1. Bundesliga 16/17
| 12.39 Uhr

Neue Qualität des Rekordmeisters
Rekord-Bayern nach Arbeitssieg: "Emotional wunderschön"

Fotos: FC Schalke 04 - FC Bayern München
Fotos: FC Schalke 04 - FC Bayern München FOTO: afp, bb
Es geht auch mal "dreckig". Bayern München erkennt im Sieg bei Schalke 04 eine neue Qualität.

Nach dem Kampf im Hexenkessel von Schalke strahlte Weltmeister Thomas Müller in den Katakomben der Arena über das ganze Gesicht. "Emotional war das wunderschön", sagte der sichtlich erschöpfte Star von Bayern München nach dem mühsam erarbeiteten 3:1 (1:1) des deutschen Fußball-Rekordmeisters beim leidenschaftlich ackernden FC Schalke 04: "Ein absolut schöner Tag, zwar mit schlechtem Wetter, aber einem schönen Ende."

Im strömenden Regen hatten die Bayern in den 90 Minuten davor alles abrufen müssen, um den Gegner in die Knie zu zwingen. Der Platz war tief und aufgeweicht, die Schalker Fans frenetisch, der Gegner leistete erbitterten Widerstand - und trotzdem reichte es wieder zum Sieg.

In diesem Jahr gibt es bei den Bayern nicht nur Zauberfußball. Nein, es geht jetzt auch "dreckig" und mit den grundlegenden Tugenden wie Emotionen und Härte. Denn "wenn man etwas erreichen will, muss man immer Vollgas geben", betonte Arjen Robben: "Es geht um Kämpfen und Leidenschaft, aber auch um Disziplin und darum, Geduld zu bewahren."

Fotos: Neuer sieht bei Meyer-Tor nicht gut aus FOTO: dpa, mjh lof

Schalke war zwar spielerisch und technisch unterlegen, stand aber mit fünf Abwehrspielern defensiv kompakt, war bissig in den Zweikämpfen und ließ sich auch vom frühen Gegentor durch David Alaba (9.) nicht schocken - Max Meyer (17.) hatte die passende Antwort parat. Danach zog sich wieder Schalke weit zurück, lauerte auf Konter und stellte die Bayern lange Zeit vor große Probleme.

"In letzter Zeit ist die Fünferkette in Mode gekommen. Ich weiß nicht, ob das für den Zuschauer so schön ist, aber die Gegner versuchen halt alles. Das haben wir uns eben auch erarbeitet, sagte Müller, der nach Javi Martinez' Treffer zum 2:1 (69.) noch den Schlusspunkt setzte (90.+2): "Der Bus, den sie versucht haben, vor dem eigenen Sechszehner zu parken. Das rutschige Geläuf und ihre Qualität im Umschaltspiel. Das alles hat uns das Leben schwer gemacht."

Fotos: Die Elf des 13. Spieltages der Saison 2015/16 FOTO: dpa, mb jai

Nach 13 Spieltagen und zwölf Siegen haben die Bayern acht (!) Punkte Vorsprung auf "Verfolger" Borussia Dortmund. 37 Zähler zu diesem Zeitpunkt der Saison bedeuten eine neue Bestmarke, alle 55 Hinrundenspiele unter Trainer Pep Guardiola haben die Rekord-Bayern nicht verloren.

Lob gab es dafür von allen Seiten, auch Spieler und Offizielle der Schalker sprachen ausnahmslos von der "brutalen Qualität" der Bayern. "Die nutzen jeden noch so kleinen Fehler, und leider haben wir ein paar Fehler gemacht", sagte beispielsweise Außenverteidiger Dennis Aogo.

Dennoch sieht Sportvorstand Matthias Sammer noch keinen Grund zur Euphorie. "Wir sollen bescheiden bleiben und Pünktchen für Pünktchen sammeln", sagte er im Aktuellen Sportstudio des ZDF, und Robben führte aus: "Es bleibt ein Kampf bis zum Ende, weil auch Dortmund sehr gut ist. Doch auch weil die Punkte verloren haben, mussten wir zuschlagen. Und das haben wir gemacht." Zur Erinnerung: Am Freitag hatte der BVB beim Hamburger SV überraschend 1:3 (0:2) verloren. "Jetzt haben wir ein gutes Polster, aber mehr auch nicht", sagte Robben.

Schon am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) geht es für die Bayern in der Champions League gegen Olympiakos Piräus weiter. Abschließend wollte einer der Journalisten noch wissen, ob man sich mit einem Erfolg gegen die Griechen schon mal auf ein ruhiges Weihnachtsfest vorbereiten könnte. "Ach, diese Phase, dass wir uns mit Siegen ein paar ruhige Tage verschaffen, die haben wir doch das ganze Jahr", antwortete Müller und lächelte.

(sid)
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