1. Bundesliga 17/18
| 18.13 Uhr

Lehrstunde für den BVB
"Barca und Real können bei Bayern nicht mithalten"

FC Bayern München: Hans-Joachim Watzke lobt Bayern nach Lehrstunde für BVB
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke mit einem skeptischen Blick. FOTO: dpa, bt htf nic
München. Nach der Machtdemonstration im Klassiker gegen ein überfordertes Borussia Dortmund fiebert der FC Bayern dem "Showdown" gegen Real Madrid entgegen. Wenn es nach BVB-Boss Watzke geht, haben die Bayern da nichts zu befürchten.

Robert Lewandowskis Ansage an Real Madrid war eindeutig. "Ich bin hundert Prozent bereit für Mittwoch", sagte der Doppeltorschütze des FC Bayern nach der Machtdemonstration beim 4:1 (2:1) im Bundesliga-Klassiker gegen den zum Sparringspartner degradierten Rivalen Borussia Dortmund. Seine lädierte rechte Schulter schmerze "noch ein bisschen, aber es ist nicht so schlimm, nur eine Prellung". Real kann kommen!

Das gilt allerdings nicht für Mats Hummels. Der Weltmeister musste das Training am Sonntag wegen Problemen am rechten Sprunggelenk abbrechen und fällt aus. "Mittwoch stehe ich definitiv nicht auf dem Platz", sagte der Innenverteidiger der "Bild"-Zeitung.

Der Rest der Mannschaft des Rekordmeisters ist heiß. "Ich spüre große Vorfreude", sagte Kapitän Philipp Lahm mit Blick auf den Kracher gegen Weltfußballer Cristiano Ronaldo, Toni Kroos und Kollegen in der Champions League, "das ist ein Viertelfinale, hört sich aber wie ein Finale an. Ich habe großes Vertrauen in die Mannschaft, wir sind sehr, sehr gut aufgestellt."

FC Bayern für Watzke Favorit in der Champions League

Laut BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sogar besser als alle anderen in Europa. "Bayern München ist für mich der klare Favorit auf die Champions League, da kommen Barcelona und Real nicht mit", sagte er im "Sport1-Doppelpass".

Fotos: Lewandowski geht mit Schulterschmerzen vom Platz FOTO: dpa, shp hak

Vier Tage vor dem "Showdown" (Klubboss Karl-Heinz Rummenigge) mit den Königlichen zeigten die Bayern gegen personell geschwächte und am Ende überforderte Borussen ihre ganze Klasse. Franck Ribéry (4.) und Stürmerstar Lewandowski (10.) stellten die Weichen früh auf Sieg. Schlampereien von Ribéry und Arturo Vidal erlaubten Raphael Guerreiro den Anschlusstreffer (20.). Doch der überragende Arjen Robben (49.) und Lewandowski (68., Foulelfmeter) mit Saisontreffer Nummer 26 machten noch mehr Lust auf Madrid.

"Wir sind bereit", sagte Trainer Carlo Ancelotti, der gegen Real mit den Rückkehrern Manuel Neuer und Thomas Müller plant. Ob Mats Hummels dabei sein kann, ist offen. Der Weltmeister musste das Training am Sonntag wegen Problemen am rechten Sprunggelenk abbrechen.

So oder so: "Wir wissen: Jetzt ist April, jetzt musst du da sein", sagte Robben. Das sind die Ancelotti-Bayern - und wie! In der Königsklasse müssten sie es "genauso" machen wie gegen den BVB, forderte Lewandowski, "und ab der ersten Minute Gas geben".

Dass der Pole helfen kann, sorgte für kollektives Aufatmen. "Wir brauchen ihn am Mittwoch", sagte Robben. Lewandowski hatte zunächst Glück, dass ihn BVB-Verteidiger Marc Bartra bei einem Kung-Fu-Tritt ins Gesicht nicht verletzte (45.). Dann fiel er nach einem Foul von Dortmunds Torhüter Roman Bürki vor dem Elfmeter unglücklich auf die Schulter und musste vorzeitig raus (72.), betonte aber: "Ich wollte kein Risiko eingehen."

Das ist auch die Marschroute für Mittwoch. "Wir müssen diesmal Konter vermeiden", sagte Lahm eingedenk der 0:4-Heimklatsche im Halbfinale 2014. Robben meinte: "Wir dürfen nicht denken, dass es jetzt von alleine geht. Es wird sehr eng, es muss alles klappen. Wir müssen noch einen drauflegen."

Ancelotti küsst Ribéry

Ancelotti knutscht Ribéry ab FOTO: rtr, saw

Ancelotti hat ohnehin die Ruhe weg. Den über seine Auswechslung erbosten Ribéry beruhigte er lässig mit Wangenküsschen, seinen Spielern riet er zu ausgedehnter Bettruhe. "Wir müssen uns auf unser Spiel, auf unsere Strategie konzentrieren. Wenn wir zu viel nachdenken, können wir nicht schlafen - und wir brauchen die nächsten Tage viel Schlaf."

Weitgehend schlaflos dürften die wenigen Stunden bis zum Champions-League-Hit gegen AS Monaco am Dienstag für die angeschlagene Borussia verlaufen. Die höchste Saisonniederlage sei "eine lehrreiche, sehr bittere Erfahrung" gewesen, meinte Trainer Thomas Tuchel. Er kritisierte Shootingstar Ousmane Dembélé für dessen "schreckhaftes Einducken" beim Freistoß von Lewandowski zum 2:0, war ansonsten aber gnädig mit seinem letzten Aufgebot.

Es falle ihm "überhaupt nicht schwer", die Pleite zu akzeptieren, behauptet Tuchel trotzig, der FC Bayern in der aktuellen Verfassung sei als Aufgabe "zu schwer" gewesen.

Und Monaco? Tuchel hatte keine große Lust, über das Viertelfinale zu reden. München bedeute "nix" für Dienstag, sagte er. Julian Weigl, Shinji Kagawa und Lukasz Piszczek kommen dann zurück, weshalb Präsident Reinhard Rauball "eine andere Mannschaft" erwartet. "Ich bin beileibe nicht negativ beeindruckt für das Dienstagspiel", ergänzte er.

(sid)
 
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