1. Bundesliga 17/18
| 08.53 Uhr

Bundesliga soll spannender werden
Diese Bayern-Trainer täten der Liga gut

FC Bayern München: Diese Bayern-Trainern würden die Bundesliga spannend machen
Lothar Matthäus könnte die Bundesliga wieder spannend machen - als Bayern-Trainer. FOTO: Imago
München. Der FC Bayern ist der Konkurrenz ein weiteres Mal enteilt und hat sich bereits am 29. Spieltag vorzeitig den 28. Meistertitel gesichert. Die Bundesliga muss spannender werden, und die Münchner könnten mit der Auswahl ihres Coaches dazu beitragen. Von Robert Peters

Jupp Heynckes will nicht mehr. Das wissen die Ober-Bayern beim Fußballclub in München eigentlich seit Herbst. Da gelang es Präsident Uli Hoeneß, seinen Freund bis zum Saisonende als Trainer in den Verein zurückzuholen. Eine öffentliche Charme-Offensive, die Hoeneß und Vereinschef Karl-Heinz Rummenigge fuhren, um den Trainer doch noch zur Verlängerung zu bewegen, lief ins Leere. Thomas Tuchel, den so mancher auf dem Zettel hatte, sagte mit Hinweis auf eine Verpflichtung im Ausland ab. Und langsam wird es eng. Bis Ende des Monats wollen die Bayern einen neuen Coach vorstellen. "Wir wollen einen deutschsprachigen Trainer. So wird es auch sein", sagte Rummenigge.

Wir haben mit einem Augenzwinkern eine Auswahl herausragender Kandidaten zusammengestellt - eine, die vor allem dem Rest der Liga gut täte.

Lothar Matthäus (57) Vor 16 Jahren hat sich Uli Hoeneß schon mal öffentlich mit der beruflichen Zukunft von Lothar Matthäus befasst. "Der wird hier nicht mal Greenkeeper", erklärte der damalige Manager. Einen Platzwart mit fußballerischer Vorbildung benötigt der Meister immer noch nicht. Dafür braucht er nach den trüben Erfahrungen mit dem mundfaulen Italiener Carlo Ancelotti dringend jemanden, dessen Qualitäten im Dauerplauder-Bereich auf Weltklasseniveau liegen. Matthäus würde vor allem die Kommunikation mit den Boulevardzeitungen auf ein Allzeithoch heben. Und er könnte in seiner wöchentlichen Kolumne in der "Sport Bild" der weniger informierten Menschheit seine Taktik erklären. Nebenbei wäre es spannend zu erfahren, was in der Kabine der Bayern alles besprochen wird. Matthäus könnte auf diese Art der DFB-Forderung nach größtmöglicher Transparenz entsprechen.

Winfried Schäfer (68) bringt ein großes Maß an internationaler Erfahrung mit. Er trainierte schon die Nationalmannschaften von Jamaika und Kamerun. Zurzeit coacht er den iranischen Erstligisten Esteghlal Teheran. Außerdem hat er immer noch die Haare schön. Schäfer steht darüber hinaus für Eifelaner Lebensart und eine ziemlich entspannte Einstellung zu Stars. Trotzdem kann er auch am Spielfeldrand den wilden Winnie machen. Derartiger Enthusiasmus fehlt den Bayern seit dem Abgang von Sportvorstand Matthias Sammer. Und weil Hoeneß nicht mehr alles selbst tun will, hätte er einen Trainer, der die Abteilung Attacke gleich mitbefehligt.

Rudi Gutendorf (91) ersann einst den legendären Meidericher Riegel. Noch heute ist er fest überzeugt davon, das erste moderne Training der Neuzeit eingeführt zu haben. Weil ihm der Ruhestand längst zu ruhig ist, bot er vor sechs Jahren dem MSV Duisburg an, wieder als Trainer einzusteigen. Kein Mensch weiß, warum der Klub das großherzige Angebot ausschlug. Immerhin bringt Gutendorf die Erfahrung aus 55 Trainerstationen mit. Und er könnte Bayerns Vertrauen in vergleichsweise routinierte Übungsleiter so zum Ausdruck bringen. Damit das Gesamtkunstwerk perfekt wird, sollte der Klub dem rüstigen Gutendorf die Co-Trainer Erich Ribbeck (80) und Otto Rehhagel (79) zur Seite stellen. Beide haben Bayern-Vergangenheit und wissen, wo die Säbener Straße liegt. Wenn Gutendorf dem Navi nicht traut, können sie ihm den Weg zeigen.

Claus-Dieter Wollitz (52) fand sich schon früher so gut, dass er sich gegen den Spitznamen Pelé nie gewehrt hat. Als Trainer hat er es bis jetzt eher mit Teams am Rande der großen Aufmerksamkeit zu tun gehabt. Über die Ungerechtigkeiten hat er sich ausgiebig beschwert, zuletzt in seinem Beruf als Coach bei Energie Cottbus. Es wird Zeit, dass Pelé (gesprochen Pehle) Wollitz eine Chance im Establishment bekommt. Mit modisch zerrissener Jeans und ausgewaschenem T-Shirt würde er den entscheidenden Schub zur Proletarisierung der Bayern geben. Als Klub des Volks wären die Bayern der natürliche Herausforderer für die mit viel Limonadengeld aufgemotzten Industriekicker aus Leipzig. Fortan wäre jeden zweiten Samstag Klassenkampf in der Arena an der Müllverbrennung von Fröttmaning.

Mario Basler (49) hat schon in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben seinen Sachverstand unter Beweis gestellt. Vor kurzem prägte er noch eine Ära beim hessischen Oberligisten Rot-Weiss Frankfurt. Acht Spiele war er dort Trainer, dann wurde es entweder ihm zu langweilig oder dem Vorstand zu fortschrittlich. Basler wäre der erste Trainer auf Münchner Boden seit Diego Maradona, der den Trainingsplatz so richtig unter Dampf setzt. Anders als Maradona, der als Coach für Argentinien vor dem Freundschaftsspiel gegen Deutschland vor acht Jahren mit einer dicken Zigarre den Torhütern die Bälle um die Ohren schoss, würde sich Basler mit handelsüblichen Zigaretten begnügen, während er den Torhütern die Bälle um die Ohren schießt. Basler hat allerdings einen Nachteil: Mit 49 Jahren ist er eigentlich zu jung.

Werner Lorant (69) verfügt über mindestens so viel Herzensbildung wie Basler und ist alt genug. Außerdem kennt er München aus seiner Zeit als Löwen-Bändiger und weiß so gut wie Ribbeck und Rehhagel, wo die Säbener Straße liegt (nicht so weit vom Löwenstüberl der Sechziger nämlich). Lorant spricht die Sprache der Spieler und ist berühmt für klare Verhältnisse im Umgang. "Die Spieler", sagte er auf die Frage nach Mitspracherecht der Athleten, "die Spieler sollen rennen und das Maul halten." Lorant benötigt keine teure Hotelunterbringung. Die 100 Kilometer vom Campingplatz in Waging, wo sein Wohnwagen steht, kann er bequem pendeln.

Uli Hoeneß (66) Wenn selbst in dieser Liste nun nicht der richtige Name steht, kann Hoeneß es immer noch selbst machen. Das richtige Alter hat er immerhin. Und es wäre mal eine interessante neue Erfahrung. Denn Hoeneß hat bei den Bayern fast alles schon gemacht, der Trainerjob war nicht dabei. Und Greenkeeper kann er ja danach noch werden.

Quelle: RP
 
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