1. Bundesliga 16/17
| 11.46 Uhr

Hartes Foul gegen Kimmich
De Jong feiert Comeback als Fußball-Rüpel

Audi-Cup 2015: Dieses Foul bringt Guardiola auf die Palme
Audi-Cup 2015: Dieses Foul bringt Guardiola auf die Palme FOTO: Screenshot Youtube
München. Lange war es ruhig um Nigel de Jong. Keine harten Fouls, keine Skandale. Doch nun hat der Fußball-Rüpel von einst sein Comeback gefeiert. Im Halbfinale des Audi-Cups trat er Bayerns Joshua Kimmich um – und brachte Pep Guardiola damit auf die Palme. Von Stephan Seeger

Es lief die zehnte Spielminute im Testspiel zwischen dem AC Mailand und Bayern München. Bayerns Keeper Sven Ulreich spielte nicht ganz präzise zu Joshua Kimmich. Der Youngster, im Sommer vom Zweitligisten RB Leipzig zum Rekordmeister gewechselt, nahm das Spielgerät an und leitete es zu Pierre-Emile Höjbjerg weiter. Währenddessen rauschte Mailands Kapitän Nigel de Jong heran. Kimmich hatte den Niederländer wohl nur im Augenwinkel gesehen – und schon war es zu spät, um zu entkommen. De Jong machte seinem einstigen Ruf als Fußball-Rüpel wieder alle Ehre und streckte Kimmich mit einem überharten Foul zu Boden. Schiedsrichter Peter Sippel verzichtete auf eine Gelbe Karte, die de Jong für dieses überharte Einsteigen zwingend hätte sehen müssen.

Kimmich musste bereits nach 21 Spielminuten das Feld verlassen – allerdings war die Auswechslung eine Vorsichtsmaßnahme, der 20-Jährige hatte bei dem Foul von de Jong Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Bereits vor der Auswechslung beschwerte sich Guardiola beim Vierten Offiziellen über das Foul, in der Halbzeitpause ging es im Kabinengang dann zur Sache. Guardiola fuchtelte wild mit den Armen in Richtung de Jong, musste zurückgehalten werden. "Da hätte der Schiedsrichter Gelb zeigen müssen", sagte der für Kimmich eingewechselte David Alaba nach der Partie. Milan-Trainer Sinisa Mihailovic nahm de Jong in Schutz. "Wir spielen Fußball, es ist kein Ballett. Fouls gehören zum Fußball dazu. Es ist kein Freundschaftsspiel, es ist ein Vorbereitungsturnier", sagte er deutlich.

Zwei Beinbrüche und ein Kung-Fu-Tritt

So viel Glück wie Kimmich hatten de Jongs Opfer allerdings nicht immer. Der ehemalige niederländische Nationalspieler war vor allem im Jahr 2010 immer wieder mit brutalen Fouls in die Kritik geraten. In einem Freundschaftsspiel gegen die USA im März 2010 brach der Mittelfeldspieler Stuart Holden mit einem harten Einsteigen das Bein – und sah keine Karte. Eng verbunden ist der Name de Jong mit dem WM-Finale 2010 in Johannesburg. Damals trat er dem Spanier Xabi Alonso – mittlerweile beim FC Bayern beschäftigt – mit einem Kung-Fu-Tritt gegen die Brust und sah nur Gelb. Es war der Höhepunkt eines überharten Finals, in dem Schiedsrichter Howard Webb insgesamt zwölfmal Gelb und einmal Gelb-Rot zeigte. Im Anschluss an das Finale, das Spanien in der Verlängerung gewann, hagelte es Kritik an de Jongs Einsteigen und vor allem am Engländer Webb.

Im Oktober des gleichen Jahres trat de Jong im Premier-League-Spiel seines damaligen Klubs Manchester City gegen Newcastle United Hatem Ben Arfa so böse um, dass dieser sich einen doppelten Beinbruch zuzog. Daraufhin wurde de Jong, der von 2006 bis 2009 für den Hamburger SV in der Bundesliga auflief, von Bondscoach Bert van Marwijk für zwei EM-Qualifikationsspiele aus der Nationalmannschaft geworfen.

Seit 2012 verdient de Jong sein Geld beim AC Mailand und führte die Lombarden in München als Kapitän auf den Platz. Wenn er seine Qualitäten von 2010 wiederentdeckt, ist der 30-Jährige allerdings ein schlechtes Vorbild.

Kimmich hielt sich beim Verlassen der Arena nicht lange mit der Episode auf, die Verletzung sei gar nicht schlimm, meinte er. Das dürfte Guardiola freuen, schließlich sieht er in dem 20-Jährigen viel Potenzial. "Er wird einer der besten deutschen Spieler in den nächsten zehn Jahren", meinte Guardiola.

(seeg)
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