1. Bundesliga 16/17
| 10.58 Uhr

Remis gegen Juventus
Bayern loben Kimmich trotz Patzern gegen Turin

Einzelkritik: Robben macht den Robben, Vidal den Vidal
Einzelkritik: Robben macht den Robben, Vidal den Vidal FOTO: afp, tlr
Turin/Düsseldorf. 62 Minuten lang war der Auftritt von Joshua Kimmich beeindruckend. Der Aushilfsinnenverteidiger des FC Bayern hielt die gegnerischen Angreifer im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Juventus Turin in Schach, als würde er seit einer Ewigkeit im Abwehrzentrum spielen.

Er wirkte bei seinem gerade einmal sechsten Spiel in der Königsklasse extrem abgezockt, überlupfte in einer Spielszene als letzter Mann frech Turins Star Paul Pogba. München führte souverän mit 2:0.

Dann allerdings konnte Kimmich die Situation nicht klären, verursachte den Anschlusstreffer der Italiener zum 1:2. Beim Ausgleichstor kam er einen Schritt zu spät. Aber böse war ihm im Bayern-Lager trotzdem niemand. Ganz im Gegenteil: "Seine Leistung war perfekt", lobte Trainer Pep Guardiola - der einen Hang zur Übertreibung hat - das 21-jährige Improvisationstalent, das eigentlich im defensiven Mittelfeld des Rekordmeisters zu Hause ist.

Auch Arjen Robben, der zum 2:0 getroffen hatte, baute Kimmich auf: "Ich habe Joshua sofort nach dem Spiel gesagt, dass er seinen Job super macht - und das in seinem Alter, da kann man nur Respekt haben", betonte der Niederländer. Torhüter Manuel Neuer schwang sich in den Katakomben des Juventus-Stadions mit besonderer Leidenschaft zum Anwalt des Kollegen auf, indem er auf für den Youngster mildernde Umstände plädierte. Es sei nicht ein Spieler alleine, der die Schuld für die Gegentore trage, sagte der Schlussmann.

In zwei Situationen zahlte Kimmich Lehrgeld, doch die Teilschuld an den Gegentoren dürfte ihn nicht umwerfen. Bayern-Kapitän Philipp Lahm bescheinigte dem Ersatzmann von Weltmeister Jérome Boateng einen "guten Job". Von 100 Pässen kamen 93 zum eigenen Mann, eine starke Quote. Kimmich gewann 81 Prozent seiner Zweikämpfe. Ebenso beachtlich: die Spieleröffnung des Verteidigers, der wie selbstverständlich lange Pässe zu den Mitspielern schlug. "Wir müssen ihn nicht groß aufbauen", war sich Torwart Neuer sicher. Denn auch Kimmich selbst, der nach der Partie in Turin erst mal sprachlos war, dürfte gemerkt haben: Gut eine Stunde lang war er einer von Bayerns Besten.

(jado/dpa)
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