1. Bundesliga 16/17
| 16.36 Uhr

Bayern in der Champions League bei Atlético
Guardiola spielt gegen sein spanisches Halbfinal-Trauma

Das ist Pep Guardiola
Das ist Pep Guardiola FOTO: dpa, Peter Kneffel
Düsseldorf. Zum dritten Mal in Folge spielt der FC Bayern unter der Regie von Pep Guardiola im Halbfnale der Champions League gegen ein spanisches Team. Die bisherigen Duelle gingen verloren. Nun hofft der deutsche Rekordmeister gegen Atlético Madrid auf eine Trendwende. Von Denis Canalp

Pep Guardiolas Bilanz bei den Bayern kann sich sehen lassen. In seiner nunmehr fast dreijährigen Tätigkeit beim FC Bayern kommt der 45-Jährige auf zwei Meistertitel, der dritte sollte in Kürze eingefahren werden, einen Pokalsieg bei einem noch ausstehenden Finale gegen Borussia Dortmund und drei Halbfinal-Teilnahmen in der Champions League. Zum Abschied ist das begehrte Triple immer noch möglich, doch vorher muss der Katalane sein spanisches Halbfinal-Trauma überwinden.

Die öffentliche Bewertung Guardiolas Tätigkeit in München steht und fällt mit dem Gewinn des Triples, mindestens aber mit dem Gewinn der Champions League. Ob diese Erwartungshaltung realistisch ist oder nicht, spielt in diesem speziellen Fall keine Rolle. Es geht ja schließlich um Guardiola. So fordert die "Bild" vor dem Hinspiel bei Atletico Madrid bereits, dass Guardiola "jetzt liefern muss", da sonst "sein Ruf als Trainer ramponiert" sei.

Erst ein Bundesligist holte das Triple

Natürlich, so weiß es auch das Blatt, ist so ein Triple historisch. In 52 Jahren Bundesliga hat lediglich der FC Bayern 2012/13 einmal diese drei Titel in einer Saison gewonnen. Seit Einführung der Champions League gelang gerade einmal fünf Mannschaften dieses Kunststück: Barcelona 08/09 (mit Guardiola auf der Trainerbank) und 2014/15, Manchester United 1998/99 und Inter Mailand 2009/10.

Guardiola hat in München nahezu jeden Rekord gebrochen, 80 von 99 Bundesligaspielen gewonnen, lediglich neun Spiele verloren, darunter fast ausschließlich Partien, in denen der FC Bayern schon als deutscher Meister feststand. Sein Punkteschnitt in der Bundesliga beträgt 2,53 – ein noch nie erreichter Wert. Doch wie schon erwähnt, werden solche Bilanzen bei Guardiola schlichtweg vorausgesetzt. Und da Vorgänger Jupp Heynckes mit den Bayern 2013 das Triple, bestehend aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League gewann, wird das von Guardiola natürlich auch erwartet. Im ersten Jahr reichte es aber lediglich zum Double, im Vorjahr durften die Bayern sogar "nur" die Meisterschaft feiern.

Den Auftakt zur Jagd nach dem Triple bilden die zwei Halbfinals gegen Atlético Madrid. Doch in den vergangenen zwei Spielzeiten scheiterten Guardiolas Bayern jeweils an spanischen Teams im Halbfinale. Und in der Champions League konnte der FC Bayern unter seiner Regie auswärts nur eines von acht K.o.-Spielen gewinnen, das Achtelfinale 13/14 beim FC Arsenal. In der laufenden Spielzeit errang Guardiola mit den Bayern in Turin und Lissabon jeweils ein 2:2. In seiner Premierensaison unterlag der deutsche Rekordmeister Real Madrid im Halbfinale 0:1 und 0:4, im Vorjahr erwies sich der FC Barcelona in der Voorschlussrunde als zu stark für die Münchner, die mit 0:3 und 3:2 den Kürzeren zogen. Von Guardiola erwartet die Öffentlichkeit einfach mehr. Dass die Gegner später auch jeweils die Champions League gewannen, ist dabei für viele Beobachter uninteressant. Ein Triumph in der Champions League muss her, sonst gilt Guardiolas Mission in München als gescheitert.

Sollte Guardiola gegen Atlético sein spanisches Halbfinal-Trauma überwinden, hätten er und seine Mannschaft nur noch zweieinhalb Hürden auf dem Weg zum Triple zu überwinden. Wahrscheinlich stünde in den Finals dann erneut sein guter Ruf als Trainer auf dem Spiel, aber das kennt Guardiola ja schon und mit diesem Druck muss er umgehen, auch auf seiner nächsten Station bei Manchester City ab Juli.

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