeneß aber auch nicht zwingend notwendig. Trotzdem: Sollte sich die Chance auf eine "Granate" wie Alexis Sánchez doch noch ergeben, werden die Bayern zuschlagen. Offen ist auch noch, was mit Renato Sanches passiert. Der 19 Jahre alte Portugiese enttäuschte bislang. Douglas Costa will eigentlich weg. Es findet sich bisher aber kein Abnehmer, der rund 40 Millionen bezahlen will.

(dpa)
 
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