1. Bundesliga 16/17
| 07.13 Uhr

"Wir sind eine andere Mannschaft"
FC Bayern quält sich in die wichtigste Saisonphase

Leverkusen - Bayern: das Elfmeterschießen
Leverkusen - Bayern: das Elfmeterschießen FOTO: dpa, jgu jai
Leverkusen. Den Anhängern des FC Bayern ging das Herz auf, als Trainer Pep Guardiola seinen Lieblingsspieler Thiago aufs Feld schickte. Mit einem langen, scharfen, angeschnittenen Pass führte sich der Spanier mit brasilianischen Wurzeln im Pokalspiel bei Bayer Leverkusen ein. Nach seiner einjährigen Verletzungspause zeigt er in Ansätzen gleich wieder, was er kann - und was er lieber sein lässt (den Kung-Fu-Tritt in Stefan Kießlings Brust). Von Martin Beils

Schon nach seiner Rückkehr am vergangenen Wochenende im Spiel bei Borussia Dortmund hatte Thiago betont, dass seine Fitness nur für Kurzeinsätze reichte. Tatsächlich ging ihm in Leverkusen nach 25 Minuten die Luft aus. Es reichte aber noch, um den entscheidenden Elfmeter zu verwandeln.

Dass Guardiola auch mit Blick auf die anstehenden Runden in der Champions League seinen Landsmann frühzeitig integriert, zeigt zum einen, welch große Stücke er auf ihn hält, zum anderen, dass die Personalsituation für bayerische Verhältnisse sehr problematisch ist.

Bayerns Thiago sieht nach Kung-Fu-Tritt nur Gelb FOTO: ap, FA, FO

"Ohne Ribéry und Robben sind wir eine andere Mannschaft", sagte Guardiola. Aus einer der besten Vereinsmannschaften der Welt stechen diese beiden Individualisten noch hervor. Der am Sprunggelenk verletzte Franzose hat immerhin das Lauftraining wieder aufgenommen. Die Münchner quälen sich in die über das Gelingen dieser Spielzeit entscheidenden April- und Maiwochen hinein. Ohne David Alaba, ohne Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm ist auch noch längst nicht wieder der Alte, und von Javier Martinez spricht kaum noch jemand.

Guardiola übt sich in dieser Situation in Pragmatismus. Wie schon in Dortmund lag die Konzentration in Leverkusen auf der Organisation der Abwehr. Und tatsächlich gelang es den sieben vorrangig defensiv orientierten Feldspielern, die Leverkusener weitgehend auf Distanz zum Tor von Manuel Neuer zu halten.

In der Not findet Guardiola immer noch neue Lösungen. Nach dem frühen, verletzungsbedingten Ausfall von Mehdi Benatia beorderte er Xabi Alonso auf dessen Posten in der Abwehrmitte und sorgte damit für mehr Spielkultur. "Der Trainer ist genial. Er hat viele Pläne, nicht nur A, B oder C, sondern ich habe den Eindruck, das Alphabet rauf und runter", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Quelle: RP
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