1. Bundesliga 16/17
| 11.18 Uhr

FC Bayern fliegt aus der Champions League
Nur Rummenigge fühlt sich vom Schiedsrichter betrogen

Einzelkritik: Müller wird zu tragischen Figur
Einzelkritik: Müller wird zu tragischen Figur FOTO: afp
München . Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat Schiedsrichter Cüneyt Cakir aus der Türkei eine Mitschuld am Halbfinal-Aus des deutschen Rekordmeisters in der Champions League gegeben. Mit seiner Kritik stand er aber so ziemlich alleine da. 

"Wir fühlen uns ein bisschen betrogen", kritisierte Rummenigge nach dem 2:1 gegen Atlético Madrid. Rummenigge behauptete, dass ein Uefa-Delegierter zu ihm nach dem Spiel über den 39-Jährigen gesagt habe: "It's a shame what he did" (Es ist eine Schande, was er getan hat).

Der Bayern-Boss kreidete Cakir das Gegentor durch Antoine Griezmann (54.) an. Dies sei "abseits" gewesen, der Elfmeter gegen die Bayern in der 84. Minute zudem "einen Meter außerhalb des Strafraums". Fernando Torres hatte aber ohnehin verschossen. Cakir, der schon in der vergangenen Woche das Halbfinal-Hinspiel zwischen Manchester City und Real Madrid geleitet hatte, sei wohl "ein bisschen überspielt", meinte Rummenigge.

Torschütze Griezmann war freilich nicht im Abseits, dafür ging dem entscheidenden Treffer ein Fehlpass von Jerome Boateng voraus. "Auf dem Niveau darf man solche Fehler nicht machen", sagte Boateng, der von Beginn an spielte, bei Sky. Auch Xabi Alonso, der mit einem Freistoß die Führung erzielt hatte (31.), und David Alaba konnten nach dem missglückten Zuspiel das Unheil nicht verhindern. "Es fängt mit dem Fehlpass an", sagte Boateng, merkte aber auch an: "Deswegen muss man kein Tor kriegen."

Mit seiner Kritik stand Rummenigge aber so ziemlich alleine da. Die Spieler des FC Bayern übten sich nach dem erneuten Ausscheiden im Halbfinale der Champions League vielmehr in Selbstkritik. Der Schiedsrichter sei "sicher nicht der Hauptgrund" gewesen, sagte Kapitän Philipp Lahm. "Wir brauchen jetzt nicht über den Schiedsrichter sprechen, mit ein bisschen mehr Glück kommen wir weiter", ergänzte Thomas Müller.

"Eine Situation, ein Geschenk, ein Tor", fasste Robert Lewandowski in knappen Worten die entscheidende Szene des Spiels bei Sky zusammen. "Wir müssen uns vorwerfen, die Chancen nicht genutzt zu haben", sagte Boateng. 

Pep Guardiola prophezeit "große Zukunft"

Der erkennbar niedergeschlagene Pep Guardiola sagte dem FC Bayern unterdessen eine "große Zukunft" voraus: "Es war eine Ehre, mit diesen Spielern zu arbeiten. Diese Spieler sind: wow! Ich habe es genossen, ich bin mir sicher, die Zukunft des FC Bayern mit diesen Spielern ist perfekt." Natürlich, ergänzte der scheidende Trainer, "habe ich die Champions League gewinnen wollen", er hoffe nun, sagte er mit Blick auf seinen Nachfolger Carlo Ancelotti, "dass Carlo es schafft."

Neben dem schmerzhaft verfehlten Finaleinzug verpasste der FC Bayern auch einen zweistelligen Millionenbonus. Mindestens 10,5 Millionen Euro an Uefa-Prämie hätte das Endspiel gebracht, bei einem Titelgewinn wären es sogar 15 Millionen Euro gewesen. Aber auch ohne diese üppigen Nachzahlungen können die Münchner eine stolze Summe aus der Champions-League-Saison verbuchen.

93 Millionen Euro als Trostpflaster

Insgesamt hat der FC Bayern 38 Millionen Euro an Prämien eingespielt. Dieser Betrag setzt sich aus zwölf Millionen Antrittsgage, 7,5 Millionen Punktprämien in der Gruppenphase, 5,5 Millionen für den Einzug in die K.o.-Phase, weiteren sechs Millionen fürs Viertel- und sieben fürs Halbfinale zusammen.

Dazu kommen für sechs Heimspiele in dieser Saison in der Champions League geschätzte Ticketeinnahmen von 30 Millionen Euro. Aus dem Marktpool stehen den Bayern weitere rund 25 Millionen Euro zu. Der VfL Wolfsburg, der im Viertelfinale an Real Madrid gescheitert war, hat insgesamt rund 58 Millionen Euro eingenommen.

(old/sid)
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