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| 09.34 Uhr

Petition im Internet
Bayern-Fans wollen Hoeneß zurück

FC Bayern München: Online-Petition für Uli Hoeneß gestartet
Im Internet wurde eine Petition zur Rückkehr von Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern München gestartet. FOTO: dpa, shp wst mbk
München/Düsseldorf. Im Internet kann man Staubsauger bestellen, Reisen buchen, den Wetterbericht lesen oder Strickmuster studieren. Man kann sich auch dafür einsetzen, dass Uli Hoeneß wieder in ein wichtiges Amt bei Bayern München zurückkehrt. Von Robert Peters

Fast 5000 Fans des einstigen Präsidenten haben das bis gestern auf der Webseite "change.org" getan. Sie unterzeichneten diese Petition: "Wir möchten, dass der Mann, dem der FC Bayern unendlich viel zu verdanken hat und durch den der FC Bayern erst das geworden ist, was er heute ist, wieder Präsident beim FC Bayern wird."

Dem stehen allerdings noch einige Hürden im Weg. Zunächst mal muss Hoeneß überhaupt aus der Haft entlassen werden, die er wegen Steuerhinterziehung verbüßt. Diese Hoffnung hegt der ehemalige Star unter den Fußballfunktionären selbst. Ende Februar ist die Hälfte der Gefängnisstrafe verbüßt, und Hoeneß hat über seine Anwälte einen Antrag auf Aussetzung der Reststrafe zur Bewährung gestellt. Das Strafgesetzbuch lässt im Paragraph 57 eine Aussetzung nach Verbüßung der "Halbstrafe" zu, wenn "die Gesamtwürdigung von Tat, Persönlichkeit der verurteilten Person und ihrer Entwicklung während des Strafvollzugs ergibt, dass besondere Umstände vorliegen".

Eine Richterin wird beurteilen, ob bei Hoeneß diese besonderen Umstände vorliegen. Und es ist nicht heraus, ob sie dem Flehen von Bayern-Fans folgen wird oder der Münchner Staatsanwaltschaft, die von der Entlassung nach der Hälfte der Haftstrafe nicht begeistert sein soll. Sie will nicht in den Verdacht von Prominentenbegünstigung geraten. Nach Verbüßung der Zweidrittelstrafe im Herbst aber würde Hoeneß auf jeden Fall wieder ein freier Mann sein. Auch dann ist nicht klar, ob er sich um ein bedeutendes Amt in seinem Klub bewerben wird.

Immerhin hat er den Anhängern bei seinem letzten öffentlichen Auftritt in der Mitgliederversammlung 2014 versprochen: "Das war's noch nicht." Dafür wurde er lautstark bejubelt.

Unterdessen tut er als Freigänger Dienst in der Nachwuchsabteilung der Bayern. Und natürlich nimmt er am Leben des Klubs teil. Nicht nur als Zuschauer bei den Auftritten der Basketballmannschaft, sondern auch als interessierter Beobachter beim Training der Fußballer oder als Gesprächspartner in der sogenannten Geschäftsstelle an der Säbener Straße, die in Wirklichkeit der Mittelpunkt eines großen Unternehmens ist. Trotz seiner Inhaftierung wird Hoeneß von vielen Konkurrenten im Profifußball als das Gesicht dieses Unternehmens wahrgenommen. Sie rühmen seine Streitkultur, und sie hätten ihn fast ebenso gern zurück wie viele Münchner Fans, die ihn für den geborenen Patriarchen der Bayern-Familie halten.

In seiner Abwesenheit haben sich die Gewichte im Klub jedoch verschoben. Der starke Mann ist Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, und die Firma FC Bayern München ist ein bemerkenswertes Stück kühler geworden. So mancher hält das für eine überfällige Entwicklung nach Jahrzehnten der patriarchischen Vereinsführung. Viele bedauern es.

Karl Hopfner, der das Präsidentenamt von Hoeneß übernommen hat, sieht einer Rückkehr des ehemaligen Managers entspannt entgegen. Eine Kampfkandidatur hat er bereits ausgeschlossen. Es scheint, als überlasse der FC Bayern Hoeneß die Entscheidung. Die Öffentlichkeit scheut der einstige Präsident jedenfalls nicht. Vor Weihnachten rief er in einer Radiosendung an, bestellte ein Lied von Adele und spendete 10.000 Euro. Da meldete sich einer zurück.

Quelle: RP
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