1. Bundesliga 15/16 Bundesliga
| 08.09 Uhr

Bayern-Sportdirektor mit Rundumschlag
Sammer wittert Verschwörung: "Es wird gezündelt"

FC Bayern München: Matthias Sammer wittert Verschwörung
Gereizt: Matthias Sammer FOTO: dpa, geb lof
München. Bayern München kommt nicht zur Ruhe. Sportvorstand Matthias Sammer wehrte sich am Mittwoch energisch gegen allerlei Geschichten rund um die Münchner und kündigte im Fall Arturo Vidal gar rechtliche Schritte an.

Eigentlich sollte Serdar Tasci vorgestellt werden. Doch der neue Münchner Innenverteidiger fehlte kurioserweise bei seiner Präsentation wegen einer im Training erlittenen Kopfverletzung. So nutzte Matthias Sammer am Mittwoch die Bühne, um in einem Rundumschlag die vielen Gerüchte der letzten Tage um den FC Bayern energisch zurückzuweisen. Dass es bei den Münchnern gehörig "knistert", konnte allerdings auch der Sportvorstand nicht entkräften.

"Bayern München und Ruhe: Das passt ja irgendwo auch nicht. Alles in Harmonie - das können Sie vergessen", sagte Sammer zu den vernehmbaren Spannungen der letzten Tage und Wochen.

Sammer und Vidal weisen Gerüchte zurück

Geschichten um angebliche Alkohol-Eskapaden seines Stars Arturo Vidal gingen dem 48-Jährigen aber dann doch entschieden zu weit. "Das stimmt nicht und ist die Unwahrheit. Wir haben mit Arturo ein absolut enges Verhältnis. Wir haben ihn auch auf diese Themen angesprochen. Er hat gesagt, dass das nicht stimmt. Darauf verlassen wir uns", sagte Sammer und kündigte "rechtliche Schritte" an.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ergänzte wenig später auf der Bayern-Homepage, die Behauptungen seien "ebenso böswillig wie falsch". Auch Vidal (28) meldete sich via Twitter energisch zu Wort: "Das ist absolut falsch. Wir werden gegen diese Zeitung, die diese Lügen verbreitet hat, vorgehen." Die Sport Bild hatte am Mittwoch von Alkohol-Gerüchten um Vidal im Trainingslager des Rekordmeisters in Katar und von dessen unsteten Lebenswandel berichtet.

Es werde im Moment in Bezug auf seinen FC Bayern "gezündelt". Man versuche von außen bewusst "mit allen Mitteln, die Dinge spannend zu machen", sagte Sammer vor dem anstehenden Auswärtsspiel am Samstag (18.30 Uhr/Live-Ticker) bei Bayer Leverkusen. Aber dies werde nicht gelingen: "Sie erreichen nur das Gegenteil, wir rücken noch enger zusammen."

Auch seinem Trainer Pep Guardiola sprang Sammer entschieden zur Seite. Der Spanier werde "für alles verantwortlich gemacht. Das werden wir auch nicht akzeptieren. Das, was da im Moment passiert, ist nicht korrekt". Er bitte "um etwas mehr Respekt. Er hat das verdient, weil er für Bayern München und den deutschen Fußball Unglaubliches geleistet. Es geht zu sehr ins Persönliche".

Tasci trainiert mit den Bayern FOTO: dpa, geb kno

Doch dass es bei den Bayern derzeit an vielen Ecken knirscht, konnte Sammer auch nicht abstreiten. Es sei nicht "alles super", sagte er, Aber es seien "bewusste Reizpunkte, die man braucht". Zuletzt hatte ein "Maulwurf" von schlechter Stimmung und von Problemen in der Kommunikation mit Guardiola gesprochen. Auch von Übergewicht einiger Stars nach der Winterpause war berichtet worden.

Seine Aufgabe sei es nun, so Sammer, "dass man alles in den Dienst der Mannschaft stellt. Wir müssen in Leverkusen noch eine Schippe drauflegen". Immerhin könne der FC Bayern "Geschichte schreiben - und ich rede nicht von der Champions League oder vom Pokal, sondern von der magischen Vier". Dem vierten Titel in Serie.

Ob Last-Minute-Einkauf Serdar Tasci an diesem Vorhaben schon in Leverkusen mitwirken kann, ist offen. Der 28-Jährige, den die Münchner von Spartak Moskau ausgeliehen haben, zog sich am Mittwoch bei seinem ersten Mannschaftstraining bei einem Zusammenprall wohl eine leichte Gehirnerschütterung zu. "Das ist etwas unglücklich", meinte Sammer und sprach von "zwei, drei Tagen Pause".

Der frühere Stuttgarter wurde nach den Verletzungen von Jerome Boateng und Javi Martinez als Backup für die Innenverteidigung verpflichtet. Man habe im Moment 15, 16 Spieler, so Sammer, "dann ist es unkontrollierbar, was passieren kann. Diese Unkontrollierbarkeit wollten wir mit Serdar halbwegs kontrollieren."

Boris Becker besucht den FC Bayern in Katar FOTO: dpa, geb
(areh/sid)
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