1. Bundesliga 16/17
| 07.12 Uhr

Ancelotti will Götze nicht mehr
WM-Held zu verkaufen

Ancelotti rät Mario Götze zu Wechsel
München. Das Scheitern Mario Götzes beim Rekordmeister FC Bayern München ist Realität. Dem 23-jährigen Nationalspieler blieb es verwehrt, sich im von Stars gespickten Kader der Münchner durchzusetzen. Von Lukas Kober

Laut der "Süddeutschen Zeitung" soll der neue Trainer Carlo Ancelotti am Mittwochabend Götze zu einem Wechsel geraten haben. Er schiebt damit die Verantwortung von sich, Deutschlands vielleicht größte Fußballhoffnung wieder in die Spur zu bringen. Götzes Mission, ein Gesicht des FC Bayern zu werden, bleibt unerfüllt, stattdessen wird er bald auf einem anderen Mannschaftsfoto zu sehen sein.

Mögliche Interessenten für das Ausnahmetalent lassen sich schnell finden. So könnte sich Götze mit einem Wechsel seinem alten Trainer Jürgen Klopp in Liverpool anschließen. Doch ob der Nationalspieler die damalige Entscheidung, Klopp zu verlassen, revidiert und den gleichen Entwicklungsschritt zurück macht, bleibt abzuwarten. Schwieriger würde dahingegen eine Rückkehr zu seiner "alten Liebe" nach Dortmund. "Käme Götze auf den Markt, würden wir darüber diskutieren", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Sollte es zu einem Wechsel nach Dortmund kommen, müssen sich alle Beteiligten der dominanten Fanszene stellen - eine Herkulesaufgabe. Denn bei Auftritten dort musste Götze sich stets einem gellenden Pfeifkonzert von 81.000 schwarz-gelben Anhängern stellen. Wenigstens am Dienstag, wenn Joachim Löw den vorläufigen Kader für die EM in Frankreich nominiert, wird Götze Sicherheit bekommen. Er gehört zweifellos zum Aufgebot.

Der aus Memmingen stammende Götze verließ 2013 Borussia Dortmund. Auch aufgrund der Aussicht, unter Erfolgstrainer Pep Guardiola einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung zu gehen. Für diesen umstrittenen Wechsel ist Götze seither unter den BVB-Fans ein ungern gesehener Gast. Dabei war er im Spielsystem der Dortmunder einst eine feste Größe. Trainer Jürgen Klopp formte das Ausnahmetalent zu einem Spieler von Weltformat. Zwar kam Götze in seinen drei Jahren beim FC Bayern auf drei Einsätze mehr als in seiner Dortmunder Zeit, doch über die Funktion des Auswechselspielers ging es nicht hinaus. In Spielen von großer Wichtigkeit musste Götze oftmals den Platz auf der Ersatzbank einnehmen. So auch in diesem Jahr: Keine Minute im Achtelfinale gegen Juventus Turin, nur sechs Minuten gegen Benfica Lissabon, und gegen Athletico Madrid durfte sich der 23-Jährige nicht mal warmlaufen. Für den FC Bayern ist es ein weiteres Missverständnis in einer Vereinsgeschichte die nicht arm an Missverständnissen ist. Nur dieses Mal ist es 37 Millionen Euro schwer.

Doch Götze ist nicht der erste Nationalspieler, dessen Karriere nach einem entscheidenden Tor im WM Finale ins Stocken geriet. Helmut Rahn schoss 1954 Deutschland mit einem Doppelpack zum ersten WM-Titel und stieg aus dem "Wunder von Bern" als Held empor. Weniger wundersam war Rahns weiterer Karriereverlauf. Trunkenheit und diversen Disziplinarstrafen geschuldet, spielte er in seinen Vereinen nur noch eine untergeordnete Rolle. Der Tiefpunkt seiner Laufbahn war, als er 1961 aufgrund eines erneuten Alkoholrausches zu vier Wochen Gefängnis verurteilt wurde. Zwar sollte man sich bei Mario Götze in dieser Hinsicht geringere Sorgen machen, doch nachdem nun auch der zweite Welttrainer nicht auf den jungen Deutschen setzt, wird er nicht vor Selbstvertrauen strotzen.

Quelle: RP
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