1. Bundesliga 17/18
| 14.35 Uhr

FC Bayern stellt neuen Trainer vor
Heynckes bringt die Harmonie zurück nach München

Heynckes leitet wieder das Training beim FC Bayern
Heynckes leitet wieder das Training beim FC Bayern FOTO: dpa, mbk pat
München. Bayern Münchens Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge haben in den letzten Monaten atmosphärische Störungen eingeräumt, kündigten aber bei der Vorstellung von Trainer Jupp Heynckes an, diese künftig auszuräumen.

"Wir werden auch in unserer Zusammenarbeit ein neues Kapitel aufschlagen, das kann dem FC Bayern nur gut tun", sagte Präsident Hoeneß am Montag bei der Vorstellung des neuen, alten Trainer Jupp Heynckes.

"Trotz der schwierigen Situation bin ich zuversichtlich, dass wir die Erfolgsspur wieder aufnehmen", sagte Heynckes zu Beginn seiner Acht-Monats-Mission. Der Rekordmeister brauche nach der Trennung von Chefcoach Carlo Ancelotti jemanden, der die Stimmung verbessere und eine Hierarchie in das Team bringe, betonte der 72-Jährige.

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"Meine Aufgabe ist, wieder Ordnung zu schaffen." Ein Saisonziel gab Heynckes zunächst nicht aus. Er glaubte aber, "dass die Mannschaft Potenzial und Klasse hat und dass sie wieder ein anderes Gesicht zeigen wird".

Vor zwei Dutzend Kamerateams und mehr als 70 Reportern präsentierten die Bayern am Montag in der Allianz Arena ihren alten, neuen Hoffnungsträger als "absoluten Meister im Fußball", wie Vorstandschef Rummenigge lobte. "Wir haben alle das Feuer gespürt, das ihn ihm lodert. Wir sind überzeugt, dass er der ideale Mann ist."

Fotos: Heynckes beim FC Bayern vorgestellt FOTO: ap, FO

Mehr als eine Acht-Monats-Episode soll die Rückkehr des fast schon legendenhaft verehrten Trainers an der Säbener Straße aber nicht sein. Das machte Heynckes, der wegen des Herzenvereins nach langen Überlegungen sogar seine Frau Iris vor einer Knie-Operation und den gemeinsamen Hund Cando am Niederrhein zurückließ, mehrmals deutlich.

"Den Schuh ziehe ich mir an"

Alle Bayern-Trainer in der Bundesliga FOTO: Witters / Uwe Speck

Im Fokus stand bei dem Termin auch das Verhältnis zwischen Hoeneß und Rummenigge. Man habe von außen betrachtet durchaus "zum Entschluss kommen können, dass es Unebenheiten gegeben hat. Das kam in den letzten zehn Jahren immer wieder vor. Jetzt wurde es aber zu sehr in der Öffentlichkeit ausgetragen, den Schuh ziehe ich mir an", räumte Hoeneß ein.

Nach der Entlassung von Trainer Carlo Ancelotti habe er mit Vorstandschef Rummenigge, so Hoeneß weiter, "ein sehr intensives und gutes Gespräch geführt. Die Dinge werden nicht mehr passieren. Was passieren wird, wird dem FC Bayern gut zu Gesicht stehen." Rummenigge sprach ebenfalls von guten und "überfälligen Gesprächen".

Hoeneß und Rummenigge hatten zuletzt öffentlich in ihren Standpunkten immer wieder weit auseinander gelegen. So war es etwa bei einem kritischen Interview von Robert Lewandowski, aber auch bei der Asien-Reise im Juli zu Dissonanzen gekommen.

Neuer Trainer nicht vor Januar

Der FC Bayern will eine Entscheidung über einen langfristigen neuen Trainer erst im kommenden Jahr bekanntgeben. "Ich kann heute schon eins ziemlich klar sagen: Dass wir sicherlich im Jahr 2017 nicht verkünden werden, was zum 1.7.2018 passiert", sagte Rummenigge.

Der 72-Jährige hat als Nachfolger von Ancelotti einen Vertrag bis zum Ende dieser Saison unterschrieben. "Wir werden uns da ausreichend Zeit lassen, intern beraten, befruchten und dann am Ende des Tages auch gemeinsam entscheiden", sagte Rummenigge.

Die Zukunft des bisherigen Interimstrainers Willy Sagnol ist nach dem Amtsantritt von Heynckes indes weiter offen. "Da ist noch keine finale Entscheidung gefallen", sagte Rummenigge. "Wir sind so verblieben, dass wir zeitnah in dieser Woche ein weiteres Gespräch führen werden." Am Freitag habe er Sagnol mitgeteilt, dass der Franzose nicht Teil des Trainerteams von Heynckes sein werde.

Der 40-Jährige hatte das Team des deutschen Rekordmeisters beim 2:2 bei Hertha BSC nach der Trennung der Münchner von Ancelotti betreut. Zuvor war Sagnol Assistent des Italieners gewesen.

(can/sid/dpa)
 
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