1. Bundesliga 17/18
| 14.05 Uhr

Bayern München
James kehrt zurück und verschärft Konkurrenzkampf

FC Bayern München: James Rodriguez feiert Comeback
James Rodriguez spielte unter der Woche in der WM-Qualifikation für Kolumbien. FOTO: afp
München. Mit der Rückkehr von James und Jerome Boateng hat Trainer Carlo Ancelotti in seinem Luxus-Kader noch mehr die Qual der Wahl. Es wird Härtefälle geben – nicht nur Thomas Müller.

Carlo Ancelotti lächelte das Problem kurz weg – die ständigen Diskussionen um Thomas Müller und die vielen Ratschläge von außen, unter anderem von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. "Ich danke allen, die mir Vorschläge machen, aber die brauche ich nicht. Ich weiß, was ich tue, es muss sich keiner Sorgen machen", sagte der 58 Jahre alte Italiener vor dem Bundesligaspiel des FC Bayern am Samstag (18.30 Uhr/Live-Ticker) bei 1899 Hoffenheim.

Doch gleichzeitig hatte der Trainer des Rekordmeisters am Freitag auch eine klare Botschaft für seine Stars mitgebracht. "Ich kann keinem Spieler eine Startelf-Garantie geben – keinem!", betonte Ancelotti – das Schmunzeln in seinem Gesicht war da längst verschwunden.

Ancelotti wird in einem heißen Herbst mit alleine sieben Spielen bis 1. Oktober keine Rücksicht auf Einzelschicksale nehmen. Das machte er noch einmal deutlich. "Wir haben viele wichtige Spieler. Ich kann die Saison nicht mit elf Spielern durchspielen. Es muss Rotation geben", sagte er, und fügte an: "Es werden immer einige Spieler auf der Bank sitzen, einige sogar auf der Tribüne. Aber es steht in meiner Verantwortung." Punkt. Einmischung nicht erwünscht.

In den kommenden Wochen wird das Gerangel bei den Bayern um die begehrten Plätze in der Startelf und sogar im Kader so heftig wie wohl noch nie sein. Mit der Rückkehr von James Rodríguez sowie von David Alaba und Jerome Boateng, die beide ab 16. September wieder spielen sollen, sind Härtefälle programmiert – nicht nur Müller, um dessen Rolle es in den vergangenen Wochen bereits viele Diskussionen gegeben hatte, wird betroffen sein.

Nur Neuer und Lewandowski ohne Kokurrenz

In der Innenverteidigung muss Ancelotti zwischen den vier Hochkarätern Mats Hummels, Boateng, Javí Martinez und Niklas Süle wählen. Im Mittelfeld gibt es sogar neun prominente Kandidaten für nur fünf Plätze. Nur Kapitän Manuel Neuer im Tor und Torjäger Robert Lewandowski ganz vorne sind gesetzt und konkurrenzlos.

"Grundsätzlich gibt es keinen Spieler beim FC Bayern, der eine Stammplatz-Garantie hat. Das steht in keinem Vertrag drin, nicht einmal bei Manuel Neuer. Und er ist das, was ich als absoluten Stammspieler bezeichnen würde", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erst diese Woche.

Auf der Doppelsechs kommen Sebastian Rudy, Rekord-Einkauf Corentin Tolisso, Arturo Vidal und Thiago infrage – aber auch Martinez könnte da spielen. Auf den Außenbahnen stehen Stars wie Arjen Robben, Franck Ribéry, James, Kingsley Coman und Müller im Wettstreit. Um den einen Platz im Offensivzentrum rangeln ebenfalls Müller, James und Thiago. Selbst bei den Außenverteidigern gibt es jeweils zwei Spieler für eine Position: Joshua Kimmich und Rafinha auf rechts, Alaba und Juan Bernat auf links.

"Natürlich gibt es Konkurrenzkampf, aber das ist normal in einem großen Team. Das ist doch der Treibstoff, die Energie, die Motivation für eine Mannschaft", hatte Ancelotti schon bei der Verpflichtung seines Wunschspielers James vor Wochen betont. Es sei doch "kein Problem, wenn auch mal einer draußen sitzt", fügte er an.

Das sehen die Stars aber ganz anders. Vor allem in den großen Partien setzt sich niemand gerne auf die Bank. Dann kann sich der Treibstoff auch schnell entzünden.

(sid)
 
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