1. Bundesliga 16/17
| 14.06 Uhr

Champions League
FC Bayern nach Ausschreitungen zwischen Stolz und Bestürzung

Fotos: Polizei geht gewaltsam gegen Bayern-Fans vor
Fotos: Polizei geht gewaltsam gegen Bayern-Fans vor FOTO: dpa, av mr
Piräus. Der FC Bayern München hat sich bestürzt über die Krawalle vor dem Champions-League-Auftakt bei Olympiakos Piräus gezeigt. "Die Bilder waren nicht gut", sagte Sportvorstand Matthias Sammer über die Szenen aus dem Karaiskakis-Stadion, die griechische Polizisten zeigten, die mit Schlagstöcken auf Bayern-Fans einprügelten.

Ein abschließendes Urteil zu den Vorkommnissen, bei denen mindestens ein Münchner Fan verletzt wurde, wollte sich zunächst aber kein Vertreter des deutschen Meisters erlauben. Sammer betonte, er wolle zunächst mit den Leuten im Verein sprechen, die für Vorfälle dieser Art zuständig sind. "Wir halten uns in dieser Phase noch ein bisschen zurück", meinte er.

Der ehemalige Nationaltorhüter Raimond Aumann, beim FC Bayern Direktor für "Fan- und Fanclub-Betreuung", sagte am Morgen nach dem Spiel, der Klub habe bei der griechischen Polizei und bei der Uefa wegen der Vorfälle interveniert. "Wir werden die Sache jetzt noch einmal aufarbeiten und uns dann weitere Schritte überlegen", sagte Aumann und betonte: "Das Wichtigste ist, dass nichts Schlimmeres passiert ist."

Die Sicherheitskräfte hatten eingegriffen, nachdem eine kleinere Gruppe von teils vermummten Bayern-Fans in ihrem Zuschauer-Block offenbar die Anhänger von Gastgeber Piräus mit Worten und Gesten provoziert hatte. Der verletzte Bayern-Fan musste aus dem Stadion gebracht werden.

Auf Initiative des FC Bayern hin zog sich in der Folge das Gros der Polizisten aus dem Block zurück, um weitere Provokationen oder gar Ausschreitungen zu vermeiden. Nach den "unnötigen Pöbeleien" der Gästefans hätten die Behörden "unverhältnismäßig" reagiert, hieß es aus dem Lager des Rekordmeisters weiter.

Guardiola stolz auf seine Mannschaft

Abseits der Ausschreitungen auf den Rängen verließ Pep Guardiola das Stadion aber mehr als zufrieden. "Wir haben es wahnsinnig gut gemacht", lobte der Trainer seine Mannschaft. "Ich weiß, für die Leute ist es normal, als FC Bayern in Piräus zu gewinnen. Für mich ist es das nicht. Man muss nur schauen, wie Atlético Madrid, Juventus Turin und Malmö hier gespielt haben", erinnerte der Spanier an die drei Heimsiege von Olympiakos in der Gruppenphase der vergangenen Saison.

"Es ist immer wichtig, dass man gut in die Gruppenphase reinkommt", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in seiner kurzen Ansprache. Schon zum zwölften Mal in Serie gelang den Bayern in der Königsklasse ein Auftaktsieg - jedes Mal folgte darauf das Weiterkommen. "Es ist nur der erste Schritt, aber ein guter", betonte Guardiola: "Große Gratulation an alle Spieler. Wir haben jetzt drei Punkte und jetzt ein Heimspiel. Deswegen sind die Aussichten ganz gut", sagte Müller, der seinen Tor-Lauf aus der Bundesliga und den jüngsten Länderspielen auch in der Champions League fortsetzen konnte.

Schon am Samstag geht es in der Bundesliga weiter. Dann gastieren die Bayern beim noch ungeschlagenen Aufsteiger Darmstadt 98.

(sid, dpa)
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