1. Bundesliga 16/17
| 17.46 Uhr

FC Bayern reist nach China
19.000 Kilometer, drei Spiele und viele Marketing-Termine

Fotos: FC Bayern präsentiert Team bei Show-Training
Fotos: FC Bayern präsentiert Team bei Show-Training FOTO: dpa, geb fdt
München. Der FC Bayern hat seit 15 Monaten ein Büro in den USA – jetzt will der Rekordmeister auch in China Fuß fassen.

19.000 Flugkilometer zwischen München, Peking, Shanghai und Guangzhou, drei Spiele in neun Tagen, einige Trainingseinheiten und zahlreiche Marketing-Termine – und das bei tropischen Verhältnissen: Der FC Bayern nimmt große Strapazen auf sich, um den riesigen Markt in China zu erobern.

Doch Trainer Pep Guardiola sieht den Reise-Wahnsinn ganz gelassen. "Das ist kein Problem. Das ist normal, dass die großen Vereine um die Welt reisen müssen, um sich zu repräsentieren. Wir fliegen gemütlich und haben drei Spiele gegen gute Gegner", sagte Guardiola vor dem Abflug des Rekordmeisters nach Peking am Donnerstagabend (20 Uhr) mit einem entspannten Lächeln. Reisen zu dieser Jahreszeit seien angesichts der Temperaturen von über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit zwar immer beschwerlich, fügte Torwart Manuel Neuer an, "aber wir kennen das ja. Außerdem war ich noch nie in Peking".

"Wir kommen spät, aber mit Volldampf"

Nach dem Engagement in den USA, wo die Münchner seit 15 Monaten in New York ein Büro unterhalten, will der FC Bayern nun im Reich der Mitte nachhaltig Fuß fassen, um neue Einnahmen zu generieren. "Wir kommen spät, aber mit Volldampf. Wir werden den Weg konsequent gehen und den Markt beackern. Das ist ein sehr wichtiger Faktor für die Zukunft", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Dass unter der Tour die Vorbereitung auf die neue Saison leidet, nehmen die Bayern billigend in Kauf. "Das ist keine Urlaubsreise, da müssen wir einen Spagat hinlegen zwischen den Marketinginteressen des Vereins und der Vorbereitung. Es ist alles perfekt organisiert. Der Stress wird sich im Rahmen des Normalen bewegen", meinte Rummenigge.

Die Bayern sehen in China laut Jörg Wacker, Vorstand für Internationalisierung, "wahnsinnig viel Potenzial" und enorme Wachstumschancen für ihre verstärkten Bemühungen bei der Auslandsvermarktung. 90 Millionen Sympathisanten des FC Bayern hat Wacker ausgemacht und "über 630 Millionen Menschen, die Internet nutzen". Von diesem Kuchen will der Rekordmeister gerade im Bereich "E-Commerce" ein großes Stück abhaben.

Chinesische Internetseite und China-App

Um den FC Bayern im Reich der Mitte zu positionieren, hat der Klub einen Vertrag mit dem chinesischen Staatsfernsehen abgeschlossen, wo wöchentlich eine Bayern-Sendung laufen soll. Zudem hat der Rekordmeister pünktlich vor dem Abflug eine eigene chinesische Internetseite und eine neue China-App gestartet. Auf vier chinesischen Social-Media-Plattformen haben die Münchner schon jetzt fünf Millionen Fans.

Bei der anstehenden Reise werden die Stars um Kapitän Philipp Lahm zudem bei etlichen Marketingaktivitäten und Autogrammstunden herumgereicht. Von den fußballerischen Qualitäten der Bayern sollen sich die Chinesen bei den Spielen in Peking gegen den FC Valencia (Samstag, 13.35 Uhr MESZ), Inter Mailand in Shanghai (21. Juli, 14 Uhr) und bei Guangzhou Evergrande (23. Juli, 13.35 Uhr/alle Sport1) überzeugen.

Schon jetzt ist Rummenigge sicher, "dass das ein Erfolg sein wird". Im Anschluss an die Reise werde man beraten, ob der FC Bayern analog zu New York auch in China ein Büro eröffnet.

Für Guardiola sind derartige Überlegungen zweitrangig. Für den Bayern-Coach geht es darum, sein Team nach dem Abgang von Bastian Schweinsteiger trotz aller Widrigkeiten anständig auf die Saison einzustimmen.

Um die Belastung in Grenzen zu halten, werden auch einige junge Spieler aus der zweiten Mannschaft mitfliegen. Dafür werden die verletzten Franck Ribery, Dante, Jan Kirchhoff und Holger Badstuber in München bleiben, um dort ihre Rehabilitation voranzutreiben.

(sid)
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