1. Bundesliga 17/18
| 13.18 Uhr

Nullnummer nach Scheibenschießen
Bayern vermisst Lewandowski – und Müller

Toprak kratzt Vidal-Kopfball von der Linie
Toprak kratzt Vidal-Kopfball von der Linie FOTO: dpa, fg hpl
Leverkusen. Das 0:0 bei Bayer Leverkusen hat einmal mehr die Abhängigkeit des deutschen Rekordmeisters Bayern München von seinem Torjäger Robert Lewandowski deutlich gemacht. Vertreter Thomas Müller kann ihn nicht annähernd ersetzen.

Thomas Müller schimpfte wie ein Rohrspatz. "So kannst du kein Bundesligaspiel gewinnen, darüber sind wir sauer. Ich bin einfach stinkig, dass wir hier kein Tor geschossen haben", sagte der Weltmeister nach der Nullnummer des deutschen Rekordmeisters Bayer München bei Bayer Leverkusen mit grimmiger Miene in einer Mischung aus Verzweiflung und Verbitterung.

Bei der Generalprobe für das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League am Dienstag bei Real Madrid (20.45 Uhr/Live-Ticker) war zuvor einmal mehr das Kardinalproblem des Starensembles von der Isar offen zu Tage getreten: Ohne seinen Torjäger Robert Lewandowski ist der deutsche Meister nur die Hälfte wert. Beim Scheibenschießen auf den Kasten der Leverkusener, die nach einer Gelb-Roten Karte gegen Tin Jedvaj (59.) mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl agierten, offenbarten die Münchner bei insgesamt 21 Torschüssen im Abschluss eine Menge Unvermögen.

Müller hadert mit fataler Chancenverwertung

"Wir haben drei, vier, fünf klare Chancen. Insgesamt war unsere Chancenauswertung fatal", resümierte Lewandowski-Stellvertreter Müller immerhin selbstkritisch. Dass der WM-Torschützenkönig von 2010 den Polen derzeit nicht annährend ersetzen kann, wurde nach dem 1:2 im Hinspiel gegen Real nun auch bei der ersten Nullnummer der Bayern in der Liga seit Februar 2016 schonungslos offen gelegt.

Aber nicht nur Müller, sondern auch David Alaba, Arturo Vidal, Kingsley Coman oder der eingewechselte Kapitän Philipp Lahm vergaben Hochkaräter und dokumentierten damit den Missstand beim Titelverteidiger, der aktuell keinen Ersatz für Lewandowski parat hat. Die Münchner müssen hoffen, dass ihr Top-Torjäger bis Dienstag seine Schulterverletzung auskuriert hat, um im Estadio Bernabeau bei Cristiano Ronaldo und Co. halbwegs Waffengleichheit auf den Platz zu bringen.

"Es wird schwierig, aber wir sind nach wie vor selbstbewusst und werden für das Spiel am Dienstag unser Bestes geben", kündigte Bayern-Trainer Carlo Ancelotti an, der auf die Sturmmisere nicht näher einging. Tatsache ist aber, dass die Münchner ohne Lewandowski, der gemeinsam mit dem Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang die Bundesliga-Torjägerliste mit 26 Treffern anführt, kaum Durchschlagskraft haben.

Lewandowski, der am Samstag sein erstes Meisterschaftsspiel in dieser Saison versäumte, war an 42,3 Prozent aller Bayern-Treffer beteiligt, was kein gutes Licht auf seine Kollegen in der Offensivabteilung wirft. Zudem gelangen dem 28-Jährige diese Saison in der Champions League bislang sieben Treffer und im DFB-Pokal fünf.

Weil der Goalgetter mit ziemlicher Sicherheit bei Real wieder spielen kann – am Sonntag trainierte er ohne erkennbare Probleme mit der Mannschaft – blickten die Protagonisten des nach wie vor souveränen Spitzenreiters dennoch optimistisch Richtung Dienstag. "Wir müssen mit Selbstbewusstsein das Ding in die Hand nehmen und werden gut vorbereitet sein", sagte Arjen Robben und Müller fügte ebenso trotzig hinzu: "Wir können Real auch im Rückspiel in Probleme bringen. Egal wer spielt, wir werden eine starke Truppe auf dem Platz haben."

Moralische Unterstützung erhielt das Ancelotti-Team von Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler: "Die Bayern haben die Qualität, auch auswärts zu gewinnen."

(sid)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

FC Bayern München vermisst Robert Lewandowski – und Thomas Müller


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.